1011153

iTunes Store: Wasserzeichen statt DRM

13.01.2009 | 11:40 Uhr |

Beinahe alle Songs im iTunes Store sind jetzt ohne DRM. Schutzmaßnahmen gibt es aber dennoch. In einem Wasserzeichen speichert Apple persönliche Daten des Käufers. Wir zeigen was Apple speichert und wie man die Informationen entfernt.

iTunes Plus 2009
Vergrößern iTunes Plus 2009

Nach langen Verhandlungen mit der Musikindustrie hat Apple das DRM-System Fairplay abgeschafft. Auf der Macworld Expo hat Phil verkündet, dass in Kürze alle Songs im iTunes Store ohne DRM zu haben sind. Eines verschweigt Apple jedoch: Die persönlichen Daten des Käufers werden in den Dateien gespeichert. Anders als bei tatsächlich "freien" Dateien kann Apple ein Musikstück zum Käufer zurückverfolgen.

Apple speichert Name des Käufers, Kaufdatum und die E-Mailadresse, beziehungsweise den iTunes-Nutzernamen in der Datei. Gelangt solch eine Musikdatei in eine Tauschbörse, könnte Apple leicht den ursprünglichen Käufer ausfindig machen. Deshalb ist davon abzuraten, Dateien aus iTunes Plus mit Freunden zu tauschen, auch wenn dies jetzt technisch möglich ist. Apple selbst gibt keine Auskunft über die Wasserzeichen-Technik. Eine entsprechende Anfrage an die US-Pressestelle bleibt unbeantwortet.

Im Texteditor zeigt sich, wo die Informationen in der Datei versteckt sind
Vergrößern Im Texteditor zeigt sich, wo die Informationen in der Datei versteckt sind

Man kann sich die Informationen leicht anzeigen lassen, indem man in iTunes die "Informationen" zu dem Lied aufruft. Unter "Übersicht" stehen die Daten in der rechten Spalte: "Gekauft von", "Account-Name" und "Kaufdatum". Öffnet man die Audiodatei mit einem Texteditor, findet man die Daten hier im Klartext am Anfang und Ende der Datei, wenn man beispielsweise nach der E-Mailadresse sucht.

Die persönlichen Informationen löschen

Wandelt man die Datei mit iTunes um, sind die Nutzerinformationen verschwunden
Vergrößern Wandelt man die Datei mit iTunes um, sind die Nutzerinformationen verschwunden

Es gibt jedoch einfache Methoden, mit denen man die persönlichen Daten aus den Musikstücken entfernen kann. Apple verwendet demAnschein nach eine sehr einfache Variante des Wasserzeichens. Die Daten werden lediglich als versteckte Tags gespeichert. Eine Umwandlung überstehen die Informationen offenbar nicht. Es reicht also, in iTunes beispielsweise "AAC Version erstellen" (je nach Importeinstellungen) auszuwählen. iTunes konvertiert die Datei anschließend erneut und die Tags mit den Kontodaten sind verschwunden. Weder in iTunes noch im Texteditor sind sie jetzt noch zu sehen. Leider sorgt die zusätzliche Umwandlung für Qualitätsverlust.

Lesen Sie auf der nächsten Seite , warum man trotz gelöschter Tags nicht sicher ist

0 Kommentare zu diesem Artikel
1011153