924305

iTunes vs. Connect

19.07.2004 | 15:24 Uhr |

Auch Sony bietet mit Connect ein kombiniertes Angebot aus Hardware- und Musikshop - ein kurzer Vergleich der beiden Angebote

Der iPod-Boom erinnert ein wenig an die Anfangszeit des Walkman von Sony. Seit dem Riesenerfolg in den achtziger Jahren hatte Sony immer neue und bessere Abspielgeräte im Angebot, keines der jüngsten Geräte konnte aber bisher den Kultstatus von Apples iPod erreichen. Seit kurzem hat Sony jetzt als einziger Apple-Konkurrent nicht nur eine umfangreiche Geräte-Palette im Angebot sondern auch einen eigenen Shop - Connect. Auch Sony lehnt übrigens den Microsoft-Codec WMA ab und setzt auf das Eigen-Format Atrac3. Mit seiner langjährigen Hifi-Erfahrung sollte Sony doch eigentlich leichtes Spiel mit dem Audio-Newcomer Apple haben?

Die Software

Seit kurzem ist auch in Europa der Musicstore von Sony zugänglich. Für einen Blick auf Sonys Musik-Shop müssen wir allerdings an einen Windows-Rechner wechseln, für Mac-OS gibt es keine Zugangssoftware. Ähnlich wie der iTunes Music Store benötigt man für den Musikkauf ein eigenes Zugangs-, Kauf- und Brennprogramm. Bei Sony heißt dieser iTunes-Konkurrent Sonic Stage, wobei die Brennsoftware von Sonic Solutions stammt. Funktionen und Bedienung ähneln iTunes, nur ist die Oberfläche mit typischen Flash-Stilmitteln gestaltet. Jeder iTunes-Nutzer sollte sich aber sofort zurechtfinden. Trotzdem wirkt die Oberfläche weit unübersichtlicher als bei iTunes. Wie Nutzerberichte zeigen, stieß die Sony-Software bisher aber auf recht wenig Begeisterung.

Der Shop

Ein schneller Blick in die Bestände der Musik-Shops: Wir beschränken uns dabei auf die Alben-Top-Ten von WOM, sind Alben doch immer noch die begehrteste Form des Musikkaufs. Alle zehn Top-Ten Hits gibt es aber in keinem der beiden Shops. Überraschend: Im Sony-Store gibt es nur eines der zehn Top-Ten-Alben - The Cure von The Cure.
Viel besser ist das Alben-Angebot im iTunes-Store. Aber auch hier fehlen fünf der von WOM als Top Ten verkündeten Long-Player: Noiz von den Söhnen Mannheims, Once von Nightwish, Du von Andrea Berg und Burli von Sportfreunde Stiller. Trotz einiger Unkenrufe kurz nach der Shoperöffnung bietet Apple ein recht umfangreiches Angebot - trotzdem findet man derzeit ein aktuelles Album bei Karstadt oder beim Müllermarkt wahrscheinlich schneller. Abgesehen von einer sehr restriktiven Kopierschutzpolitik ist das Sony-Angebot aber auch teuer. Ein Song kostet im Schnitt 1,49 Euro, ein komplettes Album oft 14,99 Euro. Sony will offenbar mit seinem Angebot ernsthaft Geld verdienen, schließlich erwartet die Musiksparte von Sony akzeptable Gewinne. Apples Musicstore soll dagegen vor allem seine iPod-Verkäufe stützen. Bei Song-Preisen von 0,99 US-Dollar macht Apple nämlich recht wenig Gewinn: Pro 100 Millionen verkauften Songs (und etwa zwanzig Cent Gewinn pro Song) macht der iTMS vielleicht 20 Millionen US-Dollar Gewinn. Detaillierte Zahlen hat Apple bislang nicht genannt, CFO Peter Oppenheimer nannte den iTunes Music Store auf Apples jüngster Bilanzpressekonferenz "profitabel"

0 Kommentare zu diesem Artikel
924305