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iPod-Fabrik: Foxconn verklagt Journalisten

29.08.2006 | 12:43 Uhr |

Das Unternehmen Foxconn, das in China eine Fabrik betreibt, die für Apple iPods fertigt, hat zwei Journalisten wegen Rufschädigung verklagt.

"iPod-City"-Fotos aus der Mail on Sunday, Apple
Vergrößern "iPod-City"-Fotos aus der Mail on Sunday, Apple

Der Grund sind Berichte über unwürdige Arbeitsbedingungen in der Foxconn-Fabrik. Foxconn verlangt von dem Reporter der China Business News Wang You Schadensersatz über 2,5 Millionen US-Dollar und von dem Redakteur des Blattes Wenig Bao 1,25 Millionen US-Dollar Schadensersatz, berichtet die Zeitung Shanghai Daily. In Wangs Reportage über die Arbeitsbedingungen behauptete er, dass Arbeiter täglich mehr als 12 Stunden schuftete und dafür mit 100 Yuan monatlich nicht einmal den üblichen Mindestlohn erhielten. Zudem habe Foxconn seine Mitarbeiter zu Überstunden gezwungen und ihnen Gespräche während der Arbeit untersagt. Foxconn hat per Gericht erzwungen, dass persönlicher Besitz wie Wohnungen, Konten und Autos der Journalisten vorläufig konfisziert wurden. Apple hatte nach einer Untersuchung der Vorwürfe herausgefunden, dass Foxconn sich weit gehend an den Code of Conduct hält, den Apple mit seinen Zulieferern über die Arbeitsbedingungen in den Manufakturen geschlossen hat. Mit den Arbeitszeiten von bis zu 80 Stunden in der Woche und den Unterkünften der Arbeiter zeigte sich der iPod-Hersteller jedoch nicht zufrieden. Die China Business News kündigte an, "voll hinter den Journalisten zu stehen und alle Konsequenzen des Falls zu tragen". Zudem verurteilten die Herausgeber das Vorgehen Foxconns, auf Konfiszierung des persönlichen Besitzes der beiden Journalisten zu bestehen.

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