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Aperture 1.1

20.04.2006 | 13:33 Uhr |

Im März hatte Apple Aperture 1.1 erstmals auf der Fotomesse PMA gezeigt, verfügbar ist es seit Mitte April. Das Ergebnis ist vor allem für Intel-Mac-Besitzer erfreulich, denn Aperture 1.1 läuft auf diesen Rechnern angenehm schnell.

aperture 1.1
Vergrößern aperture 1.1

Die erste Aperture-Version hat in Macwelt 2/06 nur „mangelhaft“ erhalten. Jetzt hat Apple mit Version 1.1 das erste größere Update veröffentlicht. Neben vielen Fehlerbereinigungen kommen ein paar neue Funktionen hinzu – doch grundlegende Kritikpunkte sind nicht behoben.

Die schlechte Ausgabequalität ist unsere Hauptkritik im Test der Macwelt 2/06. Leider ist die Ausgabequalität von Aperture 1.1 im Vergleich zu seinen Vorgängerversionen 1.0 und 1.0.1 nur wenig besser. Die störenden JPEG-ähnlichen Artefakte fallen milder aus als bisher. Dennoch: An die Ausgabequalität von Capture One sowie Camera Raw reicht sie immer noch nicht heran. So wird Aperture Profi-Ansprüchen bei der Bildqualität weiterhin nicht gerecht. Erfreulich ist die Preissenkung auf 300 Euro - wohl eine Reaktion auf den kommenden Konkurrenten Adobe Lightroom, der bisher nur als Beta-Version erhältlich ist.

Die Qualität der Raw-Ausgabe reicht auch mit Aperture 1.1 nicht an jene von Adobe Camera RAW und Capture One heran. Im Bild sieht man von links nach rechts einen Ausschnitt eines konvertierten Fotos von Aperture 1.0.1, Aperture 1.1 und Camera RAW.
Vergrößern Die Qualität der Raw-Ausgabe reicht auch mit Aperture 1.1 nicht an jene von Adobe Camera RAW und Capture One heran. Im Bild sieht man von links nach rechts einen Ausschnitt eines konvertierten Fotos von Aperture 1.0.1, Aperture 1.1 und Camera RAW.
© 2015

Dies macht Aperture für die Klientel interessanter, der es wegen der für Profis weiterhin zu schlechten Ausgabequalität am ehesten zu empfehlen ist: anspruchsvolle Hobbyfotografen. Denn weiterhin revolutionär einfach ist die Art, auf die man mit Aperture vor allem Raw-Bilder sichtet, ordnet und bearbeitet. Doch Englischkenntnisse muss man bei Aperture mitbringen, eine Deutsche Version gibt es nach wie vor nicht.

Optimiert für Intel-Macs

Schneller soll Aperture nun arbeiten, vor allem auf Intel-Macs. Besonders die Lift-and-Stamp-Funktion will Apple beschleunigt haben, gerade Intel-Macs sollen hier laut Apple deutlich schneller als G4- und G5-Rechner arbeiten. Im Test bestätigt sich dies teils auf unangenehme Weise. Denn während Aperture 1.1 auf einem Intel-Mac angenehm flott arbeitet, im Test ein 2 GHz schnelles Macbook Pro, ist diese Version auf einem G5-Mac teils sogar langsamer als zuvor. Ärgerlich ist das gerade bei Änderungen an Bildeinstellungen, die Aperture in Echtzeit darstellt. Dies geht auf einem G5-Mac stockender von der Hand als mit der Vorgängerversion 1.0.1. Spürbar flüssiger arbeitet hier Aperture 1.1 auf einem Macbook Pro.

Auf einem Macbook Pro mit 2 GHz dauert das Übertragen der Bildeinstellungen auf 70 Raw-Fotos rund sechs Sekunden, auf einen Power Mac G5 mit 2mal 2 GHz acht Sekunden sowohl unter Aperture 1.0.1 als 1.1. Doch die Vorschaubilder passen sich nicht sofort den neuen Bildeinstellungen an. Klickt man unmittelbar nach dem Übertragen der Bildeinstellungen auf eines der geänderten Bilder, benötigt der G5-Mac weitere sechs Sekunden, bis er das Bild vollständig geladen anzeigt. Zwei Sekunden langsamer sind hier das Macbook Pro sowie die ältere Aperture-Version auf dem G5-Mac. Nach einiger Zeit passt Aperture im Hintergrund die Vorschaubilder den neuen Bildeinstellungen an. Ist dies geschehen, erscheinen die Bilder mit knapp drei respektive vier Sekunden deutlich schneller. So reicht Aperture auf einem Macbook Pro bereits an die Leistung eines ausgewachsenen Power Mac G5 mit Dualprozessor heran.

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