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Test Apple Camera Connection Kit: Adapter für das iPad

16.07.2010 | 11:54 Uhr |

Das iPad hat weder einen USB-Anschluss noch einen SD-KArtensteckplatz. Abhilfe schafft das 29 Euro teure Camera Connection Kit, mit dem man sogar mehr machen kann, als nur Fotos zum iPad übertragen.

Auf dem iPad sieht man eine Vorschau der Fotos und Videos und kann alle oder ausgewählte Dateien importieren.
Vergrößern Auf dem iPad sieht man eine Vorschau der Fotos und Videos und kann alle oder ausgewählte Dateien importieren.

Steckt man die weißen Adapter in den Dock-Connector des iPad, erhält man wahlweise einen SD-Kartenleser oder eine USB-Schnittstelle. Verwendbar sind Speicherkarten der Typen SD und SDHC, das moderne SDXC dagegen nicht. Über den USB-Adapter kann man eine Kamera per USB anschließen. Alle neueren Kameras sind kompatibel, einige Modelle muss man allerdings erst auf den Standard PTP umstellen. Automatisch öffnet sich ein Importfenster und man kann einzelne oder alle Fotos importieren. Das iPad speichert die Fotos im Originalzustand und erstellt für die schnelle Anzeige kleinere Versionen. Die Fotos landen in separaten Alben - importiert man die Bilder später in iPhoto, gibt es so keine Verwirrung.

Markieren kann man Fotos nicht, nur Drehen und Löschen ins möglich. Möglich ist die Nutzung als Schreibtischbild und der Versand per E-Mail. Will man aber ein Foto in Originalgröße versenden, muss man es in die Zwischenablage kopieren. Videos und RAW-Dateien kann man ebenfalls übertragen, eine offizielle Liste der Formate fehlt jedoch. Problemlos importiert das Tool Videos von einer Canon S90, Canon G7 und Panasonic TZ8, nicht jedoch ein AVCHD-Video einer Panasonic TZ10. Unterstützte Videodateien kann man auf dem iPad abspielen, schneiden und als E-Mail-Anhang versenden. Fotos von iPhone und iPod Nano lassen sich per USB importieren, das iPhone 3G ist nicht kompatibel. Nett: Fotos mit GPS-Daten zeigt das iPad auf einer Karte. Für Profi-Fotografen mit Termindruck ist der Import allerdings zu langsam: Beim Transfer eines 2,5 GB großen Videos messen wir 12 MB pro Sekunde, bei vielen Einzelfotos verlangsamt sich das Tempo jedoch auf etwa einen Megabyte pro Sekunde. Besitzer einer Spiegelreflex-Kamera berichten zudem über Probleme beim Transfer großer Mengen an RAW-Dateien.

USB-Peripherie nutzen

Das Camera Connection Kit besteht aus einem SD-Kartenleser und einem USB-Adapter.
Vergrößern Das Camera Connection Kit besteht aus einem SD-Kartenleser und einem USB-Adapter.
© Apple

Die USB-Version des Adapters ist für den Anschluss von Kameras gedacht, man kann aber auch einige andere Peripherie-Geräte betreiben. Beim Anstecken einer USB-Tastatur sieht man zwei Warnmeldungen, kann dann aber problemlos Texte eingeben. Bei Tastaturen von Benq, Logitech, Hama und Apple können wir sogar Zusatztasten wie Lauter/Leiser nutzen. Auch ein Speicherkartenleser funktioniert, Apples aktuelle USB-Tastatur dagegen nicht. USB-Audiogeräte kann man ebenfalls verwenden. Ein für die Skype oder Sipgage-App interessantes USB-Headset funktioniert sofort, ebenso ein USB-Audio-Adapter. Ist der erforderliche Stromverbrauch zu hoch, zeigt das System eine entsprechende Fehlermeldung. Keinen Erfolg haben wir mit externen Festplatten, ein hochwertiges USB-Mikrofon von Terratec benötigt zu viel Energie. Nutzt man längere Zeit den klobigen USB-Adapter, stören aber bald die Warnmeldungen und man wünscht sich eine richtige USB-Schnittstelle. Einige auftretende Verbindungsabbrüche beheben wir durch erneutes Anstecken.

Empfehlung

Das Camera Connection Kit von Apple kann das iPad enorm aufwerten und sollte eigentlich jedem Gerät beiliegen. Interessant ist die USB-Version sogar für Anwender, die gar keine Kamera besitzen. Foto-Profis wird allerdings der lahme Transfer und die fehlende Verwaltungsmöglichkeit stören.

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