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Ableton Live 7.0

19.03.2008 | 12:51 Uhr |

Auf dem Portofolio von Live finden sich DJs und Produzenten wie Armin van Buuren, Coldcut, Sasha oder DJ Krush. Aber auch die Nine Inch Nails, Pete Townshend, Telefon Tel Aviv, Balkan Beat Box oder das Berliner Ensemble zählen zu den Kunden von Ableton.

Unter der Haube versteckt Live 7 unter anderem das Knowhow von Firmen wie Applied Acoustics Systems und Chocolate Audio (die Entwickler von Imperial Drums) oder Sonivox. Damit lässt sich einiges machen, vor allem aber ganz viel Musik in allen Variationen, sei dies live auf der Bühne oder im Studio.

Die Live-Bühne

Das Hauptmenü von Ableton
Vergrößern Das Hauptmenü von Ableton

Nach der Installation der Download-Version belegt Live 7 rund 170 MB auf der Festplatte. Das Freischalten funktioniert mittels Code online. Was ein wenig der Gewöhnung bedarf, vor allem für jene, die sich von Apple-Produkten an Bedienelemente mit 3D-Effekten gewöhnt haben. Es sieht alles etwas anders - flacher - aus, als es der Macianer erwartet. Dadurch lässt sich schon erahnen, wo das Schwergewicht gesetzt wurde, nicht auf einem glänzenden Erscheinungsbild sondern auf dem, was darunter liegt. Live verfügt über eine Einfenster-Benutzeroberfläche, so dass sich alles schnell finden lässt. Das Layout kann individuell eingestellt werden. Dazu bietet Live in den Einstellungen verschiedene vorgegebene Themen unter "Look & Feel", damit sich die Regler und Anzeigen auch in dunklen Kellerdiscos noch sehen und bedienen lassen. Wobei es auch ein paar darunter hat, die diesem Zweck nicht unbedingt dienlich sind. Auf der linken Seite findet sich die Navigation für die Bibliothek, das Stöbern im Dateisystem und die eingebundenen Live-Geräte. Am unteren Rand werden die Audio-Effekte dargestellt und links davon bietet auf Wunsch ein Infofenster nähere Details an zu Funktionen und Ansichten, die man mit der Maus ansteuert. Dies ist vor allem für Live-Neulinge sehr wertvoll, da sich dort doch mehr Hilfestellung findet als in einem kleinen Kontextfenster. Mittig findet man die eigentliche Schaltzentrale von Live - den Session- und Arrangierbereich.

Eine Session von Ableton
Vergrößern Eine Session von Ableton

Hier kann man die Clips von der Bibliothek in die einzelnen Spuren ziehen zum Erzeugen eines neuen Live-Sets. Das Hinzufügen von Effekten geschieht auf ähnliche Art. Man kann in der linken Spalte den gewünschten Effekt auswählen und anschließend in den unteren Bereich des Hauptfensters ziehen. Damit hat man die Spuren mit den jeweiligen Effekten übersichtlich im Blickfeld. Mittels Tabulatortaste kann zwischen Session- und Arrangieransicht gewechselt werden. Während sich in der Arrangieransicht die Clips einfach auf der Zeitachse anlegen und arrangieren lassen, kann man in der Sessionansicht zum Beispiel mit Session-Clips und Effekten frei improvisieren und dies anschließend protokollieren lassen. Somit ist es das ideale Mischpult für den Live-Auftritt. Den Plug-and-Play-Test mit einer Keystation 49e besteht Live. Was zeitweise nicht ganz sauber läuft, ist das Einfügen eines Clips in eine Spur. Da agiert Live nicht ganz so flott und zeigt einem zwischendurch schon einmal das Spinning-Wheel. Bei einem Set mit mehr als 100 Spuren und diversen Effekten ist Live auch nicht mehr ganz so reaktiv, tut aber immer noch brav, was ihm gesagt wird, wenn auch nur mit Verzögerung. Alles in allem betrachtet, macht die neue Version von Live jedoch einen recht stabilen Eindruck.

Aus dem Live-Musikkoffer

In der Bibliothek von Live findet sich eine Reihe von Clips, Effekten, Beispielprojekte und Lektionen mit welchen sofort losgelegt werden kann. Die Auswahl ist hier allerdings nicht so umfangreich wie bei Apples Logic Pro, das eine stattliche Zahl von Software-Instrumenten und Loops mitliefert. Ableton bietet die folgenden drei Instrumentensammlungen als Zusatzprodukte an: Essential Instrument Collection 2 - 15 GB (100 Euro), Drum Machines - 540 MB (70 Euro) sowie Session Drums - 28 GB (150 Euro).

Fazit

Mit Ableton Live 7.0 holt man sich einen vollwertigen Bühnen- und Studiomusiker in das Wohnzimmer. Live bietet in der Grundaustattung alles, was es braucht zum sofortigen Loslegen und Jammen zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer hingegen mehr im Studio tätig ist oder auf umfangreiche Beispielsammlungen angewiesen ist, sollte vor dem Kauf noch die eine oder andere Probefahrt mit einem der Konkurrenzprodukte machen. Wenn wir uns etwas für die nächste Version wünschen dürften, dann wären dies einzig ein Mac-gerechtes Look and Feel. mb

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