994215

Adobe Photoshop Elements 6

20.05.2008 | 18:22 Uhr |

In der Macwelt 4/08 haben wir ausführlich die Betaversion von Adobe Elements 6 getestet, nun steht das Volks-Photoshop für knapp 100 Euro in den Regalen

Der Preis ist angesichts des Funktionsumfangs günstig. Überhaupt ist Photoshop Elements 6 ganz auf seine Zielgruppe der ambitionierten Hobby-Fotografen abgestimmt, denn all die Funktionen sind gut gegliedert auf der aufgeräumten Benutzeroberfläche untergebracht. Obwohl die Oberfläche rundum erneuert ist, finden sich auch Benutzer der Vorgängerversion schnell zurecht.

Hauptschirm Die umfangreichen Funktionen sind übersichtlich untergebracht.
Vergrößern Hauptschirm Die umfangreichen Funktionen sind übersichtlich untergebracht.

Gegenüber unserem Test der Betaversion, den wir als PDF auf die CD dieser Ausgabe gepackt haben, hat sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit verbessert. An der Oberfläche beziehungsweise den Funktionen fällt augenscheinlich nicht viel Neues auf, zu nahe war die Betaversion bereits an der finalen Version. Die von uns bemängelte fehlende Voransicht der Webgalerien ist nun integriert.

Einen direkten Zugriff auf die Bilder der iPhoto-Bibliothek gibt es zwar nicht, doch als externen Editor unter den Voreinstellungen in iPhoto angegeben, ergänzen sich die beiden Programme ausgezeichnet. Als alternative Fotoverwaltung ist Bridge dabei, mit dem man mit Hilfe der IPTC- sowie Exif-Daten die Fotos verschlagworten und per Filter organisieren kann. Sehr praktisch ist die von Apple Aperture bekannte Funktion, dass man mehrere Fotos zu einem Stapel zusammenfügen kann. So lassen sich auch beispielsweise Fotos einer Session schnell aussortieren, bevor man sie der iPhoto-Bibliothek zufügt.

Objektivkorrektur Objektivfehler sowie stürzende Linien lassen sich bequem korrigieren.
Vergrößern Objektivkorrektur Objektivfehler sowie stürzende Linien lassen sich bequem korrigieren.

Die grundlegenden Bildkorrekturen wie Farbe, Kontrast, Sättigung, Tiefen und Lichter korrigieren sowie den Horizont gerade richten, lassen sich mit Photoshop Elements 6 sehr einfach und schnell bewerkstelligen. Dank zahlreicher Filter und der Ebenenfunktion bietet das Programm auch kreativen Verfremdungen genügend gestalterischen Spielraum. Sehr gut gefällt die detaillierte Umwandlungsmöglichkeit in ein Schwarzweiß-Bild sowie die Photo-Merge-Funktionen Gesichter, Gruppen und Panorama. Übrigens kann Photoshop Elements 6 selbst freihand fotografierte Panoramen ausgezeichnet automatisch zusammensetzen, wenn auch nicht direkt als Quicktime VR.

Dank Camera Raw kann man nun auch RAW-Bilder bearbeiten, wenn auch nicht so umfangreich wie bei Photoshop CS3, aber dennoch mit vielen guten Funktionen. Eine für den Fotografenalltag oft gebrauchte Funktion ist das Korrigieren von Objektivfehlern wie Verzeichnung, Randabdunklung und chromatische Aberrationen (bemerkbar an ungewollten Farblinien von Kanten). Diesen kann man nun mit dem Filter "Kameraverzerrungen korrigieren" zu Leibe rücken, mit dem sich auch perspektivische Verzerrungen ausgleichen lassen. Rote Augen korrigiert Photoshop Elements übrigens effektiv und deutlich besser als iPhoto. Gut gefällt auch das Text-Werkzeug, das aber keine Stile wie Schatten, Verläufe oder sonstige Effekte bietet. Dafür lässt sich die Schrift verzerren und biegen. Auch Fotocollagen, CD-Hüllen, Grußkarten, Webgalerien und weiteres lassen sich erstellen.

Fazit

Selbst aufwendigere Bildmontagen, Verfremdungen und Collagen lassen sich mit Photoshop Elements 6 gut erstellen. Mit seinem großen Funktionsumfang und dem günstigen Preis setzt das Programm die Messlatte in diesem Bereich und ist für jeden anspruchsvolleren Hobbyfotografen nur zu empfehlen. Einzig eine HDRI-Funktion (High Dynamic Range Image) steht noch auf unserer Wuschliste. mas

Camera RAW Verlustfreie Bildkorrekturen sind nun mit dem mitgelieferten Camera RAW möglich.
Vergrößern Camera RAW Verlustfreie Bildkorrekturen sind nun mit dem mitgelieferten Camera RAW möglich.
0 Kommentare zu diesem Artikel
994215