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Apple Remote Desktop 2.1

01.02.2005 | 16:06 Uhr |

Übersichtliches Fernsteuerungsprogramm mit kleineren Kinderkrankheiten

Software für den Systemverwalter: Apple Remote Desktop
Vergrößern Software für den Systemverwalter: Apple Remote Desktop

Vernetzte Macs lassen sich mit Apple Remote Desktop via TCP/IP per Fernzugriff steuern sowie konfigurieren. Der Fernzugriff kann über Ethernet oder auch über Air Port respektive Air Port Extreme erfolgen. Dabei zielt die Software nicht wie Timbuktu Pro generell auf die optimale Wartung eines einzelnen Macs, sondern bietet unter einem Hut eine zentrale Verwaltung von mehreren Rechnern sowie Live-Betreuung mehrerer Anwender.

Apple Remote Desktop 2.1 arbeitet nur mit der aktuellen Client-Version von Remote Desktop zusammen, sodass die Client vor dem Einsatz zuerst installiert oder aktualisiert werden müssen. Während dies unter Mac OS X 10.2.8 nur umständlich geht, geht dies auf Clients mit Mac OS X 10.3 flott und problemlos via Administrator-Account, da mit Panther schon eine Vorversion auf jeden Mac installiert wird.

Wichtige Neuerungen

Über 50 Neuerungen sind in Apple Remote Desktop 2.1 integriert. Darunter hebt sich vor allem die Unterstützung des VNC-Standards hervor. Dadurch ist es Apple Remote Desktop 2.1 möglich, Kontakt in einem Netz zu vielen Computer-Plattformen wie Windows oder Linux aufzunehmen. Zudem ist mit zusätzlichen Tools die Integration von Rechnern mit dem klassischen Mac OS 9 möglich. Apple bietet hier auf seiner Website unter www.apple.com/de/remotedesktop und dem Link Ressourcen eine gute Übersicht und Download-Links.

Zwar sind die VNC-Server kostenlos, bieten aber nur einen begrenzten Funktionsumfang. So kann man beispielsweise nicht chatten. Im Test gab es keine Probleme, einen G3-Rechner mit Mac-OS 9 anzuzeigen sowie zu steuern. Das gleiche gilt für eine Apple-Remote-Desktop-Verbindung zu einem Rechner mit Windows XP, auf dem Real VNC installiertem ist. Hier steht alternativ auch die Software Ultra VNC zur Verfügung, falls es bei der Verbindung zur Windows-Welt zu Problemen kommen sollte. Bei dieser neuen Freiheit sollten Anwender aber nicht die Sicherheit vergessen, da Hacker bei dieser Verbindungsart relativ leicht das gesendete Passwort abfangen können.

Das Fernsteuerungsprogramm ermöglicht in der aktuellen Version das Anzeigen von bis zu 50 Client-Bildschirmen gleichzeitig. Entfernte Bildschirme lassen sich in einzelnen Fenstern oder in einem einzigen Fenster von Apple Remote Desktop 2.1 anzeigen. Dabei passt das Programm bei einem Einzelfenster den dargestellten Monitorinhalt der vom Administrator gewählten Fenstergröße an – scrollen ist somit nicht nötig. Die Farbtiefe der dargestellten Bildschirme kann in vier Stufen verstellt werden. Ab der Version 2.1 ist auch ein Vollbildschirmmodus integriert.

Auch lässt sich nun bei Bedarf ein angepasstes Client-Installationsprogramm erstellen, mit dem sich unter anderem auf dem Client-Rechner Benutzer mit definierten Zugriffsrechten einrichten lässt. Ein Assistent hilft hier durch die Auswahl der Einstellungen. Software-Installationen auf mehren Clients gleichzeitig sind möglich. Zur besseren Übersicht lassen sich über 200 Attribute der Systemsoftware für jeden Netzwerk-Mac anzeigen und in einer PostgrSQL-Datenbank speichern. Informationen der an den Clients angeschlossenen USB- oder Firewire-Geräte sowie Schnittstellen, eingebauten Speicher und PCI-Karten sind ebenso zu erfassen und abzurufen. Außerdem lassen sich auf entfernten Computern durch Shell-Skripts Unix-Befehle einsetzen. Schließlich lässt sich APPLE REMOTE DESKTOP 2.1 für weitere Benutzer, die nicht über die gleichen Rechte wie der Administrator verfügen sollen, einrichten.

Stolperfallen und Fallstricke

Die auf den ersten Blick erfreulichen Veränderungen in der Version 2 trübt etwas das instabile Verhalten von Apple Remote Desktop 2.1. Während dem Testdurchlauf stürzt Das Programm in unterschiedlichen Situationen mehrmals ab. Im Test zeigen sich Probleme mit dem Beenden von Ruhezuständen. Der Ruhezustand kann in einem lokalen Ethernet-Netz, das über einen Switch verbunden ist, zwar eingeleitet werden, aber beim Versuch ein iBook wieder aufzuwecken, kommt es hin und wieder zu einem Kommunikationsfehler und der Rechner verbleibt im Ruhezustand. Dieser Fehler lässt sich nicht gezielt reproduzieren. Zudem ist die Reaktionszeit bei der Fernsteuerung der Clients recht lang und erfordert immer wieder Geduld. Besonders wenn ein Client seinen Desktophintergrund alle 5 Sekunden wechselt, ist Apple Remote Desktop 2.1 hauptsächlich mit diesem Vorgang beschäftigt. Schön wäre es, wenn man beim Scanner für eine bessere Übersicht Netzkomponenten wie Router über die IP-Adresse ausblenden könnte.

Fazit

Apple hat mit Apple Remote Desktop 2.1 ein leicht zu bedienendes und zu anderen Plattformen offenes Fernsteuerungsprogramm veröffentlicht, dass trotz des Fortgeschrittenen Alters leider noch unter ein paar Kinderkrankheiten leidet und eine Beschleunigung der Fernsteuerung gut vertragen könnte. Die neuen Programmmöglichkeiten erleichtern aber dennoch sinnvoll die tägliche Arbeit mit vielen Clients, sodass Apple Remote Desktop 2.1 empfehlenswert ist. cja

Note: 2,6 befriedigend.

Vorzüge: bei vielen Clients kostengünstig, Kombination aus Fernwartung und Fernbetreuung, übersichtliche Bedienung, Zugang zu anderen Plattformen über VNC-Standard, zeitgleiche Verwaltung von mehreren Clients

Nachteile: IP-Adressen lassen sich im Scanner nicht sperren, Hintergrund der Client-Rechner nicht abschaltbar, in vielen Fällen zähes Reagieren bei der Fernsteuerung, instabiles Verhalten, Bugs

Alternativen: Funktionsbereiche in Timbuktu Pro und netOctopus

Preis: 10 Clients € (D) 320, € (A) 332, CHF 439; unbegrenzt viele Clients € (D) 520, € (A) 538, CHF 712

Technische Angaben

Systemanforderungen: Power Mac mit mindestens einem G3-Prozessor, ab Mac OS X 10.2.8, Ethernet- oder Airport-Netz

Info: Apple

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