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4D 2003

04.08.2003 | 16:56 Uhr |

Leistungsfähige und komplexe Entwicklungsumgebung für datenbankgestützte kaufmännische Anwendungen

Seit einiger Zeit beschäftigt sich 4D mit der Neuentwicklung einer gleichnamigen Entwicklungsumgebung (Codename "Goldfinger"), hat aber noch keinen Starttermin bekannt gegeben. Um mit einer Version 7 keine falschen Erwartungen zu wecken, nennt 4D die aktuelle Version daher 4D 2003. Einige wenige "Goldfinger" Module sind jedoch bereits in die aktuelle Version integriert.

Entwicklungswerkzeuge

Im Vergleich zu Version 6.8 (Portierung auf Mac-OS X) hat 4D 2003 einiges an Neuem zu bieten. Dies beginnt bereits beim umgestalteten "Öffnen"-Dialog. Er ermöglicht den direkten Zugriff auf Vorlagen, Datenbank-Prototypen als Basis für Weiterentwicklungen mit vordefinierten 4D-Objekten und Beispieldaten. Compiler und Application Builder, bisher eigenständige Produkte, sind nun in die Entwicklungsumgebung integriert. Dies erübrigt die Notwendigkeit, letztere zum Kompilieren und Testen neuer Anwendungen zu verlassen. Eine überarbeitete Menüverwaltung ermöglicht einen einfacheren Wechsel zwischen den Modi Design, Benutzer und Runtime.

Die Begrenzung von jetzt im- und exportierbaren Methoden (= 4D Programme) auf jeweils 32 KB Text gehört der Vergangenheit an. 2 GB oder 32 000 Codezeilen stellen jetzt die (wohl eher theoretische) Obergrenze dar. Um auch bei umfangreichem Code den Überblick wahren zu können, lassen sich im aufteilbaren Bearbeitungsfenster des Methodeneditors Zeilennummern anzeigen und Hierarchien innerhalb von Schleifen oder Bedingungen ein- und ausblenden. Die Textverarbeitung bietet Drag-and-drop-Unterstützung, mehrstufiges Widerrufen, zehn Zwischenablagen, die Funktion "Type ahead" sowie Makros für häufig auftretenden Code. Trotz aller Neuerungen bleiben aber Wünsche offen, vor allem nach einer Zoomfunktion.

Webfunktionen

Immer mehr an Bedeutung gewinnt die Standardsprache XML für den universellen Datenaustausch. Neben Im- und Export per Menübefehl erlauben zusätzliche Befehle der Programmiersprache von 4D 2003 die Analyse und Erzeugung von XML-Dokumenten. Aufbauend auf XML ermöglicht das Kommunikationsprotokoll SOAP (Simple Object Access Protocol) den Plattform- und programmunabhängigen Austausch von Informationen. Die Zugriffsspezifikationen für darauf basierende Web-Informationsdienste, Web Services genannt, veröffentlichen Server meist in einem Web-Service-Description-Language-Dokument, in dem sozusagen die "Bearbeitungsanweisungen" abgelegt sind.

Startfenster: In einem neuen Gewand erscheint das Startfenster der neuen Version
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Für den Serverbetrieb werden 4D Projekt-Methoden als publizierbare SOAP-Methoden über einen Webserver bereit gestellt. Als Client-Anwendung analysiert ein Web Service Assistent die WSDL-Datei des angesprochenen Dienstes und erzeugt die zu dessen Nutzung erforderlichen Proxy-Methoden. In der Praxis lassen sich damit Informationen aus Google-Abfragen oder zur Verfolgung von Paketen bei Fedex direkt in 4D Anwendungen einbinden. Im Internet existiert bereits eine Vielzahl solcher Services, Informationen darüber finden sich bei www.uddi.org oder www.xmethods.net . Prinzipiell gestattet diese Methode natürlich auch den Datentausch zwischen Programmen auf dem gleichen Rechner, allerdings sind SOAP unterstützende Applikationen derzeit noch Mangelware auf dem Mac: 4D zählt zu den wenigen rühmlichen Ausnahmen.

Jeder 4D-Client-Rechner kann auch als Webserver fungieren, in Verbindung mit 4D Server lassen sich Anfragen an Client-Rechner von einem Load Balancer je nach Rechnerleistung verteilen. Dies erlaubt die einfache Skalierung von Webanwendungen. Der Start des 4D-Serverdienstes ist unter Mac-OS X bei Verwendung der Standard-Einstellung "Port 80" übrigens nur als "root" möglich. Informationen zu diesem Thema lassen sich unter der Internetadresse archiv.de.4d.com/archiv.shtml mit dem Suchbegriff "port forward" ausfindig machen.

Die Bildschirmdokumentation der Programmiersprache von 4D liegt in Form von HTML-Seiten vor, der Doppelklick auf einen Befehl im Methodeneditor zeigt die zugehörige Hilfeseite im Browser. Ein programmierbarer neuer Schnellberichtseditor vereinfacht die Gestaltung komplexer Ausgabeseiten. Das Anfang Juli erschienene Wartungsupdate 2003.1 enthält im wesentlichen Fehlerkorrekturen, dazu kommen einige zusätzliche Vorlagen.

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