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WWDC 2016: macOS Sierra folgt auf El Capitan, iOS 10 mit vielen Neuerungen

13.06.2016 | 13:15 Uhr |

Auf OS X 10.11 El Capitan folgt macOS Sierra - und iOS 10 bekommt eine Fülle neuer Features für neuere Geräte.

Software über Software, Neuheiten für alle vier App-Plattformen und reichlich Lob für die versammelten Entwickler: Apple zeigte zur Eröffnung der WWDC zwar keine neuen Geräte, doch ist das Entwicklertreffen dafür auch nicht die geeignete Plattform. Stattdessen bekommen die Betriebssysteme für Mac, iPhone/iPad, Apple Watch und Apple TV etliche Neuerungen. Einige davon waren erwartbar, andere sind spektakulär. Programmierer und Betatester haben bis Herbst aber viel zu tun.

Eröffnung mit Schweigeminute

Apple hat Journalisten und ausgewählte Entwickler wie auch bei den letzten Gelegenheiten in das Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco geladen, das rund 5000 Zuschauer fast. Zwar wird Apple Anfang nächsten Jahres seinen neuen Campus beziehen, der auch einen Veranstaltungssaal hat, künftige WWDCs wird Apple dort aber kaum eröffnen können, auch in das neue Theater passen nur rund 1000 Leute. Weltweit haben Interessierte die Gelegenheit bekommen, die Veranstaltung live per Stream zu verfolgen, über das Apple TV, iPhone und iPad oder den Browser auf einem neuen Mac. Bevor Apple-CEO Tim Cook aber in medias res geht, erinnert er noch an den Anschlag von Orlando von Samstag Nacht und verurteilt den Terroranschlag mit 50 Toten als sinnlose Gewalttat voller Hass. Apple sieht sich besonders betroffen, da die Community des Unternehmens aus aller Welt stammt und sich der Mac-Hersteller als ein Unternehmen versteht, das sich Diversität auf die Fahnen geschrieben hat. Einfache, berührende Worte der Trauer, so wichtig in Zeiten, in denen Krakeeler den Massenmord in Florida für ihre Ziele zu instrumentalisieren versuchen. Der Saal steht für eine kurze Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer und ihre Angehörigen.

Viele Neulinge

Wie sehr Apple ein globales Unternehmen geworden ist, das nicht nur weltweit Geschäfte betreibt, sondern seine wichtigsten Partner - die Entwickler - quer über den Globus verteilt hat, zeigen die Zahlen zur Teilnehmerschaft. Die  Entwickler sind für die eine WWDC-Woche aus 75 Ländern angereist, 70 Prozent nehmen zum ersten Mal an einer WWDC teil - irgendwie logisch, Apple muss die Tickets für die WWDC mittlerweile verlosen, nur wenige werden direkt zur Veranstaltung eingeladen. Apple will in die ZUkiunft dfer Zunft investieren (dazu später mehr), und hat auch 350 Schüler und Studenten zur WWDC eingeladen. Die jüngste Entwicklerin sei erst neun Jahre alt, Tim Cook habe sie am Vortag getroffen und sei begeistert von der Nachwuchsprogrammiererin. Auch sie wird unter hunderten von Sessions auswählen können und um die 1000 Apple-Ingenieure im Moscone West treffen können.

Noch vor wenigen Jahren war die WWDC, deren 26ste Ausgabe die von 2016 ist, eine Veranstaltung für Eingeweihte, Zugangsberechtigungen noch kurzfristig zu bekommen. Auf die rasche Entwicklung blickt Cook zurück: Der App Store ist gerade einmal acht Jahre an, seit kurzem bietet er 2 Millionen Apps an, 130 Milliarden Downloads könne man bereits zählen. 50 Milliarden US-Dollar hat Apple an Entwickler überwiesen - und damit selbst als Gebühr über 20 Milliarden US-Dollar von den Umsätzen einbehalten.

