Von Halyna Kubiv - 17.06.2011, 10:47

iTunes Store

Analyst: Apples App-Umsätze überholen Musik-Umsätze in drei Jahren

App-Entwickler verdienen bald mehr als Musiker im iTunes Store, meint der Analyst Horace Dediu
Horace Dediu, der Analyst bei Asymco, prognostiziert, dass Apples Umsätze durch App-Verkäufe in drei Jahren die Umsätze durch Musikverkauf im iTunes Store deutlich übersteigen. Freilich, solche weitgehenden Prognosen beinhalten ein gutes Stück von Glaskugel-Beschau, Dediu hat dafür aber konkrete Zahlen aus dem iTunes Store und Apples letzten Quartalsberichten verwendet. So hat Steve Jobs zum Beispiel auf WWDC 2011 erwähnt, dass Apple zirka 2,5 Millionen US-Dollar an App-Entwickler seit dem Start des App Store ausgezahlt hat.

Die Gesamtsumme an Monatsverkäufen von Apps und Musiktiteln beträgt zur Zeit erstaunliche 665 Millionen US-Dollar. Die App-Verkaufsraten steigen aber deutlich steiler als die Verkaufsraten von Musiktiteln im iTunes Store. Wenn der Trend andauert, werden die Apps in drei Jahren mehr verkauft als Musik. Die Downloadzahlen pro Gerät pro Monat bestätigen diese Prognose. Zur Zeit steigt die Downloadrate der Apps stark und beträgt 6 Apps pro Monat pro iOS-Gerät.
Jeder iTunes Account zählt momentan im Schnitt 67 Musik-Downloads und 62 App, so Dediu. Software-Angebot im Store hat den Paritätsstatus mit Musikkonsum nach erst drei Jahren erreicht, wobei Apple Musik zum Download schon seit 2003 anbietet. Mac App Store ist in diesen Berechnungen vorerst außer Acht gelassen. Lion gibt es offiziell erst in einem Monat und Mac App Store wird sicherlich zu einer zusätzlichen Verkaufsplattform für die Software. Dazu sind die Anwendungen aus dem Mac App Store um einige Male teurer als iOS-Apps.
Alles in allem, wenn man die rasant steigende Zahlen im iTunes Store betrachtet sowie die neuen Angebote wie iBookstore, Filme, Sendungen und Magazine einbezieht, wird der Wandel Apples von reinem Hardware- und Softwarehersteller zum Contentanbieter deutlich. Die steigende Auswahl an Inhalten, mit denen man das eigene iPhone füttern kann, ist im weitesten Sinne als Marketingmaßname zu verstehen. Erst ein ausgebautes Ökosystem macht ein Smartphone für durchschnittliche Nutzer attraktiv. Die technischen Charakteristika und Preis mögen im Business-Bereich eine entscheidende Rolle spielen. Wie man am Beispiel von RIM und Blackberry sieht, können witzige wütende Vögel den Nutzer für das Gerät umbestimmen, das eben das angesagte Spiel bringt.
Info: Asymco
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