Von Florian Matthey - 23.08.2007, 13:00

"Casual Gaming" sorgt für starkes Wachstum des Spiele-Marktes

Auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) im Juni hat Apple die Wichtigkeit des Mac-Spiele-Marktes betont - so durften die EA- und id-Manager Bing Gordon und John Carmack zu Steve Jobs auf die Bühne kommen und ihre aktuellen Spieleprojekte vorstellen.
Auf der diesjährigen Games Convention, die heute morgen in Leipzig startete, zeichnet sich ab, dass der Markt für Computer- und Videospiele noch lange nicht an seine Grenzen gestoßen sind. Einige Entwickler rechnen mit einem Wachstum von fünfzig Prozent in den nächsten vier Jahren. In Deutschland spielen heute bereits 20 Millionen Menschen zumindest gelegentlich Computer- und Videospiele.
Das größte Wachstumspotential sehen Experten im Bereich des "Casual Gamings", seichte Unterhaltung in Spieleform: Kleine, originelle Spiele für den schnellen Spaß zwischendurch. Sony hatte den Markt mit seinen Sing-Star-Karaokespielen und der PlayStation-2-Kamera EyeToy bereits vor einigen Jahren für sich entdeckt, doch erst Nintendo verhalf ihm mit dem Handheld DS und der Spielekonsole Wii wirklich zum Durchbruch. Plötzlich spielen auch solche Zielgruppen, die zuvor weniger Begeisterung für Videospiele zeigten. Gerade in Japan hat das Traditionsunternehmen mit dieser Strategie einen klaren Vorsprung vor Sony und Microsoft, die in erster Linie noch auf klassischere Spiele setzen. Der Spiele-Entwickler und -Vertreiber Ubisoft hofft, mit Casual Gaming ebenfalls hohe Wachtumswerte verzeichnen zu können. Bisher waren die Franzosen vor allem für Action-Spiele wie Agentenserie Rainbow Six bekannt, jetzt möchte Ubisoft mit der Brettspiel-Umsetzung Cranium seine "Games for Everyone"-Strategie ankurbeln. Neben Ubisofts Vorhersage des fünfzigprozentigen Wachstums sieht Electonic Arts schon einen beträchtlichen Teil der Menschheit vor dem PC oder der Spielekonsole sitzen: Im moment gebe es rund 150 Millionen Gamer auf der Welt, so EAs Deutschland-Chef Thomas Zeitner. Aber zwei Milliarden seien bereit, Spiele zu spielen. Derweil sorgen sich Kritiker um die Qualität der Spiele-Kultur: Komplexere Titel könnten zu einer Seltenheit werden. Andererseits glauben andere Entwickler, dass die Konsole über seichte Spiele in neue Wohnzimmer gelangen könnte, wo neue Spieler dann auch auf klassische Titel aufmerksam werden könnten. Wie sich die Qualität entwickelt, bleibt abzuwarten. Dass der Spielemarkt ein großes Potential besitzt, scheint aber unstrittig zu sein.
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