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iTunes Music Store vorerst nur in den USA - iTunes 4, AAC-Unterstützung und drei neue iPods

29.04.2003 | 08:00 Uhr |

Wie erwartet hat Apple gestern Abend seinen Online-Musikservice gestartet. Der iPod kommt in drei neuen Kapazitäten und mit neuen Funktionen.

In Zusammenarbeit mit den fünf großen Labels bietet Apple rund 200.000 Musikstücke zum Download an. Die Musikliebhaber alle einzeln erwerben können, ohne Abogebühren entrichten zu müssen. Für jeden Song stellt Apple eine 30sekündige Vorschau in das Netz, die man kostenlos durchstöbern kann. Download und Bezahlung wickelt Apple mit dem von Amazon lizensierten und bereits im Apple Store eingesetzten One-Click-Verfahren ab. Uneingeschränkt lassen sich die aus dem Netz gezogenen Stücke, die jeweils 99 Cent kosten, auf CD brennen, ein Kopierschutz setzt jedoch Grenzen, die Playlist werden nach jeweils zehn Brennvorgängen ungültig. Die Sicherung erlaubt auch die Verwendung der Stücke auf maximal drei Rechnern, jedoch auf einer unbegrenzten Anzahl von iPods. Dem Anwender ist es jedoch vollkommen freigestellt, seine im iTunes Music Store erworbenen Stücke in den iLife-Applikationen etwa als Soundtrack einzusetzen.Viele der bei Apple angebotenen Stücke bekomme man nirgend wo anders im Internet zu legalen Konditionen. Exklusiv vertreibt der iTunes Music Store etwa Musik von U2 und Bob Dylan. Neben Musik bietet der Store auch Wortbeiträge an, die Suchfunktion zeigt in ihren Ergebnislisten auch mehrere Fassungen eines Songs auf. Der große Nachteil des iTunes Music Store: Zur Abrechnung setzt Apple eine gültige Kreditkarte und eine Rechnungsadresse in den USA voraus.

Napster habe gezeigt, das das Internet ideal geeignet ist, digitale Musik  zu verbreiten, betonte Steve Jobs in seiner Präsentation. Dabei dürfe man jedoch nicht außer Augen lassen, dass bloßes Kopieren von Inhalten illegal sei, wie zur Betonung benutzte Jobs den deutschen Ausdruck "verboten". Der Mac sei jedoch wunderbar dazu geeignet, um digitale Musik in seinern legalen Formen zu sammeln. In iTunes 4 hat Apple nun die im letzten Juli bereits demonstrierte Rendezvous-Lösung eingebaut. Sobald ein Rechner mit einer iTunes-Bibliothek sich in ein Netz einklinkt, können andere Anwender Musik via Streaming von diesem beziehen. Kopien von einem Rechner zum anderen sind mit dieser Technologie nicht vorgesehen. ITunes 4 dienst dabei nicht mehr als bloße Jukebox, die Einkäufe im Store lassen sich direkt aus der Software tätigen, die auch Viedeostreams abspielt.

Apple setzt nicht nur mehr auf MP3. Die den neuen Musikdienst begleitende Jukeboxsoftware iTunes 4 unterstützt das Format AAC (Advance Audio Coding). CEO Steve Jobs sieht in AAC den neuen "State of the Art" Standard, der wesentlich besser klinge als MP3. AAC ist eine auf MPEG-4 basierende Weiterentwicklung von MP3, die Digital Rights Management (DRM) unterstützt.

Die dritte Generation von iPods speichert bis zu 7.500 Songs im Format AAC auf Festplatte
Vergrößern Die dritte Generation von iPods speichert bis zu 7.500 Songs im Format AAC auf Festplatte
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Mit dem Start des iTunes Music Store hat Apple seinen Musikplayer iPod überarbeitet. Das Gerät spielt nun auch AAC-codierte Dateien ab und bietet dem Anwender die Möglichkeit, das Bedienmenü seinen Bedürfnissen anzupassen. So sind bestimmte Features wie der Wecker oder die neuen on-the-go-Playlists, die sich auf dem iPod erstellen lassen, wahlweise ausblendbar. Der Firewire-Anschluss des iPod ist auf die Unterseite des Gehäuses gewandert. Die Bedienung erfolgt nicht mehr nur über das Scrollrad, das keine beweglichen Teile mehr aufweist, sondern auch über zusätzliche Bedientasten. Apple liefert den iPod jetzt mit einer Docking-Station aus, die man an die Stereoanlage anschließen kann und die zugleich als Ladegerät dient. Für Windows und Mac-OS braucht es jetzt keine unterschiedlichen Geräte mehr, wer den iPod zu mehr als nur Musik hören benutzen will, bekommt die beiden Spiele Parachute und Solitaire mitgeliefert.Die dritte Generation des iPod kommt hat die Kapazitäten 10 GB, 15 GB und 30 GB in den USA kosten die MP3-Player exklusive Mehrwertsteuer 299, 399 und 499 Dollar. In Deutschland kosten die Player inklusive Mehrwertsteuer 399 Euro, 499 Euro und 599 Euro. pm

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