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Was kann Apples neuer Radiodienst?

17.04.2013 | 12:45 Uhr |

Angeblich bringt Apple mit dem neuen iPhone auch einen neuen Radiodienst auf den Markt. Lesen Sie, welche Funktionen die herkömmlichen Musikstreaming-Dienste bereits bieten und was Apple besser machen könnte

iCar, iWatch oder iRadio? Neben den Gerüchten, dass Apple in naher Zukunft auch an anderenAlltagsprodukten wie Autos oder Uhren beteiligt sein soll, steht das unternehmen neusten Spekulationen zufolge kurz davor, einen eigenen Musik-Streaming-Dienst herauszubringen. Der Namen „iRadio“ ist jedoch von den Medien frei erfunden, Apple selbst hat sich bisher noch nicht dazu geäußert.
Aufgekommen ist das Gerücht, als Hacker beim Jailbreak von iOS 6.1 in den Systemdateien der Musik-App spezielle Icons gefunden haben, die wie ein Sendemast mit Funkwellen aussahen und mit Buttons versehen waren, auf denen „kaufen“ stand. Allerdings betraf dies nur die iOS-Version des iPad.    
 
Ein Musikstreaming-Service wäre für Apple in der Tat interessant, da der Konzern über iTunes ohnehin Musiktitel und Alben zum Kauf anbietet. Im Februar 2013 gab Apple bekannt, dass über iTunes bereits 25 Milliarden Songs heruntergeladen worden sind . Mit iRadio wäre es möglich, Musik nicht nur herunterzuladen, sondern auch zu streamen. Streaming bedeutet, dass einzelne Musiktitel nicht auf irgendwelche physikalische Laufwerke oder in spezielle Dateiordner auf dem Rechner gespeichert, sondern direkt von den Servern des Anbieters abgespielt werden. Der Song bleibt daher nicht auf dem Gerät, was das Raubkopieren erheblich erschwert. Allerdings hat der Hörer durch Streaming-Angebote keinen Einfluss auf die Qualität des Songs.    
 

Wunschliste iRadio

  • Streamen von sämtlichen Musiktiteln aus dem iTunes-Store

  • Werbefreiheit durch Abo-Modelle

  • Musikempfehlungen wie bei Genius

  • Airplay-Unterstützung

  • Anbindung an iTunes-Match

  • Rückspulen von einzelnen Titeln

  • Integration in iPod-App

  • Nutzung auch über den Webbrowser

 

Gezieltes Suchen oder Zufallswiedergabe  

Ob Spotify , Simfy , Last.fm , Rdio oder Napster – Musikstreaming-Dienste gibt es zuhauf. Auch Google plant angeblich einen eigenen Musikstreaming-Dienst, der an Youtube angebunden sein soll.  Auf der nächsten Seite finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Streaming-Dienste. Die Angebote unterscheiden sich vor allem dadurch, ob der Nutzer gezielt nach Titeln suchen kann oder ob er – ähnlich wie beim klassischen Radio – auf  die Auswahl der Songs keinen Einfluss hat. Bei Rdio, Simfy oder Spotify kann der Hörer sämtliche Musiktitel seiner Wahl abspielen. Bei kostenlosen Accounts wird die Auswahl der Songs beschränkt und zwischen den einzelnen Titeln gibt es Werbeeinblendungen. Gegen Gebühr lassen sich die Songs auch auf anderen Geräten wie iPhone oder iPod abspielen.

Noch immer ist Spotify eng mit Facebook verknüpft. So muss man erst in den Einstellungen das Häkchen entfernen, um das Teilen auf der Chronik zu unterbinden
Vergrößern Noch immer ist Spotify eng mit Facebook verknüpft. So muss man erst in den Einstellungen das Häkchen entfernen, um das Teilen auf der Chronik zu unterbinden

 
Den Gerüchten zufolge soll Apples iRadio jedoch eher Diensten wie Pandora oder Last.fm ähneln. Pandora ist in den USA sehr populär und verfügt über 200 Millionen Nutzer . In Deutschland steht der Dienst nicht zur Verfügung. Bei Last.fm und Pandora trägt man bei der Anmeldung seine Lieblingskünstler ein und legt Favoriten fest. Anhand dessen bestimmt das Programm die Auswahl der Musiktitel. Ein gezieltes Suchen nach einem bestimmten Song ist nicht möglich. Der Nutzer kann bei Pandora maximal sechs Titel pro Stunde überspringen. Das Prinzip erinnert ein wenig an Genius aus iTunes. Auch hier schlägt das Programm Alben, Filme oder TV-Sendungen auf der Basis der bereits getätigten Einkäufe vor.
 

Zusatzfunktionen und iTunes-Anbindung  

Um die Funktionen von iRadio ranken sich jede Menge Gerüchte. Angeblich soll das Programm eine Rückspul-Option bieten. Das bedeutet, dass bereits laufende Musiktitel wieder von vorn gestartet werden können. Laut CNET soll der Dienst direkt an iTunes angebunden sein. Das soll die Nutzer dazu animieren, während des Musikhörens weitere Songs zu kaufen. Damit sich iRadio und iTunes nicht kannibalisieren, wären beim Streaming-Dienst bestimmte Abo-Modelle denkbar.
 
Angeblich soll iRadio – möglicherweise zeitgleich mit der Präsentation eines neuen iPhones – im Sommer 2013 in zwölf verschiedenen Ländern starten. Apple befindet sich Gerüchten zufolge schon in regen Verhandlungen mit diversen Plattenfirmen . Angeblich steht die Universal Music Group bereits unter Vertrag, die Verhandlungen mit Warner Music laufen derzeit noch. Verzögerungen soll es jedoch bei Sony geben. Dieses Label hat unter anderem die Rechte an Songs von Michael Jackson, Lady Gaga und den Beatles unter Vertrag. Gründe für die zähen Verhandlungen dürften die Kosten sein, die Apple für die heruntergeladenen Songs an die Plattenfirmen zahlen muss .
 

Streaming immer wichtiger  

Nichtsdestotrotz wird Streaming für die Musikbranche immer wichtiger. Laut Bundesverband der Musikindustrie werden etwa ein Fünftel aller Umsätze mit Downloads oder Streaming-Angeboten erzielt. 2012 haben die Einnahmen aus dem Online-Geschäft um 20 Prozent zugelegt, die digitalen Umsätze machen 20,5 Prozent aus. Der Umsatz mit speziellen Musikabos kletterte im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf 36 Millionen Euro. Streaming-Angebote machen als Zusatzgeschäft 2,5 Prozent des Gesamtumsatzes aus und sollen den Verkauf weiter ankurbeln. Bei den Künstlern selbst ist dieser Vorgang umstritten. Einige Musiker würden gern mehr vom Streaming profitieren, indem sie die Nutzerdaten der Käufer für Marketingzwecke zur Verfügung gestellt bekämen. So könnten Bands beispielsweise in Regionen, in denen ihre Songs sehr oft heruntergeladen oder abgespielt werden, spontan ein Konzert planen. Ob Apple die Nutzerdaten jedoch hergeben würde, wäre mehr als fraglich, da nicht einmal die App-Entwickler alle Daten bekommen.

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