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Apple Auto iCar: Gerüchte, Ausstattung, Releasedatum, Preis

04.08.2016 | 16:29 Uhr |

Baut Apple ein eigenes Auto? Was wird iCar besser können als bisherige Autos? Wann kommt es und wie viel kostet es? Oder verbirgt sich hinter dem Project Titan eine Technologie für autonom fahrende Autos? Der umfassende Überblick über alle Fakten und Gerüchte.

Müssen Audi, BMW, Lexus, Mercedes-Benz und Tesla vor dem Apple Car alias Apple Auto alias iCar zittern? Baut Apple überhaupt ein eigenes Auto oder entwickelt es stattdessen Technologien für selbstfahrende Autos? Was ist an den Gerüchten dran? Wie kann sich das iCar von bisherigen Autos unterscheiden, was sind seine Alleinstellungsmerkmale? Wann kommt das iCar oder Apple Car und wie viel wird es kosten? Wir versuchen diese und viele weiteren Fragen zu klären.

Wichtig - dieser Artikel bleibt immer aktuell

Wir aktualisieren diesen großen Apple-Auto-Ratgeber fortlaufend. Sobald wir neue Informationen zum iCar aufspüren, tragen wir diese hier ein.

1. Der Name: Apple Auto, Apple Car, iCar oder was?

Es gibt definitiv keine belastbaren Hinweise auf den Namen des Apple-Autos. Das sollte niemanden überraschen, Apple hat in der Vergangenheit die Namen eines neuen Produktes beziehungsweise einer neuen Gerätegeneration oft bis zu dessen Vorstellung geheim gehalten.

Tesla-Chef Musk spricht zwar davon, dass Apple ein Auto bauen wird, nennt aber auch keine Bezeichnung dafür. Deshalb werden wir in diesem Artikel die Bezeichnungen „iCar“ – angelehnt an iPhone, iPad, iMac und iPod – und Apple Car – wie Apple TV oder Apple Watch – sowie Apple Auto gleichwertig verwenden. Das finale Produkt, sofern Apple tatsächlich ein Auto bauen sollte, könnte aber auch ganz anders heißen.

2. Project Titan: Der Codename des Auto-Projektes

Anfang 2015 machte die Meldung die Runde, dass Apple bis 2019 die Produktion eines eigenen Autos starten wolle. Das Auto-Projekt soll angeblich unter dem Tarnnamen "Project Titan" laufen, wie das Wall Street Journal berichtete. Zwischenzeitlich bekam das Gerücht um ein Apple-Auto neue Nahrung, weil sich Apple diverse Domains mit Auto-Bezug gesichert hat: apple.car, apple.cars und apple.auto. Apple-Chef Tim Cook soll die Entwicklung des Apple-Autos bereits 2014 abgesegnet haben. Ebenfalls im Jahr 2014 besuchte Cook die BMW-Fabrik, in der das Elektro-Auto i3 vom Band läuft (siehe unten Punkt 17).

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, hat vor einiger Zeit das Silicon Valley besucht und dabei seinen eigenen Worten zufolge festgestellt, dass Apple und Google größere Fortschritte bei ihren Auto-Projekten gemacht hätten, als er zunächst gedacht hätte. An dem Project Titan ist also tatsächlich etwas dran.

Apple schweigt zwar konsequent über seine Pläne mit (selbstfahrenden) Automobilen. Tim Cook hat in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Fortune jedoch einige Andeutungen fallen lassen , dass Apple ernsthaft in diese Richtung entwickle.

Apple vergrößert sich - Industrielle Revolution statt Zuckerwasser

Die Spekulationen über das Apple Car erhalten durch einen Bericht des Silicon Valley Business Journal neue Nahrung . Demnach habe Apple bereits im November 2015 ein Gelände in Sunnyvale gemietet, das in unmittelbarer Nähe von Gebäuden stehe, in denen der Konzern bereits einen Großteil seines iCar-Teams untergebracht habe. Der vorherige Nutzer des gut einen Hektar umfassenden Areals in der 960 Kifer Road ist in der Apple-Geschichte kein Unbekannter: Pepsi Cola hatte dort eine Abfüllanlage betrieben. In den frühen Achtziger Jahren konnte das damals junge Unternehmen Apple mit John Sculley einen erfahrenen Manager von Pepsi als neuen CEO abwerben. Steve Jobs soll seinerzeit John Sculley mit dem Argument überzeugt haben, ob er den Rest seines Lebens Zuckerwasser verkaufen oder doch nicht lieber eine industrielle Revolution vorantreiben wolle.

Galerie: Alle Auto-Tests auf einem Blick

3. Das muss das Apple-Auto können

Eines ist sicher: Ein Apple Car darf nicht einfach nur iPhone, Apple-Uhr, iPad, Laptop und Mac-Rechner miteinander kommunizieren und Daten austauschen lassen. Gute Schnittstellen für die Integration von Mobilgeräten in moderne Autos gibt es schon heute etliche, wie unsere Tests beweisen. Sowohl Systeme der Automobilhersteller wie Audi Connect , BMW ConnectedDrive , VW Discover Pro mit Car-Net oder Mazda MZD , um nur einige Beispiel zu nennen. Als auch Schnittstellen der Mobile-OS-Hersteller wie Apple Carplay, dessen Google-Gegenstück Android Auto und natürlich Mirrorlink, das von einem Konsortium von Branchengrößen aus der Automobil- und Telekommunikationsbranche unterstützt wird. Ein Apple Auto muss mehr als diese bereits bekannten Funktionen bieten. Neben dem Thema größtmögliche Vernetzung spielen aber auch die Themen Elektro-Antrieb und autonomes Fahren eine wichtige Rolle. Aber der Reihe nach...

4. Motor

Ein sportlicher E-Antrieb dürfte als sicher gelten. Alles andere als ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug wäre für einen Neueinsteiger im Autosegment auch wenig sinnvoll. In diesem Fall sind dann aber Reichweite und Ladezeiten spannende Eckpunkte, an denen sich Apple messen lassen muss.

5. Antriebskonzept

Das iCar könnte zwar einen Allradantrieb haben, wie wir ihn bei Tesla oder bei der Studie VW BUDD-e. finden. Das muss aber nicht sein, ein Antrieb an nur einer Achse reicht vollkommen für sportliches Vorankommen, der BMW i3 ist dafür das beste Beispiel. Ein Allradantrieb ist aufwändiger, benötigt mehr Platz und macht das Auto schwerer. Das alles könnte gegen Allrad im iCar sprechen.

6. Autonomes Fahren

Mit Sicherheit wird das Apple Car eine Fülle von Assistenzsystemen anbieten und über die dafür nötigen Sensoren verfügen. Diese sind schließlich nicht nur in Premiumfahrzeugen von Audi, BMW und Mercedes-Benz längst erhältlich, sondern stehen zum Beispiel in beeindruckend guter Qualität auch schon in Volkswagenmodellen zur Verfügung.

