Von Andreas Zerr - 26.04.2006, 14:47

After Effects 7

Auch Adobe ist auf der NAB mit einem großen Stand vertreten. Eines der dort gezeigten Produkte ist die neue Version von After Effects.
Unter Compositing versteht man ursprünglich die Nachbearbeitung von Film, wobei dem Film Effekte zugefügt werden, die mit der Kamera nicht möglich sind. Heute steht der Begriff Pate für Software, die darauf spezialisiert ist, Video nachträglich mit Effekten zu versehen, wie dies digital am Computer erstmals in dem Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ umgesetzt wurde.
Adobes Abkehr von der Videobearbeitung auf dem Macintosh schmerzt: Sowohl Premiere als auch Encore DVD und Audition sind nur für den PC verfügbar. Da ist man als treuer Mac-Anwender dankbar, dass zumindest After Effects noch Mac-OS-kompatibel ist, obwohl der erste Blick auf Version 7 Befremden auslöst: Keine fliegenden Paletten mehr, einheitliches Design der Fenster und viele kleine Pop-Down Menüs. Alles sieht irgendwie nach Windows aus, etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht unfunktionell.

Oberflächliches

Mit den so genannten Dockable Windows hat Adobe ein recht cleveres Prinzip für die Oberfläche übernommen: Jedes Fenster, egal ob Palette, Vorschau, Timeline oder Render-Steuerung, verfügt über vier Docking-Bereiche an den vier Kanten sowie einem Griff, um das Fenster zu anzudocken. Zieht man ein Fenster an den Rand eines anderen, leuchtet der Docking-Bereich lila auf. Lässt man das Fenster hier los, vereinigen sich zwei kleine zu einem großen Fenster, das man einheitlich vergrößern, verkleinern oder verschieben kann. Nach diesem Prinzip lassen sich bei Bedarf alle verfügbaren oder benötigten Fenster zu einer Einheit zusammenfassen, wobei die Breiten und Höhen der Fenster innerhalb dieser Einheit variabel sind, sodass man eine enthaltene Palette breiter oder schmaler ziehen kann.
Was sich relativ kompliziert anhört, ist in der Praxis recht einfach anzuwenden, wobei man jedes Fenster-Layout speichern und bei Bedarf wieder aufrufen kann. Adobe hat die gesamte Benutzer-Oberfläche von After Effects neu gestaltet, was sich vor allem in der Timeline widerspiegelt, die jetzt durch eine größere Darstellung der Ebenen und eindeutigere In- und Out-Punkte glänzt. Sehr funktionell ist auch die Anzeige mehrerer Kompositionen in einem Fenster bei gleichzeitiger Änderung aller Darstellungs-Optionen, sowie die Möglichkeit, eine Vorschau automatisch auf die optimale Fenstergröße anzupassen.
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