Neuheiten für vier Plattformen

Aber war Apple damals noch der Mac-Hersteller, der in einer Nische agierte, hat das nach Börsenwert heute größte Unternehmen mittlerweile vier Plattformen für Entwickler, die darüber ihre Lösungen anbieten.  Das sind nach wie vor der Mac, seit einem guten Jahrzehnt das  iPhone und der iPad, seit einem guten Jahr die Apple Watch und nun auch das Apple TV. Nur mit Hilfe der Entwickler könne Apple die "weltverändernden" Produkte anbieten, umschmeichelt Cook das Publikum. Apple baut die Dramaturgie langsam auf und beginnt die Präsentation mit neuen Details zu watchOS.

iOS 10, macOS & mehr - WWDC 2016

Apps werden viel schneller und komfortabler

WatchOS 3 verspricht vor allem einen schnelleren Programmstart, bis zu sieben mal schneller soll man Apps nutzen können. Die Programme der Apple Watch aktualisieren sich im Hintergrund, über die digitale Krone kann man eine Art von Multitaskingauswahl - Dock genannt - wie auf dem iPhone und iPad erreichen. Die Reihenfolge der Apps im Dock ist konfigurierbar, man muss sie auch nicht in den Vordergrund holen, um etwa den Stand des Timers einzusehen, auch in der Dock-Ansicht geben sie ausreichend Informationen.

Das Kontrollcenter der Apple Watch ist nun wie auf dem iPhone mit einem Wisch von unten nach oben erreichbar. Nachrichten kann man nun auch schnell auf der Apple Watch per Scribble beantworten: Die Uhr erkennt anhand von Strichen auf dem Display einzelne Buchstaben und somit kann man auf der Uhr eigene Nachrichten schreiben und ist nicht mehr auf die Standardantworten angewiesen. Scribble beherrscht englisch und auch chinesisch, vermutlich wird sich aber auch auf deutsch damit - ein wenig mühselig - schreiben lassen.

Neue Watch-Faces sind natürlich auch dabei, Minnie-Maus für die Kinder und mehr funktionale und stylische für die Eltern. Auf Faces wie dem mit den eigenen Fotos kann man nun auch mehr "Complications" als bisher unterbringen.

Im Notfall wird die Uhr auch mit einem Druck auf den Knopf auf der Seite die lokal gültige Notrufnummer wählen und gleichzeitig die hinterlegten Notfallkontakte informieren. Die Uhr weiß auch, in welchem Land sie ist und ob sie dann die 911 oder die 112 wählen soll.

Populär sind auf der Apple Watch seit jeher die "Activity RIngs", die einem im Tagesverlauf anzeigen, wie viele Kalorien man verbraucht oder wie lange man trainiert hat. Die Ringe scheinen so manchen Bewegungsmuffel zu motivieren, sie zu füllen. Training ist nun auch in der Gruppe möglich, denn die von der App "Aktivität" gesammelten Daten kann man nun mit denen anderer vergleichen und sie mit Kommentaren versehen an Familienmitglieder oder Freunde versenden. Mit wem man diese Daten teilt, ist dem Anwender selbst frei gestellt - man kann es natürlich auch sein lassen.

Rollstuhlfahrer bekommen nun auch Anpassungen der Aktivitäten-App. Diese fordert sie natürlich nicht mehr zum Aufstehen auf, sondern dazu, ein wenig den Stuhl zu rollen. Um die richtigen Algorithmen zu finden, die  Pushes statt Schritte zählen, hat Apple eng mit Behindertenverbänden und deren Experten zusammengearbeitet. Und eine völlig neue Übung kommt auf der Apple Watch mit "Deep Breathing" hinzu: Meditative Atemübungen mit den passenden Anleitungen.

Insgesamt soll die Apple Watch noch unabhängiger vom iPhone werden, Apple gibt Entwicklern daher eine Reihe neuer APIs an die Hand, die Beta und das SDK für Apple Watch 3 bekommen sie schon heute. Nutzer werden sich noch bis Herbst gedulden müssen. Mehr Details zu Apple Watch 3 lesen Sie hier .

Die Zukunft des Fernsehens besteht weiterhin aus Apps

In den  letzten Jahr machten Gerüchte die Runde, Apple werde einen TV-Streamingdienst ähnlich wie Apple Music aufbauen, der den etablierten Kabelanbietern den Garaus machen könnte, im vergangenen Herbst erklärte aber der für Software und Services zuständige Senior Vice President Eddy Cue, die Zukunft des Fernsehens seien Apps. Das Apple TV 4 bietet seither aber nicht nur eine Plattform für TV-Angebote, sondern auch für Spiele und allerlei andere Dienste. Eine neue Version der Settopbox, ein dreiviertel Jahr nach der Premiere des Apple TV 4 gibt es natürlich nicht. Aber Cue persönlich stellt das neue tvOS vor und wirft zunächst einen Blick auf den erfolgreichen Start des Apple TV 4 zurück. Vor einem halben Jahr habe man noch 80 TV-Kanäle auf dem Apple TV 2/3 gehabt, nun seien es 1300. Etliche neue Apps kommen hinzu, mit Inhalten für Sport und Serien, auch einige neue Spiele.