Lese-Tipp : So verändern Elektro-Autos und autonomes Fahren unser Leben

Doch wie weit das Apple-Auto bereits in Richtung autonomes Fahren geht wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Tesla hat zwar mit seinem Auto-Piloten hier bereits vorgelegt, musste dann aber regulierende Updates hinterher schieben, weil die Teslafahrer dieses Feature nicht unbedingt im Sinne der Verkehrssicherheit genutzt haben: So gibt es Videos, die während der Fahrt schlafende Tesla-Fahrer zeigen. Die Kritik an Teslas Auto-Piloten schwoll aber besonders stark an, als es zu dem ersten tödlichen Unfall mit einem Tesla kam, der von dem Auto-Piloten gesteuert wurde.

Und Googles selbst fahrendes Auto entspricht in Sachen Fahrleistungen und Größe auch nicht unbedingt einem Premiumfahrzeug. Apple wird sich hier – vielleicht in Zusammenarbeit mit kompetenten Zulieferern wie Delphi, Bosch und Continental/Elektrobit - kaum weiter vorwagen können als Audi, BMW und Daimler. Mit der Anwerbung von Jamie Carlson von Tesla hat Apple aber bereits einen Experten für autonomes Fahren an Bord geholt.

7. Karosserie-Form und Innenausstattung

Karosserieform und Fahrzeuggröße sind unbekannt, auch wenn manche Medien über einen Mini-Van spekulieren. Diese Vermutung basiert aber ausschließlich auf den Gedankenspielen von Auto-Redakteuren und -Zeichnern, es gibt keinerlei belastbare Hinweise für diese Karossiereform.

Unterstellt man aber, dass Apple sich tatsächlich etwas am BMW i3 orientiert und in erster Linie ein Auto für Bewohner von großstädtischen Ballungsräumen bauen möchte, dann würde sich die Bau-Form eines Mini-Van anbieten. Demnach könnte das Apple-Auto bis zu 4,50 Meter lang sein und dürfte eine kastenartige Form aufweisen. Dank platzsparendem E-Motor beziehungsweise mehrere E-Motoren (für Allrad an Vorder- und Hinterachse) oder vielleicht sogar Nabenantrieb dürfte viel Platz im Apple Auto-Innenraum zur Verfügung stehen.

Volkswagen ist diesen Weg mit seiner Studie BUDD-e ja auch gegangen. Denn ein Mini-Van bietet mehr Platz als ein konventionelles Auto oder gar ein Sportwagen wie die Modelle S und 3 von Tesla. Nur in einem Van kann man den Lounge-Charakter mit der futuristischen, geräumigen Innenausstattung mit drehbaren Sitzen à la VW BUDD-e und Mercedes-Benz F-015 umsetzen.

Maximale Vernetzung und ein modernes volldigitales Cockpit mit großen Touchscreens darf man im iCar erwarten. Solche Riesenbildschirme gibt es ja bereits in der aktuellen S-Klasse und im Tesla. Eine Sprach- und Gestensteuerung ist ebenfalls wahrscheinlich. Zumal selbst der Volumenhersteller Volkswagen die Gestensteuerung noch 2016 im e-Golf Touch einführt und BMW sie unter der etwas merkwürdig klingenden Bezeichnung Gestiksteuerung bereits im BMW 7er anbietet.

F 015 Luxury in Motion
Vergrößern F 015 Luxury in Motion
© Daimler

Die Batterien für den Elektro-Motor befinden sich sicherlich über dem Bodenblech verteilt, was dem iCar eine hervorragende und sichere Straßenlage geben würde, wie man es auch von Tesla oder dem BMW i3 kennt.

Den BUDD-e zeigt Volkswagen 2016 auf der CES in Las Vegas auf seiner Keynote.
Vergrößern Den BUDD-e zeigt Volkswagen 2016 auf der CES in Las Vegas auf seiner Keynote.
© Volkswagen

Motor Trend zeigt eigene Entwürfe für das Apple Auto

Das US-Auto-Magazin Motor Trend ist bekannt dafür, dass es immer mal wieder Entwürfe für noch nicht erschienene Autos zeigt. So auch für das Apple Auto alias iCar. Motor Trend beauftragte Designer und Ingenieure des ArtCenter College of Design damit das Apple Auto zu zeichnen. Das recht aggressiv als „exklusiv“ präsentierte Ergebnis dürfte aber niemanden überraschen, ähnelt es doch in vielen Punkten den bereits bekannten Spekulationen. Ähnliche Skizzen/Entwürfe, die das iCar als eine Art Mini-Van zeigen, hat die Auto Bild bereits im Oktober 2015 gezeigt.

Eine Designstudie zum iCar.
Vergrößern Eine Designstudie zum iCar.
© Motor Trend

Exakt so einen Mini-Van zeigt auch die Studie von Motor Trend, die als „premium mono-volume“ bezeichnet wird um den etwas weniger wertig klingenden Begriff „Mini-Van“ zu vermeiden. Auch die damaligen Auto-Bild-Entwürfe zeigten solche „One-Box-Vans“. Die Autobild hatte seinerzeit drei Zeichner beauftragt, ihre Entwürfe vorzulegen und diese dann von dem renommierten Produktdesigner Hartmut Esslinger bewerten lassen, der auch schon für Apple gearbeitet hat. Die Vorgehensweise von Motor Trend und Auto Bild sind also ähnlich.

Ein Youtube-Video stellt den Entwurf vor:

Während das Äußere des Motor-Trend-Entwurfs wenig spektakulär ist, sind einige Details des Innenraumkonzepts durchaus interessant: Armaturenbrett und Windschutzscheibe werden zu Anzeigeinstrumenten von Augmented Reality, Apple hatte erst im vergangenen Jahr entsprechende Expertise eingekauft. iPhone und Apple Watch werden in dem Konzept zu wichtigen Bedienelementen, sie gewähren nicht nur den Zugang zum Fahrzeug, sondern speichern auch individuelle Einstellungen, etwa der Sitze oder der Klimaanlage. Wobei es solche Ansätze aber auch schon bei einigen Premium-Automobil-Hersteller gibt. Land Rover beispielsweise hat eine Studie vorgestellt, bei der der Fahrer durch die Motorhaube schauen kann.

Die Entwürfe von Motor Trend sind sicherlich anregend, neue Informationen bieten sie jedoch nicht. Vor allem sind sie genauso wie die älteren Entwürfe der Auto Bild frei erfunden und basieren nicht auf Angaben von Apple.

Übrigens: Das Forschungsauto, das Daimler auf der CES 2015 zeigte, der F 015 Luxury in Motion, geht in eine ähnliche Richtung.

8. Apple Auto als Kleinwagen für Carsharing ab 2019/2020

Die FAZ wiederum orakelte , dass das iCar als Kleinwagen für den Carsharing-Einsatz kommen dürfte. 2019 oder 2020 könnte es soweit sein. Das iCar alias Apple Auto würde man demnach also nicht kaufen oder vom Hersteller leasen, sondern von einem Carsharing-Unternehmen mieten und minutengenau abrechnen. Viele deutsche Hersteller wie BMW oder Daimler besitzen bereits eigene Carsharing-Unternehmen (DriveNow und Car2Go), setzen also auch auf diesen zusätzlichen Verwendungszweck für ihre Fahrzeuge.

