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iPod zum Anfassen: Ein neues Apple-Patent weist in die Zukunft

27.10.2006 | 12:20 Uhr |

Mit einem neuen Patent sorgt Apple für Pfeffer in der Gerüchteküche. Am 23. Juni eingereicht, hat die Patentbehörde die bebilderte Beschreibung jetzt im Internet veröffentlicht.

Sie erklärt, wie man einen iPod mit größerem Display ohne Klickwheel bedienen könnte - oder auch einen tragbaren Organizer, ein Mobiltelefon oder jedes andere Gerät.

Ein neues Bedienkonzept schafft die Knöpfe ab: Das eingereichte Patent beschreibt ein "elektronisches Gerät mit Bildschirm und berührungsempfindlicher Einfassung zur Benutzerführung und Kontrolle". Würde Apple einen iPod damit ausrüsten, bliebe deutlich mehr Platz für den Bildschirm. Das Display des Players könnte sich beispielsweise über dessen ganze Vorderseite erstrecken und deutlich mehr Platz für Videos bieten. Apples Idee, eingereicht von Nick King, Duncan Kerr, Paul Herbst und Steven Hotelling, geht dabei weit über einen Touchscreen hinaus, den man mit dem Finger oder einem speziellen Stift bedient. Eines der fiktiven Geräte, die Apple als Beispiele anführt, hat gar keine Knöpfe mit festen Funktionen mehr. Man steuert es, indem man mit dem Finger den Bildschirmrand antippt oder ihn - etwa zum Scrollen - darüber zieht. Von handelsüblichen Mobiltelefonen ist ein Teil dieser Technik bereits bekannt: An der Unterseite des Handy-Displays zeigen wechselnde Beschreibungen und Symbole an, was die Taste darunter für eine Funktion aufruft. Im Apple-Beispiel finden sich solche Tasten aber durch berührungsempfindliche Stellen am Gehäuserand ersetzt: Wer den Rand dort mit dem Finger berührt, ruft die auf dem Bildschirm beschriebene Funktion auf. Je nachdem, ob man das Gerät horizontal oder vertikal hält, kann sich die Bildschirmansicht ändern - Funktionsleisten und Menüs rücken an eine andere Stelle und die Berührungspunkte am Gehäuse passen sich an.

Apple deckt mit seinem Patentantrag eine Vielzahl möglicher Szenarien ab: Geräte mit Touchscreen und ohne, welche mit und ohne physikalische Knöpfe. Der Hersteller präzisiert auch, wo berührungsempfindliche Punkte am Gehäuse sinnvoll wären: Die Seiten kleiner Geräte etwa dürfen keine berührungsempfindlichen Seiten haben, weil der Anwender sie dort anfasst. Bei größeren Geräten hingegen, die man nicht in die Hand nimmt, böten sich gerade die Seitenflächen an.

Seitenlange Beschreibungen der Technik machen es nicht einfach zu erraten, was Apple wirklich vorhaben könnte: "Die Beschreibung von Gehäusen soll den Rahmen und die Anwendbarkeit des erfundenen Konzepts keinesfalls beschränken", warnen die Erfinder. Das mag zum einen daran liegen, dass Cupertino sich nur ungern in die Karten schauen lässt. Zum anderen ist es auf Grund der zahlreichen Patentstreitigkeiten in den USA ratsam, sich für eine Erfindung so viele Anwendungsmöglichkeiten wie möglich zu sichern. Noch bleibt der Einsatzzweck deshalb im Unklaren: Die Technik könnte sowohl in einem Medienplayer Einzug halten als auch in einem digitalen Bilderrahmen, einem PDA, einem Mobiltelefon und einer tragbaren Spielekonsole - oder auch wieder in der Schublade verschwinden, aus der sie gekommen ist.

Info: US-Patent- und Markenamt

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