Die Neuerungen der Software betreffen vor allem Siri: Die Siri Remote bekommt einige neue Funktionen, Filme lassen sich nun nach Themen finden, zum Beispiel: "Finde Highschool-Comedys aus den Achtzigern" - und schon ist "Ferris macht blau" auf dem Schirm. Oder auch die Suche auf Youtube: "Zeige Steph Curry's Dreier" - und schon sind die spektakulären Distanzwürfe des Basketballstars der Golden State Warrios gefunden.

Die wichtigste Neuerung ist aber das Single-Sign-On: Man muss sich nur noch einmal in eine zentrale App einwählen und hat Zugang auf all seine Dienste wie Youtube, Apple Music oder Netflix. Kein Gefummel mehr, bei jedem Programmwechsel. Die Developer-Preview ist ab sofort verfügbar und Eddy Cue auf die neuen Apps gespannt, die sie bis Herbst entwickeln sollen, wenn die finale Version kommt. Mehr Details zu tvOS lesen Sie hier.

"Hairforce One" schickt OS X in Rente

Craig Federighi, Apples oberster Softwareentwickler im Range eines Senior Vice President, geht mal wieder auf Namen ein. Wie erwartet wird OS X wird nun (wieder) macOS heißen und sich so an seine Geschwister anpassen. In klassischen Zeiten lautete die Apple-Nomenklatur zuletzt MacOS 9.2.2, jetzt ist das "M" klein geworden und die zehn nur in ihrer lateinischen Ausprägung aus dem Namen des Betriebssystems verschwunden, das als macOS 10.12 im Herbst auf die Macs dieser Welt kommen soll. Das "X" stand aber auch für die Unix- und NeXT-Wurzeln des Systems, diese bleiben weiter bestehen, auch ohne die römische Zahl. Der Spitzname ist wieder an eine Berglandschaft gebunden: macOS Sierra heißt der Nachfolger von El Capitan offiziell. Gemeint ist die Sierra Nevada, in der unter anderem der Viertausender Mount Whitney steht, der ja für Version 13 als Pate stehen könnte. Wenn es dann nicht endlich ans Meer zurück geht...

Das Mac-Betriebssystem ist in weiten Teilen eine weitere evolutionäre Entwicklung, bringt aber einige nützliche Verbesserungen. Einloggen kann man sich künftig auch mit der Apple Watch – keine Passworteingaben mehr erforderlich, nachdem der Bildschirmschoner angesprungen war. Die Zwischenablage wird deutlich besser und nimmt Texte und Bilder gleichermaßen auf. Das iCloud Drive bekommt einen neuen Look und eine wichtige Neuerung: Der Onlineservice dient als Zentrale für Remote-Desktop-Anmeldungen von einem Mac zum anderen, die die gleiche Apple ID haben. Interessante Versprechen: Sierra soll Speicher optimal ausnutzen und somit automatisch Platz auf vollen Macs schaffen. Federighis Beispiel: Ein Mac mit nur noch 20 GB freiem Speicher hat nach dem Update wieder 150 GB.

Apple Pay auch für den Mac

Mit dem Mac per Apple Pay im Supermarkt einkaufen wird es natürlich nicht geben, Apple Pay kommt aber in das Web. Will man bei einem kompatiblen Shop - da machen alle relevanten Anbieter mit - per Apple Pay einkaufen, klickt man auf einen bestimmten Knopf und authentifiziert sich per Touch ID auf dem iPhone oder der Apple Watch. Apple Pay kommt in Kürze auch auf den europäischen Kontinent - aber nicht nach Deutschland. Erst sind Frankreich und in die Schweiz dran. Aber die Eidgenossen hatten auch vor Deutschland einen Apple Store.

Tabs für alle, Bild im Bild

Was Entwickler erfreut: Sierra bietet für alle Mehrfenster-Apps automatisch Tabs an, der Entwickler muss dafür nichts mehr tun. Bild im Bild wird nun auch erleichtert und sieht so ähnlich aus, wie man es von aktuellen iPads unter iOS 9 kennt. Bewegte Bilder lassen sich nun überall betrachten, auch in Fullsize-Apps - und beliebig auf dem Bildschirm verschieben.