Mit der Definition als „Kleinwagen“ weicht die FAZ aber etwas von den bisherigen Vermutungen ab. Diese sehen das Apple Auto wie gesagt eher als Mini-Van, also etwas größer gestaltet. Allerdings ist das auch eine Definitionsfrage, in jedem Fall dürfte es sich beim Apple Auto um ein kompaktes Fahrzeug mit vergleichsweise viel Innenraumplatz handeln.

Carsharing-Kleinwagen soll kein selbstfahrendes Auto sein

Besonders spannend: Das Apple Auto für das Carsharing soll nach dem obigen Bericht der FAZ weder teilautomatisiert noch vollautomatisiert sein. Diese Selbstfahr-Fähigkeit soll erst später dazu kommen.

Zumindest der Verzicht auf die Teilautomatisierung überrascht aber, denn das können bereits moderne Autos und nicht nur solche aus dem Premiumsegment. Tesla bietet bereits einen Auto-Piloten an, ACC, aktiver Spurhalteassistent oder Notbremsassistent findet man bereits in vielen Autos selbst von Volumenherstellern. Und Daimler geht mit der neuen Mercedes E-Klasse ebenfalls einen weiteren großen Schritt in Richtung selbst fahrendes Auto. VW experimentiert bereits mit vollautomatisch einparkenden Autos und Audi bringt 2017 den Stau-Piloten im A8 auf den Markt. Insofern klingt der Hinweis auf die fehlende Teilautomatisierung etwas merkwürdig.

9. Preis

Die geplante Marktpositionierung beziehungsweise das Preisniveau kennen wir nicht. Wobei hier das Premiumsegment zu vermuten ist, das Apple-Auto dürfte sich also als Konkurrent zu Audi, BMW, Mercedes-Benz, Lexus und Tesla verstehen und dementsprechend teuer sein.

Analysten machen derweil das, was sie am besten können: Sie spekulieren. Die Marktbeobachter von Jefferies & Co. kommen etwa zu dem Ergebnis, dass ein iCar 55.000 Dollar (knapp über 50.000 Euro) kosten könnte, wie US-Medien berichten. Das wäre günstiger als ein Tesla S oder X, aber teurer als ein Tesla Model 3 oder ein BMW i3 in der Grundausstattung. Zudem soll Apple 200.000 Stück davon im ersten Jahr verkaufen können.

Tesla hängt die Messlatte höher für Apple

Mit der Vorstellung des Model 3 für 35.000 US-Dollar setzt Tesla Apple aber unter Druck. Anders als die bisherigen Modelle Roadster, Model S und Model X zielt Tesla damit auf den Massenmarkt. Wenn Tesla sein neues Mittelklasse-Elektro-Auto wirklich Ende 2017 zu diesem Kampfpreis auf den Markt bringt, wird sich Apple mit seinem iCar am Tesla Model 3 messen lassen müssen.

10. Apple baut 1000-Mann-Team für Project Titan auf

Über 1000 Mitarbeiter soll das Auto-Team von Apple angeblich bereits umfassen. Auf Wikipedia findet man eine Liste von prominenten Personen, die angeblich bei Titan mitarbeiten. Apple-Chef Tim Cook betonte jedoch in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Fortune, dass es für Apple generell wichtig sei, sich immer wieder auszuprobieren. Und hunderte Leute an einem Projekt forschen zu lassen, würde noch nicht bedeuten, dafür "haufenweise" Geld auszugeben. Erst wenn man in Produktion gehe, wäre man einem Produkt auch verpflichtet. Mit anderen Worten: Cook bestätigte die Arbeit an einem iCar nicht, er dementierte das Projekt aber auch nicht.

Apple wirbt Akku-Experten ab

Weil es sich bei dem iCar vermutlich um ein Elektro-Auto handeln dürfte, passte die Meldung gut dazu, dass Apple Akku-Experten von einem anderen US-Unternehmen abgeworben habe. Das Abwerben der Akku-Experten drang an die Öffentlichkeit, weil der Batterieherstellers A123, von dem Apple die Akku-Experten abgeworben haben soll, Apple deswegen verklagte: Apple habe mindestens fünf wichtige Mitarbeiter aus der A123-Technik-Abteilung abgeworben, weil der US-Konzern eine eigene „große Batterieabteilung“ aufbauen wolle, die dann in Konkurrenz zu A123 Systems treten soll. Laut A123 würde das der Konkurrenzausschlussklausel widersprechen, die alle Mitarbeiter des Batterieherstellers unterschrieben hätten. Bereits seit Juni 2014 betreibe Apple laut A123 aggressive Taktiken zum Abwerben von Mitarbeitern. Die Beschäftigten hätten A123 Systems laut Unternehmensangaben unter „verdächtigen Umständen“ verlassen. Apple soll außerdem auch versucht haben, Mitarbeiter von Samsung Electronics, Panasonic, LG Electronics und Toshiba abzuwerben.

Diese abgeworbenen Experten würden das Team erweitern, das Apple aus eigenen Leuten zusammengestellt hat. So soll Apple einige erfahrene Manager der iPhone-Sparte für das Auto-Projekt abkommandiert haben. Auch einige Top-Designer von Apple sollen in dem neuen Team arbeiten.

Mercedes-Benz-Experte geht zu Apple...und weiter zu VW

Außerdem hatte Apple bereits 2014 mit Johann Jungwirth eine Führungskraft von einem Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mercedes Benz im Silicon Valley abgeworben. Bei Mercedes kümmerte sich Jungwirth um die Entwicklung von Roboterautos und Telematikdiensten. Jungwirth ist allerdings im November 2015 zu Volkswagen weiter gezogen. Bei VW soll Jungwirth die Digitalisierungsstrategie vorantreiben.

Experten von Chrysler und Ford

Mit Doug Betts hat Apple außerdem einen ehemaligen Chrysler-Manager engagiert. Betts hatte zuvor schon für Toyota und Nissan gearbeitet. Von Nvidia wiederum konnte Apple aber Jonathan Cohen abwerben. Cohen ist Experte für Maschinenlernen, was gut zu einem autonom fahrenden Auto passt.

Todd Gray
Vergrößern Todd Gray

Apple wirbt zudem immer wieder Experten von Ford ab. So wechselte im Mai 2016 mit Todd Gray ein Ford-Mitarbeiter zu Apple, der zuvor bei Ford für die Entwicklung der Maschinen verantwortlich war, die die Aluminium-Karosserie für den Pickup F-150 produzieren. Bereits im September 2015 wechselte die Ford-Mitarbeiterin Aindrea Campbell zu Apple, die bei Ford mit dem Karosseriebau befasst war und zuletzt ein Team leitete, das sich mit dem Leichtmetalleinsatz bei Fahrzeugen beschäftigt.

Experte für Satellitennavigation

Wie Bloomberg zudem erfahren hat , heuerte Apple bereits im Oktober 2015 den Experten für Satellitennavigation Sinisa Durekovic an, der bereits für BMW und Mercedes-Benz Lösungen für Autonavigationssysteme entwickelt hat. Welchen Posten der Softwareingenieur bei Apple genau bekleidet und was seine Aufgaben sind, ist zwar nicht bekannt, doch wird sich Durekovic mit seiner Expertise wohl kaum um die Weiterentwicklung von iTunes kümmern. Laut Linkedin ist Durekovic im Bereich "Digital Maps Systems" bei Apple tätig. Durekovic gibt an, dass seine Expertise bei den Navi-Systemen, digitalen Karten und Fahrkontroll-Systemen liegt. Zu diesem Themenbereich passt auch die Einstellung von Dan Dodge. Dodge war Mitentwickler von QNX und CEO von QNX (siehe unten Punkt 13).

