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iTunes-Preisstreit: Analyst sieht Apple beschädigt

03.09.2007 | 13:28 Uhr |

Apples Entscheidung, sich auf keinen Preisstreit mit dem Fernsehsender NBC einzulassen und TV-Shows des Kanals aus dem Angebot des iTunes Store zu entfernen, beschädigt nach Analystenmeinung eher Apple als NBC.

Laut James McQuivey von Forester Research zeige der Vorfall, wie schlecht sich das Videoangebot im Vergleich zur Musik im iTunes Store mache. "Es zeigt, wie dürftig und unbeeinflussbar der Videobereich von iTunes ist." Nur wenige Major-Musiklabels hingegen könnten sich den Rückzug leisten, da iTunes den digitalen Musikmarkt beherrsche. Im gerade erst entstehenden Videodownloadmarkt würden sich die Medienfirmen gegen einen zu großen Einfluss Apples wehren. Insgesamt sieht McQuivey den Videomarkt bei 300 Millionen US-Dollar Umsatz in diesem Jahr, iTunes würde dabei den größten Anteil einnehmen. Allein aus den nun zurückgezogenen TV-Shows von NBC hätten 60 Millionen US-Dollar generiert. Für NBC bedeute der Umsatzverlust nicht viel, wenn es dem Fernsehsender gleichzeitig gelinge, das Quasi-Monopol Apple zu untergraben. NBC baut auf seiner Website eine Plattform auf, über die Fernsehsendungen kostenlos zu sehen sind, von Werbung finanziert. McQuivey rechnet mit Umsätzen von hunderten Millionen US-Dollar schon in wenigen Jahren, die NBC auf diese Weise nicht mit Apple teilen müsse.

Apple müsse den Rückzug von NBC jedoch als Rückschlag begreifen, Videoprodukte wie Apple TV, das iPhone oder der Video-iPod verlören an Attraktivität. Andere Anbieter würden zudem in Zukunft Apple weiter unter Druck setzen und variable Preise für ihre Angebote verlangen.

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