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Mit Anytune einzelne Instrumente heraushören

26.01.2016 | 15:50 Uhr |

Noch bis Ende Januar gibt es die App Anytune gratis im App Store. Mit dem Tool kann man einzelne Stimmen besser heraushören.

Musiker kennen das Problem: Die im Netz oder im Musikalienhandel erhältlichen Noten zu mehr oder minder bekannten Musikstücken sind entweder teuer oder wenig genau – manchmal sogar beides. In vordigitalen Zeiten lösten Bands das Problem noch damit, dass sich jeder Musiker seine Stimme selbst "heraushören" musste. Schlagzeuger und Sänger waren da im Vorteil, Gitarristen verzweifelten an manch verschrobenem Akkord und Bassisten entgingen meist die Feinheiten von anspruchsvollen Basslinien.

Eine App, die in digitalen Zeiten Musiker beim genau Hinhören unterstützt, ist im App Store noch bis zum Sonntag gratis: Anytune . Wer nun aber Wunder erwartet und auf die schnelle ermittelte Akkordschemata und genau notierte Riffs oder Licks, dem sei gesagt, dass auch hier die Götter den Schweiß vor den Erfolg gesetzt haben. Der Weg zur Partitur ist aber etwas einfacher geworden. Anytune nimmt sich aus der Musikbibliothek auf iPhone/iPad oder dem Mac die lokal gespeicherten Stücke vor (nicht solche aus Apple Music) und lässt nun allerlei Manipulationen am Liedgut zu. Natürlich gelingt es der App nicht, aus dem Mix die einzelnen Spuren zu extrahieren – aber mit dem Equalizer ist es möglich, einzelne Instrumente in den Vordergrund zu rücken. Der EQ kommt mit einem guten Dutzend Voreinstellungen, die auch gleich halten, was sie versprechen und die Gitarre oder den Bass besser hörbar machen.

Erster Blick: Sinnvolle Features

Bei unserem ersten Blick konnten wir auch gleich einige der anderen Features kurz ausprobieren – was uns an zahllose Stunden vor dem Kassettendeck erinnerte. Ein Looper spielt immer wieder die gleiche Stelle vor – mit Schaudern erinnern wir uns das ewige Spulen. Anders als damals auf Kassette oder CD lässt sich in der App der Song oder eine bestimmte Passage auch in einem langsameren Tempo abspielen, ohne dass sich dabei die Tonart ändert. Hat man aber genau mit der ein Problem, weil Adele für eigenen Künste zu hoch singt oder Barry White zu tief, lässt sich auch diese verändern. Und zwar auf den zehntel Halbton genau. Jimmy Hendrix etwa hatte sein Gitarre wegen des fetteren Sounds immer einen Halbton zu tief gestimmt, weshalb seine Songs in Tonarten mit vielen ♭klingen. Zum Raushören mit der eigenen Gitarre in Standardstimmung leistet der Tonartregler in diesen Fällen gute Dienste.

Auch sehr schön ist eine Funktion namens Tempo-Trainer. Beherrscht man eine bei niedrigem Tempo eine Akkordfolge, eine Basslinie oder ein Gitarrenriff, kann man sich höhere Geschwindigkeiten schrittweise erarbeiten. Der Tempo-Trainer wiederholt einen definierte Loop zehnmal und steigert dabei das Tempo jeweils um 5 Prozent der Originalgeschwindigkeit, bis das Endtempo erreicht ist.

Noch bis Sonntag gratis für iOS

Wir werden Mac- und iOS-Version aber noch genauer testen und unsere Ergebnisse hier festhalten. Im Mac App Store kostet Anytune 30 Euro, die iOS-App ist als Anytune Pro+ für 15 Euro zu haben. Noch bis Ende Januar vergibt der Hersteller von Anytune über seine Website Lizenzen für Pro-Funktionen. Dabei muss man sich zunächst die kostenlose, werbefinanzierte Version laden und kann dann nach Registrierung über einen Freischaltcode die Funktionen im Wert von 7 Euro per In-App-Kauf für 0,00 Euro beziehen.

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