Apples Pressesprecherin wollte gegenüber Bloomberg den Bericht nicht kommentieren, doch selbst bei einer Bestätigung Apples wäre Durekovics Einstellung kein endgültiger Beweis für ein in Cupertino entstehendes (selbstfahrendes) Automobil, seine Fähigkeiten könnten auch bei der Weiterentwicklung von CarPlay eine wesentliche Rolle spielen. Apple setzt sich aber in jedem Fall intensiv mit Verkehrstechnik und Dienstleistungen auseinander, im Mai 2016 war ein Milliarden-Investment in den chinesischen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing bekannt geworden.

11. Leitung von Project Titan: Erst Zadesky...

Das gesamte Auto-Team unterstand zunächst wohl Steve Zadesky, der bis 1999 für Ford gearbeitet hat und im März 1999 zu Apple wechselte. Dort hat er an den Produkten iPod und iPhone gearbeitet. Steve Zadesky gab die Leitung von Project Titan aber mittlerweile ab. Das Wall Street Journal berichtet, dass Zadesky aus persönlichen Gründen Apple verlässt. Zadesky müsse also nicht wegen fehlender Performance gehen. iPod-Erfinder Tony Fadell sieht in Zadeskys Abgang einen schweren Verlust für Apple.

Wie Bloomberg betont, ändere das Ausscheiden von Zadesky nichts an der Fortführung des Auto-Projekts. Allerdings scheint es laut dem Wall Street Journal durchaus Probleme zu geben; so sollen einige Mitglieder von Project Titan Zweifel daran geäußert haben, dass man die Deadlines von Apple einhalten könne. Angeblich soll Apple für sein Auto-Team sogar einen Einstellungsstopp verhängt haben, wie Applesinsider berichtet. Das Project Titan befände sich an einem Scheideweg, heißt es weiter.

Jony Ive, Design-Chef bei Apple, habe die bisherige Arbeit des “Titan-Teams” analysiert. Er sei unzufrieden mit dem Vorankommen des Projekts. Unklar ist, ob das Ausscheiden von Steve Zadesky eine Folge dieser “Unzufriedenheit” ist.

...und dann Bob Mansfield

Laut eines Berichts des Wall Street Journals hat Apple seinen beinahe legendären Hardwareingenieur Bob Mansfield in die Verantwortung für das ominöse Project Titan genommen. Mansfield war 1999 zu Apple gekommen und hatte bei zahlreichen Hardwareprojekten die Leitung innegehabt. Zuletzt war es etwas ruhiger um Mansfiled geworden, er hatte im Hintergrund aber die Verantwortung für spezielle Projekte übernommen, zuletzt für die Apple Watch. Mansfields Ernennung, die Apple offiziell genau so wenig bestätigt hat wie überhaupt die Existenz des Projects Titan, würde zeigen, dass es der Mac-Hersteller mit der Entwicklung ernst meint.

Bob Mansfield – Der Frührentner bei Apple

Mansfields Abteilung soll aus drei Aufgabenbereichen bestehen: Dem Software-Team unter John Wright, der für Sensoren zuständigen Abteilung von Benjamin Lyon und den Hardware-Ingenieuren von D.J. Novotney. Laut Bloomberg arbeiten Hunderte von Ingenieuren am Project Titan.

Beim Elektroauto-Pionier Tesla bedient sich Apple ebenfalls bei seiner Suche nach geeignetem Personal. Womit wir beim nächsten Punkt sind: Apple und Tesla.

12. Apple und Tesla

Wie Tesla-Gründer Elon Musk verraten hat, wirbt Apple schon seit einiger Zeit Mitarbeiter von Tesla ab. Weil es sich bei den Abgeworbenen laut Musk um die Leute handeln würde, die Tesla gefeuert habe (also die „Nicht-Performer“), verspottete Musk Apple als Friedhof von Tesla. Immerhin wissen wir durch diese Äußerung Musks aber, dass Apple Auto-Experten sucht. Zumal Musk selbst das „iCar“ als den nächsten logischen Schritt für Apple ansieht. Und in einem BBC-Interview das Apple-Auto als „offenes Geheimnis“ bezeichnete.

Tesla verliert Top-Experten an Apple

Doch wenn man die Namen der von Apple abgeworbenen Tesla-Manager liest, dann zweifelt man daran, dass es sich dabei um Leute handelt, die Tesla nicht mehr brauchen konnte. Jamie Carlson ist ein konkretes Beispiel für einen Ex-Tesla-Mitarbeiter, der bei Apple gelandet ist. Carlson war Senior Engineer bei Tesla und dort als  "Autopilot Firmware Manager" mit einer Funktion beschäftigt, die in Richtung autonomes Fahren geht.

Apple hat außerdem den Tesla-Spitzenmanager Chris Porrit abgeworben, der sich in Cupertino nun um "spezielle Projekte" kümmern soll. Porrit bringt wertvolle Erfahrungen ein, als Vize-Präsident für Fahrzeug-Entwicklung bei Tesla hatte er direkten Draht zum Chef Elon Musk und hatte sich mit diesem drei, viermal die Woche ausgetauscht, berichtet Business Insider. Schon vor seiner Zeit bei Tesla, wo er mit den Fahrzeugen Model S und Model X beschäftigt war, arbeitete Porrit in der Automobilindustrie und entwickelte bei Aston Martin den One-77.

Einen weiteren führenden Tesla-Entwickler, nämlich Robert Rose, schnappte sich dagegen Google. Robert Rose führte bei Tesla den Autopiloten zur Marktreife.

Tesla Model S
Vergrößern Tesla Model S
© Tesla

Wenn Apple schon ein eigenes Elektro-Auto bauen will - was liegt da näher, als einfach Tesla zu kaufen? Und damit richtig viel E-Auto- und Batterie-Know-How, Teslas Produktionsstätten und Akku-Fabriken und das Image als E-Auto-Pionier mit einem Schlag ins Unternehmen zu holen? Das dachten sich auch einige Apple-Aktionäre, wie auch das Wirtschaftsmagazin Fortune.

Kurze Zeit nachdem die Öffentlichkeit von dem Project Titan im Februar 2015 erfuhr, wurde nämlich bekannt, dass einige Apple-Aktionäre Apple-Chef Tim Cook gedrängt haben sollen, Tesla zu kaufen. Erste Hinweise auf Gespräche zwischen Tesla und Apple hatte es bereits im Februar 2015 gegeben. Doch Cook sträubte sich und um dieses von einigen Apple-Aktionären geforderte Vorhaben wurde es wieder ruhig.

Eine Zusammenarbeit von Apple und Tesla ist aber auch weiterhin denkbar, auch wenn Musks Spott über Apple als Friedhof von Tesla nicht unbedingt für das beste Klima zwischen den beiden Unternehmen gesorgt haben dürfte.

