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iTunes-Radio per Handkurbel?

10.04.2001 | 00:00 Uhr |

Finanzielle Schwierigkeiten brachten 3Com dazu, das Internet-Unternehmen Kerbango aufzugeben. Wie iTunes in Zukunft die Adressen von MP3-Radiosendern erhalten soll, steht in den Sternen.

Acht Monate nach der Übernahme von Kerbango gibt 3Com das Internet-Unternehmen auf. Der Netzwerkriese, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt, schließt seinen Geschäftsbereich Internet Appliances und damit auch Kerbango. Für Mac-Anwender wirft sich die Frage auf, ob der Kerbango Tuning Service (KTS), der Apples Musikprogramm iTunes die Adressen von MP3-Radiosendern übermittelt, auch weiterhin funktioniert. Apple Deutschland beantwortete unsere Nachfragen bislang noch nicht.

Der iTunes-Radioempfang ist jedenfalls nicht auf KTS angewiesen. Um einen Internet-Sender einzustellen, muss man seinem Browser iTunes als Hilfsprogramm für MP3-Streams (Dateinamenendungen .m3u, .rmp und .pls) vorgeben. Jetzt genügt ein Klick auf die URL eines solchen Radioprogramms, dann startet iTunes die Übertragung und nimmt die Adresse in die Library auf. Aus mehreren solcher Adressen kann man sich dann seine eigene Sender/Playlist zusammenstellen.

Die drei Gründer von Kerbango sind Apple-Veteranen. Jon Fitch leitete die Power-Mac-Hardwareentwicklung, Jim Gable hatte beim Mac-Hersteller den Posten des Vizepräsidenten für Software-Produktmarketing inne und Carl Hewitt zählte zu den ROM-Programmierern für die ersten Power Macs.

In den Blickpunkt geriet Kerbango, als die Firma ein PC-unabhängiges Internet-Radio vorstellte ( macwelt.de berichtete ). 3Com qualifizierte das Gerät, das bis dato nur in den USA verkauft worden ist, als passend für das Produktportfolio seiner Appliances-Sparte und bezahlte im August 2000 80 Millionen Dollar für die Firma mit dem aus einem von Scientology-Gründer Hubbard verfassten Roman entlehnten Namen. lf

Info: Kerbango, Internet www.kerbango.com

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