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4K-Monitor im Test: Philips 288P

17.09.2014 | 11:51 Uhr |

Das 28 Zoll große 4K-Display wartet mit einem hochauflösendem und schnellen Panel auf und kann zwei verschiedene Bilder von unterschiedlichen Videoquellen gleichzeitig wiedergeben.

Der 288P ist Philips’ erster 4K-Bildschirm mit der UHD -Auflösung von 3840 mal 2160 Pixel, die er über Displayport auch mit 60 Hz darstellen kann. Dank seines W-LED-Backlights stellt das 28 Zoll große TN-Display den sRGB -Farbraum vollumfänglich dar. Der 288P verfügt über vier Signaleingänge – Displayport, HDMI, DVI-D und VGA, wobei der HDMI-Port MHL unterstützt. Android-basierte Smartphones und Tablets können somit über HDMI ihre Inhalte gespiegelt auf dem Bildschirm wiedergeben und laden gleichzeitig ihren Akku auf. Mittels der Bild-in-Bild-Funktion lassen sich zwei verschiedene Bilder von unterschiedlichen Quellen darstellen, eines im Vollbild und das andere verkleinert in einer Ecke des Monitors. Der Tonkanal wird dabei getrennt ausgegeben, der eine über die internen Lautsprecher und der andere über die Kopfhörerbuchse. Die ergonomischen Einstellmöglichkeiten sind umfassend. Das Display lässt sich drehen, neigen und in der Höhe verstellen. Der Design-Fuß erlaubt darüber hinaus das Abkippen in den Porträt-Modus. Das TN-Panel ist mit einem Betrachtungswinkel von 170° horizontal und 160° vertikal allerdings recht blickwinkelabhängig. Der Listenpreis für das Display liegt bei 600 Euro, wobei es online bereits für 500 Euro gehandelt wird. Die Garantie beträgt 3 Jahre.

Der Monitor im Test

Der 288P zeigt die 4K-Auflösung 2160p zunächst nur mit 30 Hz an. Den Displayport-Modus 1.2 für die 60-Hz-Wiedergabe können wir aber über das OSD problemlos aktivieren. OS X erkennt den Bildschirm im HiDPI-Modus und stellt ihn bei Auflösungen unterhalb der Standardauflösung mit erhöhter Pixeldichte dar. Das gelingt aber per Displayport. Über HDMI etwa sieht das Bild in 1080p gewohnt matschig. Die Bild-Presets sind umfangreich und orientieren sich an beliebten Weißpunkteinstellungen: 5000K, 6500K, 7500K, 8200K, 9300K, 11.500K und schließlich sRGB. Wir vermessen das Preset „sRGB“ und stellen einmal mehr fest, dass die per OSD angebotenen Bildvoreinstellungen eine grobe Orientierung bieten, mit einer Kalibrierung aber noch viel mehr herausgeholt werden kann. So liegt die Farbtemperatur zwar bei 6488 K und quasi nur 12 K neben dem Ziel (6500 K). Doch die Koordinaten der Primärfarben (RGB) weichen um 2,4 Delta E vom Ziel ab, zuviel. Nach der Kalibrierung auf sRGB liegt der Weißpunkt bei 6475 K aber nur noch um 0,3 Delta E neben den Zielkoordinaten. Die Graustufen sind halbwegs neutral (Farbdrift 1,99 Delta C). Die Homogenität liegt im Mittel bei 9 Prozent, leistet sich aber eine maximale Schwankung von 22 Prozent. 10 Prozent gelten im Allgemeinen als grenzwertig. Bei einer Kalibrierung über die LUT der Grafikkarte gehen zwar prinzipiell immer Tonwerte verloren, doch beim 288P sind es ganze 31 Prozent. Das ist deutlich zu viel.

Die Schaltzeiten des TN-Panels beim Wechsel von Schwarz nach Weiß und zurück liegen bei 17,9 ms, was für einen Monitor dieser Bauart als nicht wirklich schnell bezeichnet werden kann. Gamer, die mit einem 4K-Display kokettieren, erwarten deutlich niedrigere Werte.

Beim Stromverbrauch zeigt sich der 288P als wenig zeitgemäß, obwohl er über einen separaten Ein-/Ausschalter verfügt. Denn im Standby-Modus schafft er keinen Deep Sleep und zieht fleißig 17,4 Watt. Bei 120 Candela/qm sind es 60,2 Watt und bei voller Helligkeit schlägt das Messgerät bei 63,1 Watt aus.

Empfehlung

Mit dem 288P präsentiert Philips einen guten 4K-Monitor. Es ist kein Highend-Gerät sondern soll mit seinem günstigen Preis vermutlich erst einmal den Markt sondieren. Obwohl das Display als Gaming-Monitor vermarktet wird, mag er mit seinen Schaltzeiten von 17,9 ms nur wenig überzeugen. Office- und Web-Anwendungen profitieren allerdings im HiDPI-Modus von der bislang unbekannten Detailschärfe.

Philips 288P

Hersteller: Philips

Preis: € 600, CHF 726

Note: 1,9 gut

Leistung (40 %) 2,4

Ausstattung (30 %) 1,8

Handhabung (20 %) 1,1

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 1,4

Vorzüge : zahlreiche Anschlussmöglichkeiten, günstig

Nachteile : langsame Reaktionszeiten, hoher Stromverbrauch im Stand-by

Alternative: Samsung U28D590, AOC u2868Pqu

 

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