13. Das spricht gegen ein Apple-Auto

Baut Apple überhaupt ein Auto? Apple und Auto, das klingt freilich spektakulär. „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ möchte man ausrufen, doch hat angeblich schon Steve Jobs über den Bau eines Autos nachgedacht . Wenn selbst Google, ein Unternehmen, das einst mit einer Suchmaschine für das Internet begann, mit einem eigenen Auto experimentiert: Warum sollte dann nicht auch Apple ein Auto bauen? Zeigt doch die Geschichte von Apple, dass es mit einer starken Vision, stetiger Lernbereitschaft und strategischen Zukäufen zur richtigen Zeit durchaus in der Lage ist, seine Kompetenzen stark zu erweitern.

Die Gerüchte um das Apple Car nehmen immer mehr an Fahrt auf, die bisher bekannten Puzzleteile könnten sich aber zu einem ganz anderen Bild zusammenfügen. Das Project Titan könnte sich schlicht und ergreifend nur um ein Infotainmentsystem drehen, das Apple komplett oder Komponenten dafür an Automobilhersteller lizenzieren will.

Mit Carplay ist Apple ohnehin schon den ersten Schritt in diese Richtung gegangen. Glaubt man der für Carplay veröffentlichten Liste der unterstützten Autos, so drängt Apple massiv und bei den meisten Herstellern in die Fahrzeuge (ausgenommen Toyota). Gelingt es Apple aber zu einem führenden Hersteller von Infotainmentlösungen für Automobile zu werden, würde Apple sich damit ein neues und wichtiges Geschäftsfeld erobern und zusätzlich die Verkaufszahlen des iPhones stützen. Dafür bräuchte Apple aber kein eigenes Auto mit dem damit verbundenen Riesenaufwand wie Entwicklung, das Bestehen von Crashtests, und der Aufbau eines Vertriebs- und Werkstattnetzes. Das käme der Gewinnmarge unmittelbar zu Gute und würde die Aktionäre erfreuen.

In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, wie viel Geld Apple allein mit dem App Store verdient. Gelingt es Apple also, sein Infotainmentsystem beziehungsweise seine Schnittstelle Carplay in möglichst vielen Fahrzeugen unterzubringen und von dort aus auch den Zugang zum App Store zu ermöglichen, dann kann Apple auf eine rollende Gelddruckmaschine zugreifen. Mit speziell auf den Einsatz im Auto optimierten Apps, beispielsweise für die OBD-Schnittstelle, die Verbrauchkontrolle, die Wartung oder das Entertainment im Auto.

Und dabei sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die die riesigen Datenmengen aus den teil-, hoch- und vollautonom fahrenden PKWs bieten, noch gar nicht berücksichtigt. Apple könnte in den Markt mit Telematikdiensten einsteigen und nicht nur intelligente Verkehrsinformationen liefern ( mit TomTom arbeitet Apple bereits bei der Apple-Karten-App zusammen ), sondern auch Car-to-X- und Car-to-Car-Dienste anbieten. Dass das iPhone dabei den Zündschlüssel ersetzt, dürfte sich von selbst verstehen.

Neben der Entwicklung von Infotainmentlösungen ist es auch denkbar, dass Apple Kompetenzen bei der Auto-Batterien-Herstellung aufbauen möchte. Denn Strom wird langfristig Benzin und Diesel als wichtigste Treibstoffquellen im Auto ablösen. Viel Know-How bei der Akku-Herstellung befindet sich aber im Fernen Osten, zum Beispiel bei LG und Samsung. Wenn Apple sich also zum Akku-Hersteller für Automobile mausert, dann würde das dem Gewinn und dem Aktienkurs von Apple gut tun.

In Zusammenhang mit der Frage, was Apple genau in Sachen Auto plant, ist auch die Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (englisch: R&D) interessant. Denn Apple hat 2015 seinen Etat für Forschung und Entwicklung um 1,5 Milliarden US-Dollar erhöht. Allerdings muss diese Steigerung der Forschungsausgaben nicht zwangsläufig ein Indiz dafür sein, dass Apple an einem großen neuen Produkt arbeitet. Weil Apple seine Forschungsausgaben immer schon an den Umsatz gekoppelt hat: Steigt der Umsatz, steigen auch die Forschungsausgaben. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis aus Umsatz zu R&D-Kosten allenfalls saisonal geändert.

Apple legt Fokus angeblich auf Selbstfahr-Technologien und autonomes Fahren

Die Vermutung, dass  Apple nicht unbedingt ein eigenes Auto entwickeln will, sondern sich eher als Zulieferer modernster Technologien für die Automobil-Industrie sieht, bekam Ende Juli 2016 neue Nahrung. Apple hat nämlich einen ausgewiesenen Software-Experten angeheuert. Dabei handelt es sich um Dan Dodge. Dodge war Mitentwickler von QNX und CEO von QNX Software Systems und in dieser Position für die gesamte Automotive Software Division von Blackberry (das 2010 QNX von Harman kaufte) verantwortlich. Ende 2015 verließ Dodge Blackberry.

QNX ist ein Mikrokernel-Echtzeit-Betriebssystem auf Unix-Basis. Es ist für den Einsatz in Embedded Systemen gedacht und kommt in den Fahrzeugen verschiedenener Automobil-Hersteller wie beispielsweise Ford zum Einsatz.

Dan Dodge
Vergrößern Dan Dodge

Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg soll Dodge bereits Anfang 2016 zu Apple gestoßen sein. Er soll sich bei dem nun von Bob Mansfield geführten „iCar“-Team vor allem um die Software für ein selbstfahrendes Auto kümmern. Damit soll bei Project Titan die Entwicklung von Technologien für autonom fahrende Autos stärker betont werden. Das LinkedIn-Profil von Dodge nennt QNX bis Dezember 2015 als letzten Arbeitsgeber. Für die Zeit danach gibt es bei LinkedIn keine Angaben.

Unter Mansfield, der direkt an Apple-Chef Tim Cook berichtet, stünde nun die Entwicklung der Technologie für ein selbstfahrendes Auto im Mittelpunkt, führt Bloomberg weiter aus. Das würde aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass Apple die Entwicklung eines eigenen Autos beendet habe. Doch Apple hält sich mit dieser Neu-Fokussierung mehr Optionen offen. So könnte Apple mit einem etablierten Automobil-Hersteller zusammenarbeiten oder einen Auto-Produzenten auch übernehmen, anstatt ein eigenes Auto zu bauen.

Apple plant ein Forschungs- und Entwicklungslabor in der Nähe der QNX-Zentrale in Kanata, einem Vorort von Ottawa, wo es bereits Büroräume angemietet habe. Offensichtlich sind in der Vergangenheit bereits einige QNX-Mitabeiter zu Apple gewechselt.

14. Das spricht für ein Apple-Auto: Umbrüche in der Automobilindustrie

Es gibt aber auch gute Gründe, weshalb sich Apple vielleicht doch auf das neue Feld der Automobil-Herstellung wagen könnte. Denn in der Automobil-Branche stehen zwei große Umbrüche bevor, die das Automobil grundlegend ändern werden: Der Umstieg von Verbrennungsmotoren zu Elektromotoren und die Einführung des autonomen, selbst fahrenden Autos. Beide Bereiche sind selbst für die etablierten Automobil-Hersteller noch weitgehend Neuland. Bei E-Autos gibt es noch überhaupt keinen Hersteller, der schon mehrere Millionen Exemplare davon auf die Straße gebracht und damit in große Erfahrung gesammelt hat. Allenfalls mit Hybridantrieben hat ein einziger Hersteller schon in größerem Umfang Erfahrung gesammelt: Toyota mit dessen Premium-Tochter Lexus.

