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iTunes 7.4: Mehr als nur Klingeltöne

07.09.2007 | 10:47 Uhr |

Mit den zahlreichen neuen iPods hat Apple gestern auch eine neue Version 7.4 der Medienverwaltung iTunes online gestellt. Die kann auf den ersten Blick vor allem Klingeltöne fürs iPhone generieren und ist darüber hinaus die Voraussetzung für die neuen iPod-Modelle. Doch im Detail stecken weitere Neuerungen: Unter anderem haben die Entwickler eine Sicherheitslücke geschlossen - alleine deshalb sollte man die Aktualisierung installieren.

Für Besitzer neuer iPods Pflicht

iTunes 7.4 erscheint gemeinsam mit drei neuen und neu aufgelegten iPod-Modellen, für die nahtlose Zusammenarbeit mit ihnen ist das Update in erster Linie auch gedacht. Besitzer eine iPod touch stellen damit die Zusammenarbeit mit dem iTunes WiFi Music Store her - schließlich sollen übers WLAN gekaufte Titel und Alben beim Anschluss des Geräts an den Mac auch darauf übertragen werden. Ausschließlich an amerikanische iPhone-Besitzer richtet sich bislang die Möglichkeit, für 99 US-Cent Klingeltöne einzukaufen. Die etwas verwirrende Voraussetzung für den Kauf ist außerdem, dass ein Anwender zuvor bereits den Titel für iTunes erstanden hat. Ob die Anwender das mitmachen werden? Des weiteren enthält iTunes 7.4 die Firmware der neuen iPods und kann sie im Bedarfsfall neu aufspielen, auch die Icons der seit gestern aktuellen Modellreihen zeigt sie an.  

Mehr Sicherheit

Doch auch, wer einen nun obsoleten iPod besitzt oder seine Musik ausschließlich auf seinem Mac anhört, sollte die Aktualisierung auf iTunes 7.4 vornehmen. In einem Dokument auf Apple.com ist zu lesen: Die neue Version schließt auch eine Sicherheitslücke. Im schlimmsten Fall könnten Angreifer über eine zuvor präparierte Musik-Datei einen Pufferüberlauf auslösen und so schädlichen Code ausführen.  

Videos im Fenster - und sonst nichts

Seit der Version 7 spielen Videos für die Medienverwaltung iTunes eine zunehmend wichtige Rolle. Das lässt sich nun auch sehen. Apple hat eine neue Ansicht für die Wiedergabe bewegter Bilder hinzugefügt: Sie lassen sich jetzt nicht nur in der linken unteren Ecke, im separaten Fenster und im Vollbildmodus anzeigen, sondern auch im Hauptfenster der Software - dort verdrängen sie dann bis auf die Menü- und die Statusleiste alle anderen Informationen. Einstellen lässt sich diese Option im Einstellungsmenü im Reiter Wiedergabe.  

Sterne für die Alben

Schließlich hat iTunes auch bei der Bewertungsfunktion nachgelegt. Erstmals lassen sich nun ganze Alben pauschal bewerten und nicht mehr nur einzelne Titel - die Skala reicht wie gehabt von einem bis hin zu fünf Sternen. Um die neue Funktion zur Verfügung zu haben, muss man die nach Alben gegliederte Darstellung wählen: Dazu klickt man mit der Maus auf die mittlere Tablette neben dem Suchfenster. Unterhalb des Covers eines jeden Albums steht dann je eine Sterne-Leiste bereit, über die man die pauschale Bewertung vornimmt. So einfach das klingt, so komplex sind dann aber die Auswirkungen: Bereits vorgenommene Wertungen der Einzeltitel behält iTunes bei, auch im Nachhinein lassen sich noch Einzelwertungen vornehmen. iTunes stellt vom Album übernommene Wertungen und von Hand eingegebene verschieden dar: Erstere bekommen gefüllte Sterne, weiße Sterne mit grauem Rand stehen für die Pauschalwertung der Alben. Hat man ein Album nicht pauschal bewertet, sondern lediglich Einzelwertungen vorgenommen, zeigt die Albenwertung einen Durschnittswert an - Titel ohne Stern werden darin nicht einbezogen. Beim späteren Sortieren der Einzeltitel nach Sternen und beim Anlegen von intelligenten Wiedergabelisten kennt die Software keinen Unterschied zwischen Alben- und Einzelwertungen. Doch was ist dann der Sinn der neuen Funktion? Der liegt anscheinend darin, dass der Anwender beim Anlegen von intelligenten Playlisten mehr Optionen hat - sofern er die Sterne auch fleißig vergibt. Denkbar wäre etwa eine Wiedergabeliste, die nur die besten Titel aller Lieblingsalben enthält.  

Achtung, iPhone-Besitzer

Ob die Aktualisierung der Software bei allen Anwendern ohne Schwierigkeiten vor sich gehen wird, lässt sich noch nicht absehen. Uns sind aber noch keine Klagen bekannt. Acht geben müssen allerdings iPhone-Besitzer, die zusätzliche Software auf ihrem Gerät installiert haben. Bekanntlich unterstützt Apple diese Funktion nicht und so verwundert es kaum, dass iTunes 7.4 manche mühsam vorgenommene Veränderung wieder entfernt. Pper Hack hochgeladene Klingeltöne entfernt die Apple-Software beispielsweise rigoros. Dafür fügt sie aber auch neue Funktionen hinzu, die übers kostenpflichtige Klingeln hinausgehen: Etwa können iPhone-Besitzer nun auswählen, in welcher Gruppe des Adressbuches am Mac neue Einträge landen, die man auf dem iPhone erstellt hat. iTunes 7.4 setzt mindestens Mac OS X 10.4.7 voraus. Der Download erfolgt entweder direkt bei Apple oder über die Softwareaktualisierung und ist rund 50 Megabyte groß. Der erste Start erfordert Geduld: Die Software aktualisiert zunächst die Mediathek, bei vielen eingepflegten Titeln kann das einige Sekunden dauern.

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