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iTunes 7 spielt fair beim digitalen Rechtemanagement

21.09.2006 | 13:35 Uhr |

Apple als größter Online-Musikanbieter hat sich in den vergangenen Monaten der Kritik in mehreren europäischen Ländern stellen müssen. Verbraucherschützer und Politiker haben nach mehr Interoperabilität gerufen und die Koppelung des Kopierschutzes FairPlay an den iPod gerügt. Mit dem auf dem Special Event vergangene Woche vorgestellten iTunes 7 beweist Apple, wie einfach es ist, im iTunes Store gekaufte Musik - ganz legal - auf nahezu jeden MP3-Player zu bringen: Kopierschutz knacken auf Hausfrauenart.

iTunes 7 Coverflow
Vergrößern iTunes 7 Coverflow

Es ist pure Spekulation, ob Apple auf die Kritik insbesondere der französischen Regierung reagiert hat und deswegen das neue iTunes mit einigen Features ausrüstet, die das Entfernen des Kopierschutzes bei hohem Komfort ermöglicht. Umstritten ist der Einsatz spezieller Software, die den Kopierschutz einfach entfernt: Bis zum Erscheinen der Vorversion iTunes 6 konnte das Tool JHymn auf dem Mac das Rechtemanagement aus den gekauften Songs entfernen. Zwar betonen die Macher dieser Software, dass es ihnen bloß darum gehe, online gekaufte Musik auch auf anderen Playern wie MP3-Handys zu Gehör zu bringen, doch widerspricht der Einsatz solcher Tools den Lizenzbestimmungen, denen jeder iTunes-Kunde bei der Installation zustimmt. Aktuell haben Windows-Anwender die rechtlich bedenkliche Möglichkeit , ihre gekaufte Online-Musik vom Kopierschutz zu befreien, sowohl vom FairPlay- als auch vom Winows-Media-DRM. Eine andere Möglichkeit besteht in der Re-Digitalisierung des Audio-Signals in Echtzeit entweder über ein angeschlossenes Aufnahme- und Abspielgerät oder ein Audio-Tool wie AudioHijack, das die Tonsignale eines Programms "kapert" und als AIFF-Datei auf dem Rechner speichert. Beide Verfahren sind mühselig, da man mit großen unkomprimierten Dateien arbeiten, aus einem Album die einzelnen Tracks herausschneiden und letztlich diese Dateien erneut in ein Format wie MP3 oder AAC kodieren muss. Größter Nachteil ist: Sämtliche Meta-Daten gehen verloren, Titel- und Albumname, Interpret und Cover müssen händisch nachgetragen werden in iTunes.

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