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Apple Thunderbolt Display 27 Zoll

30.09.2011 | 10:49 Uhr |

Im Vergleich zum etwas älteren Cinema LED-Display enthält Apples neues Thunderbolt Display einige neue und interessante Hardware-Möglichkeiten. Wir testen den Monitor im Labor und in der Praxis.

Apple Thunderbolt Display
Vergrößern Apple Thunderbolt Display

Das Wichtigste vorweg: das Thunderbolt Display funktioniert ausschließlich an Thunderbolt-fähigen Macs. Mit Ausnahme des Mac Pro sind das derzeit alle aktuellen Mac-Modelle. Ältere Macs bleiben jedoch außen vor. Hier bleibt der Bildschirm dunkel, auch wenn das Thunderbolt-Kabel mechanisch in den Mini-Display-Port passt. Apple weiß das und bietet für diese Kunden das ältere Cinema LED Display nach wie vor an, allerdings trotz weniger Features zum gleichen Preis.

Das Design des Displays hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. Leider muss man nach wie vor mit der spiegelnden Glasoberfläche leben. Bei einem Desktop-Monitor ist das aber nicht so tragisch. Man sollte das Display allerdings nicht an einem Ort mit einer Lichtquelle im Rücken des Arbeitsplatzes aufstellen.

Die Rückseite des Gehäuses besteht aus schickem, mattem Aluminium und ist nach wie vor ein echter Blickfang. Beim Anschluss an den Mac zeigt sich der erste Unterschied: Es gibt nur noch zwei Verbindungsstecker am Kabel: Zum einen der bekannte Magsafe-Ladestecker für mobile Macs, zum anderen ein Thunderbolt-Anschluss. Auf den separaten USB-Stecker kann man nun verzichten. Stattdessen findet man auf der Rückseite nun drei zusätzliche USB-2-Ports, einen Firewire-800- und einen Gigabit-Ethernet-Anschluss. Letztere wird besonders Macbook-Air -Besitzer freuen, die bislang auf beide Anschlüsse verzichten müssen.

Der Thunderbolt-Anschluss ist auf der Rückseite durchgeführt. Macs mit diskretem Grafikchip können dadurch zwei hintereinander geschaltete Thunderbolt-Displays ansteuern.

Im Praxistest betreiben wir an dem Thunderbolt-Port erfolgreich ein Raid-System von Promise . Man kann sogar von dem Raid booten, während es am Monitor angeschlossen ist. Die Datenraten verändern sich nicht wesentlich. Auch der Firewire- und der Ethernet-Anschluss arbeiten mit der gewohnten Geschwindigkeit. Wir messen etwa 90 Megabyte pro Sekunde bei großem Datenaufkommen per Ethernet.

Ausstattung

Die weitere Ausstattung hat Apple im Vergleich zum 27-Zoll LED Cinema Display unverändert gelassen. Das Soundsystem mit Stereolautsprechern und Subwoofer sowie den Umgebungslichtsensor kennt man schon. Der Sound ist satt und kräftig, kann aber naturgemäß nicht mit echten Hifi-Lautsprechern mithalten.

Der Umgebungslichtsensor regelt die Helligkeit automatisch herunter, wenn es im Raum dunkler wird. Das spart Strom und schont die Augen. Die Funktion lässt sich abschalten, was beim Einsatz in der Druckvorstufe sinnvoll ist. Hier sollte die Helligkeit möglichst immer gleich bleiben.

Die integrierte Webcam nennt Apple nun Facetime HD (statt iSight). Sie arbeitet mit höherer Auflösung und wird automatisch von der Video-Telefonie-App "Facetime" erkannt. Schließt man einen Mac an, der seinerseits schon eine Kamera mitbringt, kann man in der App zwischen den beiden Kameras umschalten.

Verzichten muss man nach wie vor auf eine Höhenverstellung und eine Hochformatfunktion. Allerdings gibt es optional einen Vesa-Montageadapter (40 Euro), mit dem man das Display auf Schwenkarme oder Wandhalterungen von Drittanbietern montieren kann. Damit lassen sich die beiden fehlenden Funktionen nachrüsten.

Bildqualität und Farbumfang

Das IPS-Panel liefert eine gute Blickwinkel-Stabilität. Es löst 2560 mal 1440 Pixel auf. Das Seitenverhältnis liegt bei 16:9. Im Messlabor zeigt sich, dass Apple zum 27-Zoll LED Cinema Display keine Änderungen vorgenommen hat. Das Display erweist sich als solide obere Mittelklasse. Der Farbraum ist ausreichend groß und die Bildschärfe exzellent. Auch Helligkeit und Kontrast lassen keine Wünsche offen. Wir messen 345 Candela pro Quadratmeter maximale Helligkeit und einen Kontrastumfang von 1139:1. Auch die Homogenität (Standardabweichung) liegt mit etwa 11 Candela pro Quadratmeter in einem guten Bereich.

Höherer Stromverbrauch

Negativ entwickelt sich jedoch der Stromverbrauch. Während das LED Cinema Display 88 Watt im Betrieb bei voller Helligkeit und ohne angeschlossenes Macbook (Ladefunktion) benötigt, messen wir beim Thunderbolt Display über 100 Watt. Diesen Tribut muss man an den integrierten Thunderbolt-Converter mit seinen vielen Anschlussmöglichkeiten zahlen.

Kaufempfehlung und Fazit

Mit 1000 Euro liegt Apples Thunderbolt am oberen Ende der Mittelklasse-Displays. Nur spezielle Hardware-kalibrierbare Monitore sind noch teurer. Die neuen Anschlüsse sind dank Thunderbolt-Port besonders für Macbook-Air-Benutzer. Sie bekommen mit dem Display einige schmerzlich vermisste Anschlüsse.

Preis: Preis: € 1000, CHF 1100

Note: 2,1 gut

Leistung (50%) 2,2

Ausstattung (20%) 2,1

Handhabung (10%) 1,4

Ergonomie (20%) 2,3

Vorzüge: sehr gute Bildqualität, großer Farbraum, gute eingebaute Webcam, brauchbarer Sound, viele Anschlüsse für Peripheriegeräte

Nachteile: Glasscheibe spiegelt stark, keine Höhenverstellung,

Alternativen: Apple Cinema LED Display Eizo Flexscan SX 3031W , NEC Multisync LCD 3090WQXi

Apple

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