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iPod-Entwicklung für jedermann

08.08.2002 | 11:36 Uhr |

Apple will Programmierern Hemmungen nehmen und gibt seine Firewire-Entwicklungssoftware kostenlos ab.

München/Macwelt - Gestern hat Apple die Firewire Reference Platform 1.0 zum Download bereitgestellt, die Peripherieherstellern die Entwicklung von Firewire-Produkten erleichtern soll. Wie bei den Consumerprodukten iTunes und iMovie bilden dabei die Programme von kürzlich erworbenen Firmen die Grundlage. Erst im April hatte Apple den Firewire-Spezialisten Zayante aufgekauft, dessen Hauptprodukt TNF (Thirteen-Nine-Four) die Grundlage für die Entwicklungsumgebung liefert. Eine Vielzahl der Zayante-Programme hat Apple in die neue Entwicklungsumgebung unverändert übernommen. Die ursprünglich kommerzielle Programmsammlung läuft auf einer Vielzahl an Embedded- und Echtzeit-Betriebssystemen und bietet etwa Bus-Management, -Konfiguration, -Transaktion und Echtzeit-Transfer. Unterstützt werden Firewire-Protokolle wie SBP-2 und AV/C. Das 25 MB groþe Paket aus Entwicklungswerkzeugen und Testtools wie der per Kommandozeile zu bedienenden TNF Monitor Application hat offensichtlich den Zweck, die Marktstellung von Firewire zu stärken, das von Apple gegenüber USB 2.0 favorisiert.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Apple demnächst auch erste Geräte mit dem neuen Standard IEEE 1394b vorstellen, der mit 800 Mbps doppelt so schnelle Transferraten erreicht wie das aktuelle Firewire. Der Standard soll voll abwärtskompatibel sein, erfordert für maximale Transferraten neben einer neuen Firewireschnittstelle aber auch Geräte, die diesen neuen Standard unterstützen.

Wie eine vor kurzem veröffentlichte Untersuchung von In-Stat, einer Marktforschungsfirma zeigte, sind 2001 erstmals mehr Unterhaltungselektronikgeräte mit Firewireschnittstellen herausgekommen als Computerprodukte. 2002 soll die Zahl der 1394-Geräte um 21 Prozent steigen, im PC-Bereich setze sich langsam die USB-2.0-Schnittstelle als Alternative durch. Vorteil von Firewire ist vor allem, dass das Protokoll auch als Peer-to-Peer Anwendung funktioniert: Datenaustausch zwischen zwei Geräten ist theoretisch auch ohne CPU möglich. Für die einfache Verknüpfung von etwa DV-Kamera und Firewire-Festplatte ist IEEE 1394 deshalb besser geeignet als USB-2.0. Auch bei der Versorgung externer Geräte mit Strom hat Firewire Vorteile, da es mehr Energie übertragen kann. sw

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