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Brite streitet mit Apple über explodierten iPod Touch

04.08.2009 | 07:31 Uhr |

Ein iPod-Besitzer aus Liverpool fühlt sich von Apple gegängelt. Der Grund: Ein explodierter iPod Touch und eine Vergleichsvereinbarung.

iPod Touch
Vergrößern iPod Touch

Mit Apples üblichem Schweigen will sich ein iPod-Kunde in Großbritannien nicht abfinden, berichtet die London Times auf ihrer Websit e. Nachdem der iPod Touch seiner elfjährigen Tochter Ellie explodiert und dabei drei Meter in die Luft geflogen war, habe sich der Liverpooler Ken Stanborough um Schadensersatz an Apple gewandt, führt die Zeitung aus. Stanborough missfielen jedoch die Bedingungen der Entschädigung, er solle eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Gegenüber der Times empört sich Stanborough: "Sie verlangen von mir, meiner Tochter und ihrer Mutter lebenslänglich nichts zu niemandem zu sagen. Falls wir versehentlich doch etwas sagen, egal was, bringen sie uns vor Gericht. Das ist total schrecklich".

Apple beschwichtigt gegenüber Sky News , Stanborough habe lediglich ein Standardschreiben für Vergleich erhalten, zudem habe er sich bisher geweigert, den zerstörten iPod Touch an Apple zu schicken.

Der Fall aus Liverpool ist nicht der einzige, der sich um entzündete iPods dreht. Im vergangenen Jahr etwa ordneten japanische Behörden eine Untersuchung an, nachdem ein iPod Nano in Flammen aufgegangen war - eine defekte Batterie war schuld. Dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, zeigen die Recherchen des Radiosenders Kiro aus Seattle, der einen 800-seitigen Bericht der Sonsumer Safety Commission aufgedeckt hat, in dem nicht weniger als 15 Fälle - wohl eher schweigsamer - iPod-Nutzer mit brennenden Problemen abgehandelt sind.

In den vergangenen acht Jahren hat Apple rund 200 Millionen iPods weltweit verkauft. Die Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Vorfällen mit brennenden iPods ist auf Apples Interesse zurückzuführen, die Gründe für die Vorfälle genau zu eruieren. Handelte es sich etwa um eine defekte Charge der brandgefährlichen Lithium-Batterien, müsste Apple eine Rückrufaktion einleiten. Dies war bei den iPods bisher nicht nötig, im Gegensatz zu dem Fall mit defekten Notebook-Batterien von Sony im Jahr 2006, in dem auch Batterien von Powerbooks betroffen waren, die Apple kostenlos austauschte.

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