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iPod, iTunes, Beatles: Im Namen des Volkes

03.01.2007 | 15:30 Uhr |

Ein Großkonzern wie Apple muss sich ständig Klagen erwehren - und seine eigenen Interessen selbst auf dem Rechtsweg wahren. Aber auch Kunden wie du und ich haben Ärger mit Cupertino: Melanie Tucker ärgert sich, dass Songs aus dem iTS nicht auf anderen Player abspielbar sind - und hat geklagt. Das macht auch Intertrainer Inc. - und verklagt Google und Napster gleich mit: Patentverletzung bei Online-Film-Distribution. Und wieder dabei: der iPod-Akku.

Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts an die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC hat Apple auch Auskunft über mehrere rechtliche Auseinandersetzungen erteilt. Dort berichtet der iTunes-Store-Betreiber, dass die Europäische Kommission etwa ermittelt, weil iTunes-Songs in Großbritannien teurer seien als in der Euro-Zone. Außerdem klagen mehrere Verbraucherschutzorganisationen in der EU gegen die enge Kopplung von iTunes und iPod. Beigelegt sind nach diesem Bericht offenbar auch immer noch nicht die Auseinandersetzungen mit Apple Corps Ltd , dem Plattenlabel und Rechtewahrer der Beatles: Eine erneute Anhörung findet Ende Februar statt - strittig sind die Verfahrenskosten.  

Tucker vs. Apple: Digitales Rechtemanagement schränkt den Kunden ein

Melanie Tucker ärgert sich indes über die kleinen Dinge im Alltag. Sie will es nicht wahrhaben, dass die Songs, die sie im iTunes Store gekauft hat, nicht auf jedem x-beliebigen Player zu hören sind, sondern nur auf den iPods. Das verstoße gegen US-Gesetze, schreibt der IDG News Service über die Klagebegründung und täusche die Kunden. Das klingt für europäische Ohren recht vertraut . Der Klage von Melanie Tucker werden offenbar gute Chancen eingeräumt, kurz vor Weihnachten hat das zuständige Bezirksgericht in Santa Clara die Klage zugelassen, Beobachter erwarten nun, dass sich daraus eine Sammelklage entwickelt.  

iPod und die Akkus: Weitere Sammelklage ist auf dem Weg

Nachdem in den Vereinigten Staaten Verbraucher erfolgreich gegen den Konzern geklagt hatten, weil die Lebensdauer des iPod-Akkus bei mehreren Modellen unterdurchschnittlich war, ziehen nun die Kanadier nach. Beim nördlichen Nachbarn liegen gegen die nationale Apple-niederlassung mehrere Klagen vor - Ende Februar soll erneut entschieden werden, ob die Verfahren zu einer Sammelklage zusammengefasst werden, der erste Versuch scheiterte allerdings.  

Intertrainer gegen den "Rest" der Welt

Nicht mehr Eingang in den Geschäftsbericht hat die aktuelle Klage von Intertrainer Inc. gegen Apple gefunden - der ehemalige Video-on-Demand-Anbieter sieht in Cupertino, aber auch bei Google und Napster sein Patent zu einer "digitalen Unterhaltungs- und Service-Plattform" verletzt, das die Firma 2001 eingereicht und 2005 erhalten habe. Die New York Times lässt in ihrem Text dazu die Geschichte dieses gescheiterten Anbieters Revue passieren, dessen Firmengründer vor zehn Jahren für seine Idee noch ausgelacht wurde, die heute Apple, Napster und Google längst umsetzen. Marktbeobachter halten es allerdings für fraglich, ob das Unternehmen tatsächlich Schadenersatz erstreiten kann. Bei Patenteinreichung hätten mit Real Networks etwa schon einige Firmen ähnliche Konzepte umgesetzt.

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