Siri auf dem Mac

Der größte Pluspunkt von Sierra wird aber vor allem Siri sein. Federighi zeigt, wie die Sprachassistentin etwa die zuletzt bearbeiteten Dokumente findet. Siri kann auch auf Befehl Nachrichten versenden, das Kinoprogramm heraussuchen, Siri kann sogar Karten für die nächste Vorstellung buchen. Das Beste: Entwickler können eigene Lösungen für Siri programmieren. Die öffentliche Beta von macOS 10.12 Sierra beginnt im Juli, im Herbst wird die finale Fassung fertig und kostenlos im Mac App Store erhältlich sein. Mehr zu macOS 10.12 Sierra finden Sie hier.

iOS 10: "Die Mutter aller Releases"

Sein Betriebssystem für iPhone und iPad hatte Apple in den letzten Jahren vor allem optisch überarbeitet und in der Funktionalität in kleinen Schritten verbessert. Mit iOS 10 wird das deutlich anders. So ganz lässt Apple also die 10 nicht fallen, zudem zeigen Federighi und Cue zehn neue Funktionen in iOS 10.

Benachrichtigungen werden auf dem Lockscreen hübscher, per 3D Touch kann man direkt aus dem Sperrbildschirm mit den Apps kommunizieren und muss sie nicht mehr in den Vordergrund holen. Hübscher und praktikabler werden auch Kontrollzentrum und Widgets. Generell heben sich diese Elemente besser vom dunklen Hintergrund ab.

Siri beantwortet pro Woche zwei Milliarden Anfragen und soll eine noch größere Erfolgsgeschichte werden, denn Apple öffnet Siri den Entwicklern. Das bedeutet: Siri kann nun auch mit anderen Apps umgehen als mit Apples eigenen. Also WeChats verschicken, Uber-Autos bestellen oder Fitnessapps steuern.

Quicktype: Die Deep-Learning-Erfahrung von Siri soll auch Quicktype zu Gute kommen und bessere Vorschläge für das nächste Wort liefern. Siri tauscht Daten dabei mit anderen Apps aus, etwa dem Kalender, in einer Unterhaltung sollen auch mehrere Sprachen gleichzeitig möglich sein.

Änderungen für Fotos: Apple bringt die Gesichtserkennung direkt auf das iPhone, erkennt auch Objekte und Szenen. Die Suche direkt auf dem Gerät soll sich daher deutlich erleichtern. Apple verspricht eine intuitive Benutzeroberfläche, in der sich die "Memories" an das letzte Wochenende oder bestimmte Ausflüge einordnen. Das iPhone erstellt auf Wunsch auch gleich nette Videos aus den Fotos und Filmen einer zusammengehörigen Erinnerung - Musik inklusive, deren Anmutung mit einem Schieberegler ändert.  Die bessere Gesichtserkennung soll auch auf dem Mac Einzug halten.

Eddy Cue zeigt nun den neuen Look von Apples Karten, das proaktiver werden soll. POIs gliedert die App detaillierter, etwa findet sie alle Fisch-Restaurants in der Umgebung. Die Verkehrsinformationen werden ebenso verbessert vor allem in Car Play. Apple will Maps nun auch Entwicklern öffnen, so dass man etwa aus der App heraus einen Tisch im Fisch-Restaurant bestellen kann, einen Uber-Ride bestellen und auch gleich via Apple Pay bezahlen, ohne die App zu verlassen.

Neuerungen in Apple Music

15 Millionen zahlende Kunden hat der Streamingdienst nun und bekommt für sein zweites Jahr ein völlig neues Design: "Die Musik soll der Held sein" Intuitiver und gebräuchlicher soll die bisher völlig überfrachtete App werden. Der erste und wichtigste Tab heißt "Library", der auch einen Punkt "Kürzlich hinzugefügt" erhält und schneller den Zugriff auf die auf dem iPhone gespeicherte Musik liefert. Neu und ziemlich cool: Texte sind mit den Songs hinterlegt.

Der Tab "For You" bringt die kürzlich gespielten Songs in den Vordergrund auf täglicher Basis neue Wiedergabelisten. Connect ist nun zu einem Unterpunkt von "Für Dich" geworden.

Der nächste Tab heißt "Browse", hier findet man vor allem die kuratierten Wiedergabelisten und Top-Charts. Radio bleibt ein eigener Tab, Beats 1 steht natürlich hier im Vordergrund und zeigt vergangene und künftige Radioshows. Die Genre basierten Stationen bleiben in einem Unterpunkt von Radio.

