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iSteve – Exklusiv auf Heft-CD der iPhoneWelt 4/13

17.05.2013 | 13:30 Uhr |

Der erste einer breiten Öffentlichkeit gezeigte Film über Steve Jobs ist nicht der mit Ashton Kutcher und auch nicht die Verfilmung der Isaacson-Biographie – das Rennen gemacht haben die Komiker der Website Funny or Die mit ihrer Biopic-Parodie "iSteve". Wir haben den Film mit deutschen Untertiteln versehen und der iPhoneWelt 4/13 beigelegt, die ab Mittwoch, den 22. Mai am Kiosk liegt.

Man weiß nicht recht, wann die Autoren der Website „Funny or Die“ beschlossen, eine Filmbiografie über Steve Jobs zu machen. Die Legende sagt zumindest, das Drehbuch zu diesem Film sei in drei Tagen und auf Basis der Wikipedia-Einträge über den Apple-Gründer entstanden. Auf jeden Fall ist iSteve – die fast 80 Minuten lange Parodie über Steve Jobs – überraschend komisch. Zumindest für die, die in der Apple-Historie zu Hause sind und in der Themenwelt amerikanischer Filme und Serien der letzten Dekade.

iSteve – die Fakten

Dauer: 79 Minuten
Regie: Ryan Perez
Darsteller: Justin Long, Jorge Garcia, Joe Farell, Sean Boyle, D’Arcy Carden u. v. m
Alle Rechte: Funny or Die
Dt. Untertitel: Redaktion Macwelt
Titelschnitt: Chris Möller

Achtung: Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigen oder Publizieren
von iSteve nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Urheber.

Jobs und Woz auf dem Weg zum Ruhm: Schritt 1.
Vergrößern Jobs und Woz auf dem Weg zum Ruhm: Schritt 1.
© Funny or Die

Hauptrolle in iSteve spielt Justin Long , der in den Get-a-Mac-Werbespots von Apple den Mac verkörpert (Hello, I’m a Mac …and I’m a PC). Der aus der Serie „Lost“ bekannte Schauspieler Jorge Garcia spielt Steven Wozniak , und James Urbaniak gibt Bill Gates. Der Film erzählt, wie sich Jobs und Woz zusammentun, um den ersten Apple-Rechner zu bauen und dann die Firma Apple, wie der Mac entstand, der iPod, das iPhone und ganz am Schluss das iPad. Er tut das allerdings auf ganz spezielle Weise: Der Film lässt viele Fakten aus, erzählt manches bewusst falsch, erfindet hinzu und interpretiert, nun ja, sehr frei.

iPhoneWelt 4/13

Die iPhoneWelt kommt in neuer Gestalt am 22. Mai an den Kiosk.Sie finden ab sofort mehr
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direkt und komfortabel auf Ihr iPhone. Exklusiv auf CD dieser Ausgabe: Die Biopic-Parodie iSteve von Funny or Die.

Melinda und die Midi-Chlorianer

So wird in iSteve die frühe Freundschaft zwischen Jobs und Woz durch Bill Gates bedroht, zu dem Jobs fast eine Seelenverwandschaft fühlt. Doch schnell kommen die beiden Unternehmer sich in die Quere: beruflich und auch privat. In iSteve hat Melinda Gates nämlich Beziehungen zu Gates und Jobs – diese gipfeln in einer Liebesszene in VR.

Jobs und Gates und die Frau, die sie beide gern hätten.
Vergrößern Jobs und Gates und die Frau, die sie beide gern hätten.
© Funny or Die

Trotz aller inhaltlichen Freiheiten erreicht iSteve mitunter eine überraschende Realitätsnähe und Ernsthaftigkeit. Beispielsweise bei der Einführung des Mac – die allerdings im Film auf Jobs 30. Geburtstag fällt – und gegen Ende, als der Film die berühmte Stanford-Rede aufgreift – auch wenn Jobs damals sicher nicht von Midi-Chlorianern  gesprochen hat.

Exklusiv auf CD

© 2015

Leider haben wir die Rechte für iSteve nur für die Distribution auf CD erhalten. Deshalb können wir den Film nicht online zur Verfügung stellen.

Letztlich trifft man es am besten, wenn man die Filmbiografie als „mit Bezug zur Wahrheit“ einstuft. iSteve zitiert viele entscheidende Momente der Apple-Geschichte: die Einführung des Apple II, die Entwicklung und dramatische Enthüllung des Mac und die Einstellung des Pepsi-Managers John Sculley – obwohl er in iSteve eine erstaunliche Wandlung durchgemacht hat. Aus dem Pepsi-Manager wird einer von Commodore, mit deren Hilfe ein Mitglied der Führungsriege des PC-Herstellers versucht, Apple zu übernehmen, indem er Steve Jobs’ Sodasucht ausnutzt. Andere Abschnitte, wie Jobs’ Krankheit, bleiben fast ohne Erwähnung.

Das sagt die Kritik

Das Wettrennen ist entschieden – und das mit einem ziemlich überraschenden Gewinner. Weder die ambitionierte Sony-Ver­filmung nach der Biografie von Walter Isaacson noch das
eigentlich für April angekündigte und dann verschobene
Biopic „Jobs“ mit Ashton Kutcher ist der erste Film über den visionären Apple-Gründer – sondern „iSteve“ von der Comedy-Website „Funny or Die“.  Meedia


In den Abschnitten, in denen Jobs nicht bei Apple war, nimmt sich iSteve die größte künstlerische Freiheit. Während die Computerfirma Next komplett außen vor bleibt, findet Pixar mehr als nur eine Erwähnung, was zu einem langen Dialog zwischen Steve Jobs und George Lucas führt, in dem das Filmgenie dem Computergenie nicht nur das Wort „Prequel“ nahebringt, sondern auch ein frühes Konzept der Midi-Chlorianer. Diese tauchen später in besagter Stanford-Episode wieder auf und haben die Redaktion bei der Übersetzung schwer gefordert. (Hinweis: Zum Glück haben auch wir einen Star-Wars-Enthusiasten im Team!) Als Jobs sich wieder zu Apple zurückkämpft, ordert er erst mal „einen Kaffee, schwarz, und einen Rollkragenpulli, schwarz“ – womit auch dieses Rätsel geklärt wäre.

Justin Long ist Steve Jobs – mitunter mit erstaunlichen Einsichten.
Vergrößern Justin Long ist Steve Jobs – mitunter mit erstaunlichen Einsichten.
© Funny or Die

Justin Long als Steve Jobs bietet keine unverfälschte Darstellung. Der von ihm dargestellte Charakter ist interessant: weil die Geschichte so komisch ist, aber auch, weil Long seinem Jobs eine Verletzlichkeit gibt. In iSteve ist Jobs weder ein Genie noch ein Idiot, sondern ein normaler Mensch, der sich nach Liebe und Respekt sehnt – und nach Bill Gates’ Frau Melinda.

Wer aufmerksam ist, wird in dem Film viele Jobs-Zitate wiederfinden, oft auch von Personen in Jobs’ Umkreis, mitunter sehr verdreht. Und viele Anspielungen auf Apple-Werbefilme inklusive eines Cameo-Auftritts von Justin Long als Long.

Es ist wie bei all diesen Parodien: Je besser man die Fakten kennt , desto witziger findet man das Ergebnis von Funny or Die. Und so ist iSteve sicher kein Anschauungsunterricht über Wirken und Schaffen von Steve Jobs, sondern ein vergnüglicher Ritt durch die Unternehmensgeschichte, an der die den größten Spaß haben, die genau wissen, wo die Autoren harte Fakten zitieren und wo sie frei fabulieren.

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