1552748

Adobe Indesign CS6 im Test

21.08.2012 | 11:28 Uhr |

Erleichterungen bei der Anpassung eines Layouts an verschiedene Formate und Verknüpfung mehrfach genutzter Inhalte, sind einige der Produktivitätsverbesserungen der neuen Version. Wir haben sie auf Praxistauglichkeit getestet

Auf den ersten Blick sind die Neuerungen von Indesign überschaubarer und weniger spektakulär als bei den Geschwistern Photoshop und Illustrator, die mit überarbeiteter Benutzeroberfläche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Adobe beschränkt sich bei den Verbesserungen auf Details und hat sich einige gute Ideen bei der Konkurrenz abgeschaut. Dazu gehört die Möglichkeit, mehrere Layouts in einem Dokument unterzubringen oder Objekte zu definieren, deren Inhalt mehrfach verwendet werden kann und sich bei Änderungen automatisch in allen Vorkommen korrigiert. Paletten lassen sich wieder wie in Indesign CS4 mit einem Klick in den jeweiligen Reiter schließen. Zusätzlich haben sie am unteren Ende eine Leiste, um sie in der Höhe zu verändern. Um mehrere Objekte aneinander auszurichten, lässt sich jetzt per Mausklick eines auswählen, an dem sich die anderen ausrichten.

Das ist neu in Idesign CS 6

  • Verschiedene Layouts in einem Dokument

  • Dynamisch anpassende Layouts an veränderte Dokumentformate

  • Verknüpfte Rahmeninhalte innerhalb eines Dokuments oder in mehreren Dokumenten

  • Sammel- und Verteil-Werkzeug für mehrere Elemente in einem Arbeitsschritt

  • Herstellung von PDF-Formularen im Indesign Layout

  • Optional erhältliche, verbesserte Unterstützung von Sprachen des Nahen und Mittleren Ostens

  • Verbesserte Ausrichten Funktion mit definierbarem Referenzobjekt

  • Verbesserungen für die Produktion digitaler Inhalte durch Kombination mehrerer Layout-Ausrichtungen in einem Dokument

  • Erweiterte Handhabung von typografischen Funktionen

Verschiedene Layouts in Indesign nutzen


Im Bereich der Layouts gibt es in Indesign CS6 neben Druck und Weblayout die Kategorie „Digitale Veröffentlichung“, mit der man Dokumente für Tablets und Smartphones erstellt. Vorlagen für iPad, iPhone, Android und Kindle sind schon im Lieferumfang enthalten. Die Formate für iPads oder iPhones mit Retina-Display muss der Anwender manuell definieren. Zusätzlich kann man innerhalb einer Datei mehrere Layouts anlegen. Das dient dazu, die Hoch- und Querformate für die unterschiedliche Dokumentausrichtung bei Tablets und Smartphones innerhalb eines Dokuments miteinander zu verknüpfen. Es lassen sich aber ebenso unterschiedliche Printformate innerhalb eines Dokuments anlegen. Nicht vorgesehen ist das Mischen von Print-, Web- und Tabletlayouts in einer Datei, da die alternativen Layouts immer die Maßeinheiten des Grundlayouts übernehmen, man also entweder mit Zentimetern und Millimetern oder mit Pixel arbeitet.

Übersicht Schaltflächen Indesign CS 6
Vergrößern Übersicht Schaltflächen Indesign CS 6

Beim Erstellen einer Folio-Datei nimmt Indesign dann beide Layouts automatisch in die Folio-Datei auf. Um zwei verknüpfte Layouts miteinander zu vergleichen, kann man das Fenster mit „Fenster > Anordnen > Fenster Teilen …“ aufteilen und beide Layouts nebeneinander anzeigen. Alternativ genügt ein Mausklick auf das neue Symbol „Fenster teilen“ ganz rechts unten im Dokumentfenster. Indesign zeigt in jedem Bereich immer alle Layouts nacheinander an. Also alle Hochformate zuerst und dann alle Querformate. Man muss jeweils zu der gewünschten Version scrollen, was verwirrend ist, denn die Darstellung in der Seitenpalette suggeriert eine andere Anordnung. Erstellt man in einem Layout, in dem man schon Objekte platziert hat, mit dem Befehl „Alternatives Layout erstellen“ ein weiteres Layout, übernimmt dieses die Objekte vom ersten Layout und verknüpft sie jeweils mit dem Original. Änderungen am Original werden in der Kopie als Warndreieck angezeigt und nach Aktualisierung über die Verknüpfungenpalette übernommen.

