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Bestandsaufnahme LTE

12.09.2012 | 14:54 Uhr |

Den UMTS-Nachfolger LTE gibt es ab sofort auch im neuen iPhone. Wir haben Besonderheiten, Netzabdeckung und Tarife zusammengestellt.

Endlich ist es soweit: Mit dem neuen iPhone können nun auch die Nutzer in Europa den Mobilfunkstandard der vierten Generation nutzen. Das iPhone ist damit das erste Smartphone mit einem globalen LTE-Chip. Nokia und Samsung haben zwar bereits entsprechende Smartphones angekündigt, sie sind jedoch bisher noch nicht auf dem Markt erhältlich.

Das iPhone 5 wird laut Apple nur von der Telekom im LTE-Netz unterstützt. Die Information hat der Konzern zwar ziemlich umständlich auf einer Unterseite im Web versteckt, aber wie es aussieht, wird LTE in Deutschland nur auf dem 1800 Megahertz-Bereich zur Verfügung stehen, den ausschließlich die Deutsche Telekom in den Städten Bonn, Hamburg, Leipzig, München, Köln und Frankfurt verwendet.

Das iPad der dritten Generation unterstützt zwar bereits LTE, allerdings nur in den Frequenzbereichen 700 und 2100 MHz für USA und Kanada.

LTE steht für Long Term Evolution und ermöglicht Datenübertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Beim Upload sind Geschwindigkeiten von bis zu 30 Megabit pro Sekunde möglich. Zum Vergleich: UMTS schafft mit dem Datenbeschleuniger HSDPA unter idealen Bedingungen gerade mal 7,2 Megabit pro Sekunde. Je nach Kategorie und Modulationsverfahren können es auch schonmal bis zu 20 Mbit/s sein. Das ist jedoch auf die Großstädte beschränkt.  Die Telekom verspricht zwar im LTE-Netz Datenübertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde, in der Praxis dürfte es aber nicht ganz so schnell sein.

Infografik: So funktioniert LTE
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© Telekom

LTE ist der Nachfolgestandard von UMTS und basiert auf dessen Grundschema. Das hat den Vorteil, dass es bereits vorhandene Funkmasten nutzen kann. Mit LTE können iPhone-Nutzer theoretisch HD-Videos über das Smartphone anschauen, HD-Radio hören und ruckelfreie Videotelefonate führen.  

Auf das Frequenzband kommt es an

Die hohe Surfgeschwindigkeit hat jedoch ihren Preis und wird wohl zu Lasten der Akkulaufzeit des neuen iPhones gehen. Wie hoch die Datenübertragungsraten in der Praxis wirklich sind, bleibt abzuwarten. In Deutschland funktioniert LTE unter den Frequenzbändern 800 MHz, 1800 MHz und 2600 MHz. Bei der Versteigerung der 800er-Frequenzbänder haben sich sowohl die Deutsche Telekom, Vodafone als auch O2 Anteile gesichert. E-Plus ging leer aus. Lediglich beim 2600 MHZ-Frequenzband sicherte sich E-Plus einen kleinen Anteil, wohingegen Telekom, Vodafone und O2 den Löwenanteil ausmachen. Die Deutsche Telekom benutzt außerdem noch das 1800 MHz-Band.

LTE-Surfstick bei O2
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© Telefonica

Das 800 MHz-Frequenzband kommt vorwiegend in den ländlichen Gebieten zum Einsatz. Das Frequenzband konnte durch die Umstellung auf DVB-T genutzt werden, da das ehemalige UHF-Band freigeworden war. Der Ausbau von LTE in den ländlichen Gebieten hatte bei den Mobilfunkprovidern bisher Vorrang, da der Ausbau von Breitbandinternet in den Gegenden, in denen kein DSL zur Verfügung steht, von der Bundesregierung gefördert wurde.

Laut Bitkom ist der Ausbau des LTE-Netzes für Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein nahezu abgeschlossen. Nun konzentrieren sich die Provider auf den LTE-Ausbau in den Großstädten. Hier kommt das 2600 MHz beziehungsweise 1800 MHz-Frequenzband zum Einsatz. Die Telekom hat ein LTE-Netz in Bonn, Hamburg, Leipzig, München, Köln und Frankfurt eingerichtet und funkt dort im 1,8 GHz-Bereich. O2 bietet LTE zusätzlich in Nürnberg und Dresden an.

Auf der nächsten Seite haben wir für Sie die LTE-Tarife der Mobilfunkprovider zusammengefasst. Außerdem können Sie die LTE-Netzabdeckung an Ihrem Wohnort überprüfen.

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