Bei der Forschung zum autonomen Fahren sind vor allem die deutschen Premium-Hersteller sowie Google führend. Google schickt seit langer Zeit selbstfahrende Autos über die Straßen, seit 2015 ist auch das Google-Koala-Auto unterwegs. Das entpuppt sich derzeit aber noch als Sicherheitsrisiko und Verkehrshindernis. Doch in erheblich größerem Maße können Audi, BMW und Mercedes-Benz mit ihren bereits jetzt erhältlichen Assistenzsystemen wie Notbremsassistent, ACC, Spurhalteassistent und Spurwechselassistent sowie Umfeldbeobachtungssystemen Erfahrungen sammeln. Audi, Mercedes-Benz und BMW erproben auch bereits selbstfahrende Autos.

Trotzdem gibt es noch kein serienreifes selbst fahrendes Auto – auch wenn Tesla einen Auto-Piloten per Software-Update ausgeliefert hat und Audi demnächst im A8 einen Stau-Piloten einführt. Apple hätte also sowohl beim Thema E-Auto als auch beim autonomen Auto die Chance, von Anfang an mit dabei zu sein.

Dafür, dass Apple tatsächlich ein eigenes Auto plant, könnte auch das Auto-Testgelände GoMentum Station sprechen, das Apple gepachtet haben soll. Dort soll es auch Test-Bereiche für selbst-fahrende Autos (Autonomous Vehicle) und vernetzte Autos (Connected Vehicle) geben.

15. Wann kommt das Apple Auto?

In den Gerüchten war zunächst von dem Jahr 2019 die Rede, beispielsweise will das Wall Street Journal erfahren haben. Wieder andere Medien sprachen von 2020. Mittlerweile wird sogar vermutet, dass das Apple Car nicht vor 2021 serienreif werden dürfte, wie die Technik-Nachrichtenseite "The Information" berichtet. Das Erscheinen eines Produkts – ob es sich dabei um ein Auto oder nur um eine Komponente wie eine Selbstfahr-Technologie handelt, bleibt offen – habe sich demnach bis mindestens 2020/2021 verschoben. Für die Verzögerungen sollen verschiedene Gründe verantwortlich sein, wie wiederum Bloomberg von Insidern erfahren haben will: Personelle Abgänge, technische Verzögerungen und Unklarheiten über das eigentliche Ziel von Project Titan.

Wirklich relevant sind diese Spekulationen um eine konkrete Jahreszahl aber nicht: In jedem Fall dürften noch einige Jahre vergehen, bis das Apple-Auto auf den Straßen rollt.

16. Zulieferer

Apple muss sich zwangsläufig Kooperationspartner und Zulieferbetriebe für sein Auto suchen, wenn es denn ein eigenes Auto bauen will. Denn das riesige und über viele unterschiedliche Themenfelder gehende Fachwissen, das man für den Bau eines Autos benötigt, kann kein Unternehmen allein aufbauen.

Hier kommen Unternehmen wie zum Beispiel Delphi (USA), Bosch oder Continental (beide Deutschland) in Frage. Zumal zu Continental auch die Auto-Softwareschmiede Elektrobit gehört (Deutschland). Eventuell könnte sich auch ZF Friedrichshafen als Zulieferer für Apple anbieten. Auch viele Zulieferbetriebe aus Fernost scheinen auf das iCar ihre Hoffnungen zu setzen.

Apple und Google fragen bei ElringKlinger an

Es war zwar nur eine Randnotiz in den Wirtschaftsnachrichten, doch sie dürfte so manchen Kenner der Automobil-Szene elektrisiert haben: Apple und Google sollen bei ElringKlinger, einem Automobil-Zulieferbetrieb aus Baden-Württemberg, angefragt haben.

ElringKlinger ist wichtiger Automobil-Zulieferer

Die ElringKlinger AG entwickelt und fertigt für zahlreiche Automobilhersteller Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen sowie Kunststoff-Leichtbauteile und Abschirmteile für Motor, Getriebe, Abgassystem und Unterboden. Bei den Zylinderkopfdichtungen reklamiert ElringKlinger die weltweite Marktführerschaft für sich. Wenn also bei Ihrem Auto mal der – teure – Austausch der Zylinderkopfdichtung fällig ist, dann sollten Sie an ElringKlinger denken…

Batterien-Fertigung für Elektro-Autos

Zylinderkopfdichtungen sind nun ein geradezu klassischer Bestandteil konventioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Doch für ElringKlinger, das zuletzt mit rückläufigen Gewinnmargen zu kämpfen hatte, ist es besonders wichtig, sich für die Zukunft des Automobils erfolgversprechend aufzustellen, denn der Umstieg von Autos mit Verbrennungsmotor zum Elektro-Auto wird die Zulieferbranche vor ganz besondere Herausforderungen stellen.

Elektro-Autos brauchen neben gewichtsparendem Leichtbau vor allem eines: leistungsfähige Akkus. Ausgerechnet in der Automobil-Hochburg Deutschland fehlt derzeit aber eine Zellenproduktion für Auto-Akkus. Lediglich die Endmontage von Akkus kann derzeit in Deutschland gestemmt werden, die für diese Akkus erforderlichen Batteriezellen kommen aber aus Fernost, von Unternehmen wie LG, Panasonic oder Toshiba. In der deutschen Politik und in Industriekreisen gibt es deshalb seit einiger Zeit eine Diskussion darum, wie man die Zellfertigung rentabel wieder in Deutschland aufnehmen könnte.

ElringKlinger engagiert sich bereits in der Batterienfertigung für Automobile als Komponentenlieferant und liefert unter anderem Teile an BMW. Diesen Bereich will ElringKlinger ausbauen und künftig komplette Batterien produzieren. In drei bis fünf Jahren könnte es so weit sein. Dafür sucht das Unternehmen nun einen Zellen-Lieferanten – natürlich wieder in Asien.

Leichtbauteile für Türverkleidungen und Armaturenträger

Doch zurück zu Apple und Google. Die ARD schreibt über ElringKlinger: „Dass viel Musik in diesem Geschäft sei, zeigten Anfragen von Google und Apple. ElringKlinger sei mit den großen Spielern aus dem Silicon Valley, die mit ihren Autobau-Plänen die traditionelle Autoindustrie aufmischen, im Gespräch.“

Apple soll allerdings nicht wegen Akkus, sondern wegen Leichtbauteilen für Türverkleidungen und Armaturenträger bei ElringKlinger angefragt haben. Kunststoffteile für Autos fertigt das südwestdeutsche Unternehmen bereits. Konkret handelt es sich dabei um Cockpitquerträger und Frontendträger aus Polymer-Metall-Hybriden, Motor- und Getriebeträger aus glasfaserverstärkten Thermoplasten sowie Strukturbauteile aus Organoblechen.