Der Befehl für das alternative Layout befindet sich sowohl im Menü „Layout“ als auch im Menü der Layoutpalette. Die zusätzlichen Layouts erscheinen in der Layoutpalette in einer weiteren Spalte. Legt man zwei leere alternative Layouts an, platziert man die Objekte und Texte aus dem ersten Layout im zweiten manuell über „Platzieren und Verknüpfen“ um sicherzustellen, dass dann alle Änderungen aktualisiert werden. Beim Anlegen eines alternativen Layouts wird standardmäßig ein zum Originallayout passendes Querformat angeboten, oder, wenn das Original im Querformat angelegt ist, das passende Hochformat. Man kann aber auch manuell andere Formate auswählen oder andere Abmessungen definieren. Beim Export in das FOLIO-Format für die Weiterverarbeitung in der Digital Publishing Suite fasst Indesign die zusammengehörigen Hoch- und Querformate in der richtigen Reihenfolge zusammen.

Liquid Layout in Indesign CS 6

Mit Liquid Layout lassen sich Regeln definieren, um Seiteninhalte automatisch auf neue Formate anzupassen. Erstellt der Anwender ein alternatives Layout, behalten die Objekte ihre Originalpositionen, sofern man nichts anderes einstellt, und man muss sie dann manuell anordnen. Dies erspart die Option „Liquid Layout“ in Indesign CS6. Die Palette ruft der Anwender über „Fenster > Interaktiv > Liquid Layout …“ auf. Sie ersetzt nicht die alte Funktion „Layout anpassen“, die sich alternativ zu „Liquid Layout“ aktivieren lässt. Bei Liquid Layout handelt es sich um Regeln, die festlegen, wie sich der Inhalt der Originalseite in einem alternativen Layout anpassen soll. Über Liquid Layout lassen sich Layouts skalieren und dabei die Objekte nach den definierten Regeln neu positionieren. Es gibt vier Regeln, die jeweils für eine ganze Seite gelten. „Skalieren“ verändert Objekte prozentual in ihrer Größe, um sie an das neue Format anzupassen. „Erneut zentrieren“ orientiert die Objekte an der Mittelachse auf der Seite des alternativen Layouts. Mit „Objektbasiert“, kann man für jedes Objekt festlegen, wie es sich zu den Seitenrändern verhalten soll. So lässt sich beispielsweise ein Bild mit den Kanten am rechten und oberen Seitenrand verankern, oder eine Überschrift am rechten und am linken Seitenrand. Zusätzlich lässt sich festlegen, ob sich die Breite oder die Höhe des Objekts verändern darf und ob der Inhalt von Grafikrahmen automatisch neu eingepasst wird. Die Objektregeln legt man entweder durch Mausklicks auf die im Objekt eingeblendeten Aktivpunkte fest, wozu das Seiten-Werkzeug aktiv sein muss, oder über eine Palette. Die Option zum Einpassen ist nur über die Palette verfügbar. Bei der Option „Hilfslinienbasiert“ zieht man senkrechte oder waagerechte Hilfslinien auf eine Seite. Objekte, die von einer Linie berührt werden, ändern ihre Größe, sobald man das Seitenformat ändert. Berührt eine Hilfslinie kein Objekt, sondern verläuft durch den Weißraum, wird dieser bei einer Änderung des Seitenformats skaliert. Um schnell zu sehen, was bei einer Änderung der Seitengröße passiert, aktiviert man das Seiten-Werkzeug und zieht dann an einer Ecke der Seite. Dabei zeigt Indesign CS6 dynamisch, wie sich der Seiteninhalt verändert. Lässt man das Werkzeug los, kehrt man zum Original der Seite zurück.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1552748