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Mit Akvis Neon 2.0 kunstvolle Neonbilder erstellen

09.05.2016 | 16:17 Uhr |

Mit der Bildbearbeitung Neon 2.0 präsentiert Akvis ein kreatives Tool für den fotografisch-künstlerischen Ausdruck.

Beginnen wir mit dem, woran wir uns nie gewöhnen werden und zunehmend nicht verstehen: Die Bedienoberfläche von Akvis Neon 2.0 sieht genauso angestaubt und unzeitgemäß aus, wie die anderen Programme, die wir von diesem Entwickler im Verlauf der letzten Jahre getestet haben. Wer auf Windows-Retro steht, dem mag das gefallen. Aber zumindest auf dem Mac ist man doch Ansprechenderes und auch Hübscheres gewohnt. Schließlich sieht das Auge bei der Arbeit am Computer mit, und das möchte gern ein wenig geschmeichelt werden, dann fällt auch die Kreativität am Bildschirm leichter. Selbst unter aktuelleren Windows-Betriebssystemen geht das nicht mehr als gefällig durch, was Akvis da an grauer oder jetzt auch alternativ in Anthrazit-Oberfläche bietet, mit optisch teils nur auf den zweiten Blick verständlichen, blockartigen Icons für die Werkzeuge.


Die ”inneren Werte” zählen auch

Doch nach dieser einleitenden (und fast schon gebetsmühlenartigen, vgl. auch hier ) Kritik kommen nun die positiven Werte. Man soll schließlich nicht nur auf das Äußere blicken. Und da hat das Tool durchaus Einiges zu bieten. Prinzipiell lassen sich mit der Software leuchtende Neonbilder aus Fotovorlagen erstellen. Dies gelingt schon ausgezeichnet mit den zahlreichen Presets (Mustervorlagen), die auf Namen hören wie Akvis Grunge, Impressive, Magic oder Mint Glow und viele andere. Hat man ein Foto geladen, sieht man eine kleine Vorschau für den gewünschten Bildeffekt, was auch fürs Austesten vorher sehr praktisch ist, da es kaum Zeit kostet. Nach der Auswahl markiert ein nicht so großes Rechteck einen Bildausschnitt, der die Vorschau auf dem aktuellen Foto zeigt und sich leicht verschieben lässt. Ist man zufrieden, klickt man auf Ergebnis, und der Filter respektive Effekt wird auf das Foto angewendet. Zahlreiche Zusatzoptionen wie die Auswahl einer Leinwand, also eines Hintergrundmusters, von Rahmen und eines aussagekräftigen Textes verfeinern das Ergebnis. Auch ein externes Bild lässt sich auf dem Foto zusätzlich platzieren. Leider können Text wie auch Bild nur nach bestimmten Vorgaben verschoben werden, eine freie Platzierung ist nicht möglich. Das liegt daran, dass Neon 2.0 nicht mit echten Ebenen arbeitet.

Gute Werkzeuge in der Deluxe-Variante


Darüber hinaus lassen sich viele einzelne Parameter mit Schiebereglern oder Zahneingaben anpassen: etwa die Leuchtintensität, die Glättung, Detailschärfe oder Invertierung eines Bildes. Unter ”Leinwand”  >  "Anpassung" ist auch der Einfallwinkel der Lichtquelle symbolisch über eine Kugel zu verschieben. Vorbildlich ist wie immer bei Akvis der Hilfebereich gestaltet: Wenn man mit dem Mauszeiger über ein Werkzeug oder eine Funktion fährt, zeigt ein kleiner Kasten eine knappe Erklärung für die Funktion an. So spart man sich langwierige Leseaktionen in Hilfedateien.
 Die Vielfalt der Zusatzfunktionen wie Texturen und Rahmen ist beeindruckend. Das reicht vom klassischen Eindruck bis zur quietschbunten Geburtstagseinladung, die man damit in wenigen Minuten fertiggestellt hat. Schade, dass die Exportfunktionen und auch die Möglichkeiten zum Teilen der fertigen Bilder sehr rudimentär sind. So ist nicht einmal Facebook unter den Sharing-Optionen (dafür Twitter, Google+, Flickr und Box). Gespeichert wird im JPEG-, PNG-, BMP- oder TIF (inklusive Kompression)-Format, was für die meisten Fälle völlig ausreicht. PSD vermisst man hier nicht, da es ja keine Ebenen gibt. Ganz nützlich ist es, auf den Akvis-eigenen Öffnen/Speichern-Dialog zu wechseln, da er die kompatiblen Bilder recht übersichtlich anzeigt.