ElringKlinger wird die Anfragen von Apple und Google sicherlich sorgfältig prüfen, denn vor kurzem ist ein anderer deutscher Automobil-Zulieferer, nämlich der oberbayerische Hörbiger Automotive Comfort System, kläglich damit gescheitert, sich als Türenlieferant für Teslas Model X zu profilieren. Es bleibt also abzuwarten, was an diesem von ElringKlinger selbst gestreuten Gerücht wirklich dran ist. Bisher hat ElringKlinger damit zwei Sachen erreicht: Man spricht über den Zulieferer. Und dessen Aktienkurs zog an.

Tesla Model 3: Jetzt wird es ernst für Audi, BMW und Daimler
Vergrößern Tesla Model 3: Jetzt wird es ernst für Audi, BMW und Daimler
© Tesla

17. Mögliche Produzenten

Beim Thema Kooperationspartner ist eine andere Frage als nur die nach Zulieferbetrieben spannend. Nämlich: Ob Apple das Auto überhaupt selbst baut – wie Tesla – oder es nicht bei einem etablierten Automobil-Hersteller produzieren lässt. Bei einem Automobil-Produzenten, der bereits über die nötige Infrastruktur wie Montage-Hallen, Industrieroboter und Logistikzentren mit Anbindung an Eisenbahn und Straßen verfügt. Und dessen Vertriebskette mit Autohäusern vor Ort Apple gleich mit nutzen kann – sofern Apple das iCar nicht nur online sowie in seinen Apple Stores (dort vielleicht mit Hilfe von VR-Brillen und Showrooms, in denen das iCar als virtuelle Realität gezeigt wird) verkaufen möchte, was bei einem Auto aber unwahrscheinlich ist. Weil nun einmal keine noch so gute VR-Simulation die Sitzprobe, den Haptik- und Ergonomie-Check sowie eine Testfahrt ersetzen kann.

Galerie: Alle Auto-Tests im Überblick

In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass Apple ja auch seine ganze bisherige Hardware nicht selbst produziert, sondern diese in China zum Beispiel bei Foxconn fertigen lässt. Apple ist also schon bei Mac, iPhone und iPad kein Hardware-Produzent, wieso sollte es Apple dann bei einem viel aufwändiger zu produzierenden Gerät wie einem Auto werden?

Da es sich bei allen Apple-Produkten um hochpreisige Premiumprodukte handelt, ist es nahe liegend, an einen etablierten Premium-Automobil-Hersteller als Auftragsfertiger des iCars zu denken. Hier fallen automatisch die Namen Audi, BMW, Mercedes-Benz und vielleicht auch Lexus (Infiniti, die Luxus-Marke von Nissan, dürfte dagegen zu wenig bekannt sein). Ebenfalls im Premiumsegment sind Land Rover und Jaguar angesiedelt, die einem indischen Investor gehören. Auch Volvo, das in chinesischen Händen ist, positioniert sich preislich höher als die Volumenhersteller wie VW, Ford oder General Motors/Opel sowie Toyota.

18. Baut BMW das iCar zusammen mit Apple?

Ein deutscher Premium-Automobil-Hersteller wurde 2015 immer wieder mit Apple in Verbindung gebracht: BMW. Der Bayerische Automobil-Produzent bevorzugte bei seinem eigenen Infotainmentsystem ConnectedDrive von Anfang an das iPhone. Dann kam erstmal nichts. Den Android-Support schob BMW erst ab Sommer 2013 hinterher. Bis heute ist die Android-Unterstützung aber nicht so umfassend wie beim iPhone, wie man beispielsweise auch beim Mini sieht, der deutlich weniger Android-Apps als iPhone-Apps unterstützt.

Video: BMW i3 Rex im Praxistest

Was aber ist an den Gerüchten über eine Zusammenarbeit zwischen BMW und Apple dran? Apple-Chef Tim Cook hat schon 2014 das BMW-Werk in Leipzig besucht. Dort fertigt BMW den BMW i3, sein erstes Elektro-Serienauto. Der i3 unterscheidet sich bei Karosserie-Optik und Innenausstattung deutlich von herkömmlichen Fahrzeugen. Und er ist eben grundsätzlich ein Elektro-Auto, auch wenn es mit dem BMW i3 REX eine Version mit zusätzlichem Verbrennungsmotor gibt. Zudem ist der i3 dank eingebauter SIM-Karte und ConnectedDrive samt dazu passender Smartphone-App nach derzeitigem Stand der Technik voll vernetzt. Der i3 würde also grundsätzlich gut zu Apples Premiumanspruch passen – auch aufgrund seines hohen Preises, der eine Anschaffung des i3 unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten derzeit sinnlos macht. Auch die Experten von Forbes sehen das Premium-Image von BMW und den technologischen Anspruch des i3 als Argument für eine Zusammenarbeit. Zeitlich könnte ein iCar auf der Basis des BMW i3 gut zum übernächsten Facelift des i3 passen. Denn dieses dürfte für 2019 anstehen.

Der BMW i3 gilt einigen Analysten als heißer Kandidat für die Basis des Apple-Autos.
Vergrößern Der BMW i3 gilt einigen Analysten als heißer Kandidat für die Basis des Apple-Autos.
© BMW / Apple / PC-WELT

Das Manager Magazin wollte dann erfahren haben, dass die Karbon-Karosserie des i3 die Basis für das Apple Auto bilden könnte. BMW fertigt die i3-Karosserie sehr aufwendig und teuer aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, das Fahrwerk besteht aus Aluminium.

Großer Praxis-Test: BMW i3

Der „Auto Motor und Sport“ zufolge imponiere Apple, „dass BMW beim Bau eines Elektroautos mit dem i3 einen ganz neuen Weg gegangen ist." Apple fand das kompromisslose Vorgehen von BMW, das sich doch deutlich von der zögerlichen Vorgehensweise von Audi, VW oder Mercedes-Benz unterscheidet und eher dem Weg von Tesla entspricht, „mutig“. Das soll ein BMW-Manager gegenüber der AMS gesagt haben.

Als wir 2015 bei BMW wegen der Zusammenarbeit mit Apple beim iCar nachfragten, antwortete uns BMW-Pressesprecherin Silke Brigl folgendermaßen: „BMW spricht regelmäßig mit Unternehmen aus der Telekommunikations- und IT-Branche“ und „dazu zählt auch Apple – es geht dabei um Fragen der Fahrzeugvernetzung (BMW ConnectedDrive)". Reuters will erfahren haben, dass die Gespräche in Sande verlaufen seien, weil BMW sich nicht mit der Rolle zufrieden geben wolle, nur ein Zulieferer von Apple zu sein.

Apple kommentierte die Gerüchte überhaupt nicht.

Video: BMW zeigt fahrerloses Auto

Für eine Zusammenarbeit von Apple und BMW sprechen aber auch einige Vorteile. BMW könnte von einem riesigen Image-Schub profitieren und neue – jüngere – Zielgruppen erschließen. Gerade jüngere Menschen, vor allem in Großstädten, wenden sich immer mehr vom Auto als Statussymbol ab und verzichten ganz auf ein eigenes Fahrzeug. Hier müssen die Automobil-Hersteller gegensteuern und ein Image-trächtiges iCar von BMW wäre dafür perfekt. Das Apple-BMW-i3-iCar könnte man dann vielleicht im Apple-Store kaufen und in den BMW-Werkstätten warten und reparieren lassen. Apple müsste dann – im Unterschied zu Tesla – keine eigene Infrastruktur für Vertrieb, Wartung und Reparatur aufbauen.

