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Ausprobiert: iTunes Radio

14.06.2013 | 13:58 Uhr |

iTunes Radio ist vorerst nur in den USA verfügbar. Wir haben den Dienst schon jetzt ausprobiert und können es kaum abwarten, bis er auch in Deutschland verfügbar ist

Auf der WWDC 2013 hat Apple einen neuen kostenlosen Internetradiodienst namens iTunes Radio vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein personalisiertes Internet-Radio. Zwar gibt es iTunes Radio erst ab Herbst 2013 und steht vorerst nur US-Anwendern zur Verfügung, wir haben den Radiodienst jedoch schon vorab ausprobiert.  

Beim Öffnen der Musik-App im Menü „Radio“ bekommt der Nutzer Sender vorgeschlagen, die aus der Musikrichtung zusammengesetzt sind, von denen er bereits Musiktitel besitzt beziehungsweise die er schon einmal bei iTunes gehört hat. Ähnliches kennt man schon von Genius, bei der sich die Vorschläge aus den gekauften Titeln zusammensetzen. Die Sender sind nach bestimmten Genres wie Klassik, Indie Rock, Dance oder Pop unterteilt. iTunes Radio umfasst über 200 Sender und unterstützt den gesamten Musikkatalog aus dem iTunes Store. Der Nutzer kann sich daraus seine Lieblingssender zusammenstellen.

Wie iTunes Radio funktioniert, sehen Sie in der Bildergalerie.

 

So funktioniert iTunes Radio

Das Abspielen der einzelnen Musiktitel funktioniert ähnlich wie in der Musik-App. Gefällt ein Titel nicht können Sie ihn überspringen. Das ist jedoch höchstens sechsmal hintereinander möglich. Wenn Sie einen Titel das siebte Mal überspringen möchten, bleibt die Skip-Funktion gesperrt. Das Feature können Sie jedoch dadurch wieder reaktivieren, indem Sie einfach zu einem anderen Sender wechseln, dort einen Titel kurz starten und dann wieder zurück zum Ursprungssender gehen.
 
Nun können Sie nach Lust und Laune Musikhören. Die Titel lassen sich stoppen und nach Belieben fortsetzen. Gefällt Ihnen der Musiktitel, können Sie mit einem Tipp auf das Sternsymbol iTunes Radio sagen, dass es mehr solche Musik spielen soll oder ihn zu Ihrer iTunes-Wunschliste hinzufügen. Bei Nichtgefallen spielt der Radiodienst das Musikstück nie wieder.
 
 Siri ist in dem neuen Radio-Dienst ebenfalls integriert. iTunes Radio lässt sich per Spracheingabe steuern. Der Nutzer kann mit „Wer spielt diesen Song?“ nach dem Künstler fragen, oder mit „Spiele Jazz Radio“ einen Sender starten.  Es ist auch möglich, per Sprachbefehl einen Song anzuhalten oder zu überspringen. In unserem Test hat das gut funktioniert.

Besonders praktisch ist die Verlaufsanzeige, die sämtliche Titel aus allen Sendern anzeigt, die man sich bereits angehört hat. Allerdings sind hier nur noch Hörproben möglich, in voller Länge lässt sich der Titel allerdings nicht mehr abspielen.
 
Wir waren mit den Musikangeboten von iTunes Radio zufrieden – die Songs, die uns der Radiodienst vorschlug, entsprachen unseren Vorlieben und unserem Musikgeschmack. Nach ungefähr vier Titeln kommt eine kurze Werbeunterbrechung, die unter anderem auf andere Musikalben hinweist.
 
Apple setzt nicht zuletzt deshalb auf Musik-Streaming, weil durch das Streamen die Verkäufe im iTunes Store angekurbelt werden sollen. Selbstverständlich lassen sich alle Songs, die man gerade über iTunes Radio hört, auf Knopfdruck kaufen. Bei jedem Titel, den man gerade hört, befindet sich rechts oben ein roter Button mit der Preisangabe. 
 
Das Gerücht, Apple könnte einen eigenen Online-Radiodienst starten kam auf, als im Frühjahr 2013 einige Hacker beim Jailbreak von iOS 6.1 in den Systemdateien der Musik-App spezielle Icons gefunden haben, die wie ein Sendemast mit Funkwellen aussahen . Der Markteintritt von „iRadio“, wie die Medien diesen Musikdienst nannten, zog sich deshalb in die Länge, weil Apple sich noch in Verhandlungen mit den großen Plattenfirmen befunden hat. Nachdem neben Universal und Warner nun auch Sony mit im Boot war, konnte der Startschuss für iTunes Radio fallen. Sony hat unter anderem die Rechte an Songs von Michael Jackson, Lady Gaga oder den Beatles.
 
Wir dürfen nun gespannt sein, ob und wann iTunes Radio auch in Deutschland zur Verfügung steht und ob die GEMA zusätzliche Gebühren verlangt.
 

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