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iTunes 12.4 erhält eine neue Oberfläche

17.05.2016 | 14:59 Uhr |

Die neue Version iTunes 12.4 bekommt eine verbesserte und vereinheitlichte Oberfläche, so erhält die Musik-Bibliothek wieder eine feste Seitenleiste.

Zusammen mit OS X 10.11.5 hat Apple eine überarbeitete Version von iTunes herausgebracht, die viele Neuerungen bietet. Mit dem Update korrigiert Apple ebenfalls einige nicht näher benannte Programmfehler, so soll die App laut Nutzerberichten etwa eine bessere Performance bieten. Wichtiger sind aber wohl die Neuerungen an der Oberfläche.

Verfügbar ist die neue Version über den App Store und die Seite www.apple.com/iTunes , Mindestvoraussetzung ist OS X 10.8.5. Eine Windows-Version ist ebenfalls verfügbar.

Neue Seitenleiste

iTunes soll offensichtlich einfacher bedienbar werden, was Apple recht gut gelingt: Bisher navigierte man über kleine  Navigationsbuttons in der Menüleiste zwischen den iTunes-Shops und den eigenen Bibliotheken. Diese wichtige Aufgabe übernimmt nun ein den Nutzer weniger verwirrendes Ausklappmenü. Man hat damit nun ein zentrales Werkzeug um zwischen „Musik“, „Filme“, „TV-Sendungen“ und anderen Bereichen zu wechseln. Über „Menü bearbeiten“ ist es außerdem konfigurierbar, so dass man seine persönliche Auswahl treffen kann. Pfeiltasten neben dem Ausklappmenü ermöglichen wie bei einem Browser das schnelle Wechseln zu den zuletzt genutzten Ansichten.

Wichtigste Neuerung von iTunes 12.4 ist ein neues Navigationsmenü.
Vergrößern Wichtigste Neuerung von iTunes 12.4 ist ein neues Navigationsmenü.

Hat man „Meine Musik“ aufgerufen, sieht man außerdem wie in alten iTunes-Versionen vor Version 12 eine konfigurierbare Seitenleiste für Abspiellisten und Genres. In der Vorversion gab es diese Seitenliste nämlich nur noch in der Ansicht „Wiedergabelisten“, was viele bemängelten. Man kann sie weiterhin ausblenden. Das Ausklappmenü auf der rechten Seite, über das man beispielsweise zwischen Titel und Alben-Ansicht wechseln konnte, fällt dadurch weg. Was in der neuen Seitenleiste leider fehlt, ist der Button für das Erstellen neuer Wiedergabelisten. Dieser war bisher am unteren rechten Rand der Seitenleiste zu finden und wurde von Apple gestrichen.

Neue Menüleistenfunktionen

Viele Neuerungen finden sich in der Menüleiste: So heißt die Menüleiste „Store“ jetzt „Account“ und bietet Zugriff auf Optionen wie „Wunschliste“, „Familieneinkäufe“ und „Künstler auswählen“. Dafür fehlt jetzt unter anderem die Funktion „Genius“. Ebenfalls neu ist ein Menü zwischen „Bearbeiten“ und „Darstellung“: Es ändert beim Wechsel der Medienart den Namen und heißt dann „Titel“, „Filme“ bzw. Podcast. Hier findet man Funktionen, die bisher nur per Kontextmenü zur Verfügung standen wie „Wertung“, „Nächster Titel“ und weitere Funktionen.

"Store" heißt jetzt "Account".
Vergrößern "Store" heißt jetzt "Account".

Entschlackt hat Apple auch die Kategorien in der Menüleiste: Wählt man die Anzeige der Filme, sieht man statt fünf Rubriken nur noch drei.

Kontextmenüs vereinfacht

Bisher bot iTunes zwei verschiedene Kontextmenüs, je nachdem man mit rechter Maustaste auf einen Titel klickte oder auf die drei Punkte neben einem Eintrag drückte. Bei beiden Aktionen sieht man jetzt die gleichen Optionen. Allerdings hat sich Apple für die einfachere der beiden Varianten entschieden.

Apple hat die Kontextmenüs vereinheitlicht.
Vergrößern Apple hat die Kontextmenüs vereinheitlicht.

Leider ist es dadurch etwas umständlicher, neue Abspiellisten anzulegen oder Cover zu importieren. Allgemein müssen Profis auf einige liebgewordene Spezial-Funktionen verzichten, so hat Apple in der Menüleiste und Kontextmenü ebenso die Option „Zum aktuellen Titel“ gestrichen. Über den Tastenbefehl „Befehlstaste/L“ kann man aber immer noch zum Listeneintrag des aktuell laufenden Titel springen. Allgemein ist außerdem das Anlegen neuer Wiedergabelisten in der neuen iTunes-Version aufwendiger geworden.

Weitere Neuerungen

Zusätzlich hat Apple eine Vielzahl kleiner Details verbessert. Was uns bisher auffiel: In den Voreinstellungen fehlt jetzt der Eintrag für das Synchronisieren mit einem „Apple TV“, der für neue Modelle schließlich nicht mehr nötig ist. Ein optisches Detail: Der Air-Play-Button ist jetzt weiß hinterlegt. Keine neuen Funktionen erhält der Mini Player, aber ein Anwender kann ihn jetzt über einen festen Button in der Menüleisten aufrufen.

Das iTunes-Display hat Apple ebenfalls leicht geändert und den Mini-Player "ausgelagert".
Vergrößern Das iTunes-Display hat Apple ebenfalls leicht geändert und den Mini-Player "ausgelagert".

Die frei gewordene Stelle im iTunes-Display wird dafür durch einen neuen „Shuffle-Button“ für das einmalige oder mehrmalige Wiederholen eines Titels ersetzt. Erstmals kann man außerdem in Musik-Ansicht die Größe der Coverbilder in fünf Stufen variieren – bisher gab es nur drei Größen.

Fazit:

Mit dem Vereinfachen der Oberfläche geht Apple nach unserer Meinung den richtigen Weg – so ist die App nebenbei knapp 40 MB „schlanker“ als die Vorversion und macht einen stabilen und performanten Eindruck. Insgesamt wirkt iTunes auf uns in der aktuellen Version weit durchdachter als die Vorversion. Einsteigern verlieren aber in dem Programm wohl weiterhin schnell den Überblick, dazu ist der Funktionsumfang des kombinierten Players, iOS-Verwalters und Shops-Verwalters einfach zu groß.

Nachtrag :

Ebenfalls neu: Eigene Videos werden in der neuen Version nicht mehr in der Menüleiste unter "Videos" aufgelistet. Man kann aber eigene Videos problemlos weiter importieren und per Apple TV abspielen. Verwaltet werden sie über den iTunes-Ordner Home Videos. Das Auflisten der Videos ist aber nur noch über die neue Seitenleiste möglich. Die Videos erscheinen hier unter "Eigene Videos". Man kann sie außerdem über die Suchfunktion oder eine Abspielliste aufrufen.

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