19. Auto-Experten forschen für Apple in Berlin

Die FAZ berichtet in ihrer Online-Ausgabe, dass Apple mitten in Berlin ein „geheimes“ (O-Ton FAZ) Entwicklungslabor betreibe. Und dafür Auto-Experten von namentlich nicht genannten deutschen Automobil-Konzernen angeworben habe. Die FAZ will das „aus informierten Kreisen erfahren“ haben. Außerdem soll Apple bereits konkrete Pläne dazu haben, „wann und wie das iCar auf dem deutschen Markt eingeführt wird.“

Die Anwerbung deutscher Automobil-Experten passt zu der bekannten Tatsache, dass Apple schon seit längerer Zeit Automobil-Experten aus den USA und Europa für sein Projekt Titan anwirbt. Demnach sollen zirka 15 bis 20 Männer und Frauen in dem Berliner Labor arbeiten: Ingenieure, Software- und Hardware-Experten und Vertriebsfachleute. Laut FAZ soll es sich dabei um „Hochkaräter aus der deutschen Automobilbranche“ handeln. Die überwiegend jungen Leute sollen das Auto der Zukunft entwickeln. Durch die Auswahl vor allem jüngerer Experten will Apple vermutlich vermeiden, dass klassische Vorstellungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und konventionellen Raum- und Fahrkonzepten die Entwicklung des iCars behindern.

Und wie kam Apple an die Experten? Laut FAZ sollen diese Fachleute in ihren bisherigen Automobilkonzernen nicht weitergekommen sein beziehungsweise sie wurden von ihren alten Chefs gebremst.

Die jungen Tüftler sollen nicht nur an technischen Fragen sowie Zulassungsfragen (hier dürfte es vor allem um die rechtliche Bewertung autonomer Fahrzeuge gehen) knobeln, sondern auch darüber nachdenken, mit wem Apple in Deutschland kooperieren könnte. Außerdem soll in Berlin eine Konkurrenzanalyse für die Bereiche Elektro-Auto und autonome Autos durchgeführt werden.

20. Magna als Produzent

Die FAZ nennt in ihrer Online-Ausgabe Magna als potenziellen Auftragsfertiger des Apple Autos. Das österreichisch-kanadische Unternehmen Magna ist nicht nur ein wichtiger und etablierter Zulieferer für die deutsche Automobil-Industrie, sondern fertigt(e) über sein Tochterunternehmen Magna Steyr in Österreich bereits jetzt komplette Autos wie den Mercedes G oder den BMW X3 und dem Mini Countryman und den Porsche Panamera. Magna Steyr ist ein renommierter Allradexperte, der durch den Wegfall der Mini-Produktion Ressourcen frei hat und dringend neue Aufträge benötigt.

Gespräche mit BMW und Daimler scheitern

Die kursierenden Gerüchte, dass Apple in Berlin ein Labor mit Experten aufbaut, die von deutschen Automobilkonzernen abgeworben wurden, und dass Apple das Apple Auto alias iCar beim Allrad-Experten und Auftragsfertiger Magna Steyr in Österreich produzieren lassen könnte, bekamen durch einen Bericht des Handelsblatts zusätzlichen Auftrieb. Das Handelsblatt schrieb, dass Apple bereits 2015 mit BMW über die Fertigung des iCars verhandelt habe. Als diese Gespräche zu keinem Ergebnis gekommen seien, soll Apple mit Daimler Verhandlungen aufgenommen haben. Auch diese Gespräche sollen aber ohne Einigung zu Ende gegangen sein. Deshalb würde Apple nun mit Magna über den Bau des Apple Autos sprechen.

Doch nicht nur die Verhandlungen also solche wären eine Neuigkeit. Aus der Meldung gehen nämlich auch Details zur Ausstattung des iCars hervor. So soll das iCar, über dessen Fertigung Apple mit BMW und Daimer sprach, „ein hoch vernetztes Elektroauto mit der Fähigkeit zum teilautonomen Fahren“ werden, wie Spiegel Online schreibt. Laut dem Bericht sollen die Gespräche zwischen Apple und den beiden deutschen Premiumherstellern an der Frage nach der Datenhoheit gescheitert sein. Apple wollte das iCar ganz fest mit der iCloud verbinden, BMW und Daimler hätten dagegen den Datenschutz betonen. Beide Automobil-Hersteller fürchteten sicherlich auch um ihre Eigenständigkeit.

Sylvia Heydt, Wirtschafts- und Finanzkommunikation von BMW, antwortete auf unsere Nachfrage zu dem Handelsblattbericht: „Gespräche mit Apple über eine mögliche Zusammenarbeit sind derzeit vielfach Stoff von Spekulationen. Wir kommentieren solche Spekulationen grundsätzlich nicht. Die BMW Group nimmt jeden Wettbewerber ernst und begrüßt es, wenn andere Anbieter auf dem Markt für Elektromobilität vertreten sind, da dies die Entwicklung der E-Mobilität generell voranbringt. Wir sehen die BMW Group durch ihre Innovationsstärke gut für die Zukunft aufgestellt.“

Hendrik Sackmann, Senior Manager Corporate Communications der Daimler AG, sagte uns gegenüber: “Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns zu Markt- und Medienspekulationen grundsätzlich nicht äußern.“

Nach dem Scheitern der Gespräche mit BMW und Daimer suchte Apple offensichtlich einen neuen Weg. Und der führt zu dem Stützpunkt in Berlin und zu Magna nach Österreich.

21. Das sagen Audi, Daimler, Nissan und zum iCar

Volkswagen und Daimler sowie auch Nissan sahen sich angesichts der iCar-Gerüchte zu einer Stellungnahme genötigt, deren Tenor lautet: Wir haben keine Angst vor dem Apple-Auto. Der über die VW-Abgas-Affäre gestürzte damalige VW-Chef Martin Winterkorn begrüßte sogar das Engagement von Apple und auch Google in Sachen Auto. Da Winterkorn hoffte, dass dadurch Autos auch bei jüngeren Menschen wieder mehr Akzeptanz finden würden.

Wenn davon die Rede ist, dass Apple mit deutschen Automobil-Herstellern über den Bau des iCars verhandelt, dann fällt zunächst einmal der Name BMW - siehe oben. Und dann kommt die Sprache auf Daimler/Mercedes-Benz. Von der dritten großen deutschen Premiummarke Audi ist dagegen nie die Rede. Ob hier der VW-Dieselskandal eine Rolle spielt?

Wir fragten also bei Audi zum Thema Apple Auto alias iCar nach. Michael Crusius, Pressesprecher Kommunikation Technologie / Innovationen von Audi, antwortete etwas wortkarg: „Da muss ich mich leider den Aussagen unserer Kollegen bei Daimler und BMW anschließen. Wir kommentieren keine Spekulationen über mögliche Kooperationen.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter. Wir befragten einen Automobil-Experten zum Apple Auto.

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