Als „iTV“ hatte Steve Jobs sie schon im September 2006 angekündigt, der offizielle Name von Apples Multimediabox lautet seit der Macworld Expo „AppleTV“. Bei der flachen Set-Top-Box handelt es sich nicht nur um einen Audio/Video-Streaming-Client, der Fotos, MP3s und Videos über das heimische Netzwerk auf dem Fernseher abspielt. Das beherrscht Apple TV zwar auch, doch über eine integrierte 40 Gigabyte fassende Festplatte speichert das Gerät digitale Inhalte selbst ab, so dass man seinen Mac oder PC nicht einschalten muss, um in den Genuss von Musik oder Filmen zu kommen. Von Anfang an in der Kritik: Apple TV verfügt über kein optisches Laufwerk. Seit Ende Mai ist das Gerät optional auch mit einer 160 GB fassenden Festplatte zu haben. Sämtliche Inhalte von bis zu fünf Macs oder PCs (mit iTunes) lassen sich über die Box wiedergeben. Dazu zählen auch Videos, die man im iTunes Store gekauft hat. Dabei synchronisiert sich Apple TV mit einem Mac und lässt sich von anderen Rechnern aus via Streaming füttern. Der Erfolg von Apple TV ist nicht exakt messbar, Apple hat bis heute keine Verkaufszahlen dazu veröffentlicht. Während jedoch einige Marktbeobachter das Gerät als Ladenhüter abkanzelten, sehen andere Analysten den Erfolg der Box erst noch kommen. Dieser stehe und falle mit iTunes als führendem Anbieter von Video-Downloads. Und hier habe iTunes klar die Nase vorn, wie erst kürzlich die NPD Group festgestellt hat: Der Service von Apple halte einen Anteil von 42 Prozent am Gesamtmarkt, bei Fernsehshows habe iTunes ein Quasimonopol von 99 Prozent trotz Konkurrenz von Wal Mart, Amazon und Microsoft. Viele Geräte müsse Apple gar nicht verkaufen, schließen die Experten, es genüge, mit Hilfe von Apple TV die Kundschaft vom Einkauf bei anderen Downloadservices abzuhalten. Umso schwerer dürfte Apple auf Dauer die Trennung von NBC/Universal belasten: Der Konzern kündigt im August an, den Vertrag mit Apple nicht mehr zu verlängern und seine TV-Shows, die fast 40 Prozent des Angebotes ausmachen, Ende des Jahres zurück zu ziehen. NBC bietet seine Sendungen mittlerweile über den eigenen Dienst Hulu und über Sandisks Fanfare an. Der Markt in Deutschland bleibt anders: Im Januar kündigt Apple an, noch im Jahr 2007 Fernsehshows und Filme über iTunes zu verkaufen, geschehen ist das bisher nicht. Lediglich in Großbritannien können iTunes-Kunden entsprechende Videos beziehen.
Eine weitere flache Flunder feiert auf der Macworld Expo 2007 Premiere: Die neue Basisstation für Airport Extreme. Apple setzt mit IEEE 802.11n draft erneut auf eine neue und schnellere Version des Wi-Fi-Standards, bleibt aber beim seit IEEE 802.11g eingeführten Namen. Die bisherige Basisstation war seit Sommer 2006 nicht mehr erhältlich, eine EU-Umweltschutz-Richtlinie hatte den Verkauf untersagt. Die neue Funktechnik bietet bis zu fünfmal höheren Datendurchsatz – theoretisch: In Deutschland und anderen Ländern der EU bremsen Gesetze den Funk im 5-GHZ-Band aus, die Daten erreichen nur die halbe Geschwindigkeit. Der Standard IEEE 802.11n ist nicht final verabschiedet – erst 2009 soll das Fall sein. Immer mehr Hersteller neben Apple setzen jedoch auf den im Herbst auf Version 2.0 aktualisierten Vorschlag (draft), die finale Fassung dürfte sich nur in Nuancen unterscheiden. Um Kompatibilität muss man sich also keine Sorgen machen, auch nicht die Nutzer älterer Geräte: Die neue Airport Extreme funkt auch mit 802.11g und 802.11b. Kurios: Apples Hardware ist schon seit etwa Mitte 2006 in der Lage, mit 802.11n zu funken, für die nachträgliche Freischaltung per Software-Enabler muss Apple aber aus steuerlichen Gründen rund 2 US-Dollar verlangen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 4 von 58
Nächste Seite











Login über einen Foren Account
Gastposting
Gastbeiträge müssen erst freigeschaltet werden, bevor Sie auf der Seite erscheinen.