Auch Apple News bekommt ein neues Design, das dem von Apple Music ähnelt. News bekommt nun auch Abos und eine Notification für "Breaking News".

HomeKit, die zentrale Steuerung von Geräten des Smart Home, wird immer wichtiger. Das Homekit bekommt eine eigene App Home, die auf dem Home-Screen des iPhone unter iOS 10 Einzug hält. Über Home kann man zentrale Steuerbefehle an seine Geräte im Haus verteilen, Türen öffnen oder schließen. Wer eine Kamera an der Tür hat, die mit dem Schloss verbunden ist, kann nun vom iPhone aus sehen wer klingelt und gleich aufmachen. Von den Vorzügen der Home-App werden wohl aber nur die wenigsten iPhone-Nutzer profitieren.

Das iPhone kann auch telefonieren, hier gibt es nun in iOS 10 wieder nennenswerte Verbesserungen. Für die Visual Voicemail gibt es nun Transkripte, auch ein Spamfilter wird integriert. Das sei vor allem in China ein Problem. Verbesserungen gibt es auch für VoIP und wenn jemand anruft, erscheint sein Foto bildschirmfüllend.

iMessages bekommt nun "rich links", man kann also nun, wenn man lustige Bilder oder Videos teilt, diese direkt in der App anzeigen, die Kamera-Roll ist besser integriert. Emojis werden im Transkript dreimal so groß. Bestimmte Worte lassen auf Tipp mit einem Emoji ersetzen, etwa "Love" oder "happy", aber auch "Taco". Die Sprechblasen bekommen nun Effekte und können sich aufblasen (Say it loud"!) oder Nachrichten mit unsichtbarer Tinte "verstecken", diese muss der Empfänger erst einmal frei rubbeln. Sogar handschriftliche Notizen sind in bestimmten Blasen möglich. Selbst für den Hintergrund gibt es bildschirmfüllende Effekte.

Interessant: Links aus Apple Music spielen den Song direkt in iMessages ab. Die Frage ist nur, ob auch der Empfänger ein Abo benötigt - das ist auf alle Fälle zu vermuten. Nicht nur Apples eigene Apps sollen mit iMessages zusammenarbeiten, da Apple auch die Kommunikationsapp für die Entwickler für iMessage Apps öffnen. So könnten beispielsweise auch Zahlungen über iMessage ermöglicht werden. Oder Essensbestellungen vorgenommen werden. Am populärsten dürften aber die Sticker werden, fürchten wir. Die derart aufgemotzten iMessages sind natürlich auch auf iPad und Mac zu sehen.

iOS 10 bekommt noch etliche weitere Neuerungen, etwa Split View in Safari auf dem iPad oder Kollaborationen in Notizen. Die Live Photos werden zudem mit Bildstabilisatoren verbessert.

Craig Federight betont zudem, dass Apple in allen Apps, die Daten austauschen, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einbaut und keine Anwenderprofile erstellt. Gleichwohl benötigen Apps und Services anonymisierte Daten, um ihre Stärken ausspielen zu können. Apple sichert diese Daten gegen Angriffe Dritter gemäß Differential Privacy ab, Federighi zitiert dazu stolz das Lob eines Wissenschaftlers. Mehr Details zu iOS 10 lesen Sie hier.

Swift Playground

Apple bringt eine neue App exklusiv für das iPad, das mehr Leute - vor allem junge - dazu bringen soll, Programmieren zu lernen. In der App stellt Apple Lektionen und Aufgaben bereit, die junge Programmierer lösen müssen. Swift Playground soll aber nicht nur Anfängern einen Einstieg bieten, sondern hat auch Fortgeschrittenen etwas zu bieten. Swift Playground kommt ebenfalls im Herbst und wird kostenlos sein. Die Public Beta beginnt im Juli.

Mit einem Video, in dem weltweit tätige Entwickler berichten, wie sie zum Programmieren gekommen sind, neigt sich die Keynote der WWDC ihrem Ende entgegen. Tim Cook fasst noch einmal zusammen, was der Abend (also in San Francisoc: Der Morgen) gebracht hat. Neuerungen für macOS, watchOS und tvOS und die "Mutter aller Releases" für iOS. Dann bleibt dem Apple-CEO nur noch, den Anwesenden eine fantastische Woche auf der WWDC zu wünschen.

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