Nur in der von uns getesteten Deluxe-Version gibt es die Werkzeuge zum selektiven Aufhellen oder Abdunkeln von Bildbereichen, mit dem Wischfinger lassen sich zudem kleine Korrekturen vornehmen.

Update zum Originaltext: Es gibt doch die Möglichkeit, auch selektiv den Originalzustand, also das ursprüngliche Foto, unter einem Neon-Filter durchscheinen zu lassen. Mit dem aktivierten Protokollpinsel, dort über das freilich gut versteckte Kontextmenü, kreuzt man an ”Originalzustand wiederherstellen”, dann klappt das. Der Entwickler räumte ein, dass auch die Beschreibung diese Funktion in der Hilfsdatei falsch war, dies wurde nun korrigiert.

Der Protokollpinsel
Vergrößern Der Protokollpinsel

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit


Akvis Neon 2.0 läuft ab Mac-OS X 10.6 auf Intel-Rechnern bis einschließlich OS X 10.11. Empfohlen wird mindestens ein Core-i5-Mac, aber auch auf unserem Testrechner (iMac von 2010 mit Intel Core i3 3,2 GHz, 8 GB RAM) läuft die Anwendung der Filtereffekte einigermaßen flott.
 Für das Programm gibt es wie bei Akvis üblich mehrere Lizenzmodelle, darunter die einfache Home-Ausgabe (wahlweise als Standalone, das heißt selbstlaufendes Programm, oder als Plug-in für beispielsweise Photoshop oder Photoshop Elements) für 29 Euro. Die Home-Deluxe-Version bietet beide Varianten für 39 Euro und kommt mit zusätzlichen Funktionen wie Kolorieren und den Nachbearbeitungswerkzeugen. Die Business-Lizenz ist funktionell identisch mit der Home Deluxe, darf aber auch gewerblich genutzt werden und kostet 59 Euro. Achtung: Dazu kommt jeweils die Mehrwertsteuer! Die Software darf immer auf zwei Rechnern registriert sein. Für Kunden, die Neon 1.x kurz zuvor erworben haben, ist das Update auf Version 2.0 kostenfrei. Wenn die Lizenz für das kostenlose Update nicht gültig ist, ist die neue Version für 14 Euro (ebenfalls zzgl. Mehrwertsteuer) erhältlich. Zusätzlich gibt es eine Testversion mit zehntägiger Laufzeit .

Fazit und Empfehlung

Alles Kritische wurde bereits genannt – die für uns überalterte Benutzeroberfläche und einige wenige Funktionen, die fehlen – abgesehen davon weiß das Neon-Programm in Version 2.0 sehr gut zu gefallen. Auch Nicht-Insider von Photoshop & Co. können damit leicht ihre Fotos kunstvoll und peppig aufwerten und für bestimmte Zwecke wie Einladungen oder fürs wirkungsvolle Aufhängen der künstlerisch bearbeiteten Fotos einrichten. Dabei helfen die mitgelieferten zahlreichen Rahmenmotive und Hintergrund-Texturen. Am besten fährt man mit der Home-Deluxe-Version, die mit Mehrwertsteuer gut 48 Euro kostet. Vielleicht ein bisschen viel für ein Tool mit eingeschränkten Möglichkeiten – der Netto- als Bruttopreis (also 39 Euro) wäre da wohl passender und attraktiver. Dennoch, die Software erfüllt ihren Zweck funktionell überzeugend.

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