967728

Aperture versus Lightroom

13.04.2007 | 13:51 Uhr |

Digitale Bilder dominieren das Berufsfeld der Fotografen. Höchste Zeit also, dass sich Softwarehersteller der besonderen Arbeitsabläufe dieses Berufszweiges annehmen und spezialisierte Lösungen anbieten. Macwelt vergleicht die Programme Aperture von Apple und Lightroom von Adobe, die sich beide als Lösung für die Anforderungen des digitalen Fotohandwerks andienen.

Lang hat sich Adobe Zeit gelassen, mit der Betaphase seiner Fotosoftware Lightroom. Doch das Unternehmen wollte nicht Apples Fehler wiederholen, mit einer zu früh veröffentlichten Software die Anwender zu verärgern

Die ständige Steigerung von Bildqualität und Aufnahmefrequenz fotografischer Systeme und deren stetiger Preisverfall beeinflussen die Arbeitsabläufe von Fotografen, denn sie müssen die wachsende Flut digitaler Bilder mit geeigneter Software in Bahnen lenken. Bildbetrachter, die Datenbestände sichten und mit Sortierkriterien versehen, gibt es eine ganze Reihe. Aber die besondere Aufgabe besteht darin, nicht nur Bildformate wie TIFF oder JPEG anzusehen, sondern spezifische Rohdaten, die diverse Digitalkamera-Modelle liefern, auszulesen und schnell darzustellen. Denn die Rohdaten, die Kamerasensoren liefern – auch als RAW-Format bezeichnet – müssen auf besondere Art behandelt werden.

Drückt ein Fotograf auf den Auslöser seiner Digitalkamera, kann er die nötige Bildwandlung der in die Kamera eingebauten Elektronik überlassen oder alternativ einer Software. Kamera-Hardware lässt sich nicht ohne Weiteres an technische Änderungen anpassen. Ihre Rechenleistung ist durch die Anforderungen der Miniaturisierung eingeschränkt. Die Vorteile einer software-basierten Umwandlung liegen auf der Hand. Eine Software kann laufend angepasst und in ihrer Verarbeitungsqualität verfeinert werden. Zudem kann sie bei der Bildwandlung auf die Leistungsfähigkeit hoch getakteter Prozessoren, breiter Systembusse und schneller Festplatten zurückgreifen. Daher lassen sich Bilder direkt beim Fotografieren in Formaten wie JPEG oder TIFF speichern. Oder man nutzt die Option – wie es die Profis meist tun – die unveränderten Daten, die der Kamerachip bei der Aufnahme liefert, im RAW-Format zu speichern und sie anschließend mittels spezieller Software zu „entwickeln“. Dabei bleibt die Originaldatei während des gesamten Verarbeitungsprozesses erhalten, die Bildmanipulationen wie Belichtung, Helligkeit, Farbton oder Schärfe, werden je nach Arbeitsweise eines Programms, nur in Zusatzdateien als Referenz aufbewahrt (XMP Format). Das führt dazu, dass ein entwickeltes Motiv, je nachdem durch welche Software gewandelt, möglicherweise Unterschiede aufweist. Besonders die Kamerahersteller wissen um die letzten Geheimnisse ihrer Geräte. Dritthersteller wie Apple und Adobe müssen durch geschickte Entwicklungsarbeit herausfinden, wie aus den Quelldaten ein möglichst optimales Bild zu generieren ist. Die Hersteller werden auch nicht großzügig Informationen preisgeben, denn sie sind am Absatz eigener Software-Produkte interessiert.

0 Kommentare zu diesem Artikel
967728