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Audio Kontrol 1

01.02.2007 | 14:21 Uhr |

Audio Kontrol 1 ist ein Audio- und Midi-Interface, ein Mikro-, Line- und Gitarren-Preamp und ein programmierbarer Midi-Controller. Das alles ist vereint in einem kompakten, auch für den mobilen Einsatz geeigneten Gehäuse

Audio Kontrol 1
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Schon beim Auspacken fallen sowohl die gute Qualität der verwendeten Materialien und Bauteile wie Buchsen, Taster und Regler, als auch die gute Verarbeitung des Gerätes ins Auge.

Die Eingänge und zugehörigen Regler befinden sich an der Gerätevorderseite. Der linke Kanal ist Platz sparend in einer kombinierten, umschaltbaren XLR-/Klinkenbuchse ausgeführt und vereint den Mikrofon- und einen der zwei Line-Eingänge. Für Kondensator-Mikrofone ist eine zuschaltbare 48-Volt Phantomspeisung vorhanden. Der rechte Kanal ist als Klinkenbuchse ausgelegt, die man zwischen Line- und Gitarrensignal umschalten kann. Es stehen also zwei Line-Eingänge oder ein Mikrofon- und ein Gitarren-/Ins-trumenten-Eingang zur Verfügung. Die Eingangslautstärken sind jeweils einzeln regelbar.

Funktionen für DJs

Die vier, an der Rückseite befindlichen, symmetrischen Ausgänge, ausgeführt als Klinkenbuchsen, werden paarweise durch zwei Output-Regler an der Frontseite gesteuert. Des Weiteren finden wir eine Monitoring-Sektion. In der Lautstärke regelbar und umschaltbar als Monosignal lassen sich Signale auf die Ausgänge 1/2, 3/4 oder auf alle vier routen. Damit lässt sich zum Beispiel bei einer Aufnahme schon hardwareseitig Direct-Monitoring realisieren. DJs werden diese Funktion zum Vorhören schätzen.

Rechts befindet sich eine regelbare Kopfhörer-Sektion mit einem Auswahlschalter zum Anwählen der Ausgangskanäle 1/2 oder 3/4. An der Rückseite finden wir neben den Ausgangskanälen die USB-Buchse zur Verbindung mit dem Rechner und jeweils einen Midi-Ein- und Ausgang sowie den Schalter für die Phantomspeisung. Auf der Geräteoberseite sind drei Taster und ein Endlos-Drehregler sowie die Kontroll-LEDs für Routing und Signale zu finden.

Eigene Konfigurationen

Wir konfigurieren sowohl Taster als auch den Drehregler über die zuvor installierte Applikation Audio Kontrol 1 Mapping. Diese startet beim Login automatisch und läuft permanent im Hintergrund. Hier definieren wir die jeweilige Funktion der Taster und des Drehreglers. Möglich sind hier sowohl Midi-Controller-Befehle als auch Tastaturbefehle einer Host-Applikation. Alle Belegungen sind speicherbar. Native Instruments liefert werksseitig eine große Auswahl an Zuweisungen für alle hauseigenen Programme, aber auch für Sequenzer- und Recording-Programme wie Cubase, Logic, Live oder Garageband, und unterstützt außerdem Applikationen wie iTunes, Photoshop CS 2, iMovie und Final Cut Pro.

Hohe Ansprüche an den Rechner

Die Wandler des Interface arbeiten hochauflösend in 24 Bit und bis zu 192 KHz und klingen ausgezeichnet. Diese hohe Auflösung hat allerdings ihren Preis: Die erforderliche Rechenleistung ist immens. Wer das Interface zum Beispiel mit einem G4-Mac oder einem iBook betreibt, wird mit einer niedrigeren Auflösung vorlieb nehmen müssen. Aber selbst dann klingen die Wandler immer noch hervorragend.

In einer realen Recording-Situation, in die wir Audio Kontrol 1 eingebunden haben, nehmen wir eine Saxophonspur zu einem bereits fertigen Playback auf. Der Saxophonist hat das Playback über den Kopfhörerausgang des Interface abgehört und dazu eingespielt. Hierbei stellt sich heraus, dass die Lautstärke des Kopfhörerverstärkers nicht ausreicht. Ähnlich dürfte es demnach einem DJ in einer Live-Situation ergehen. Hier besteht also Nachbesserungsbedarf.

Zusammen mit dem Interface liefert der Hersteller ein Softwarepaket. Es umfasst Guitar Combos, drei ausgekoppelte Amp-Simulationen aus Guitar Rig, Xpress Keyboards, die Lightfassungen von B4, FM7 und Pro53, und eine funktionsreduzierte Version der DJ-Software Traktor 3 namens Traktor LE.

Fazit

Audio Kontrol 1 von Native Instruments richtet sich vor allem an Produzenten, Gitarristen und DJs und zeigt mit den drei mitgelieferten Softwarekomponenten, in welchen Anwendungsbereich das Interface gehört. Die flexible Architektur des Gerätes ermöglicht unserer Meinung nach einen universelleren Einsatz. Die Verarbeitung, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und das variable Routing sind sehr gut – der Klang ebenfalls. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen. Innerhalb der Kompaktklasse sichert sich Native Instruments mit dem Interface somit eine Top-Platzierung. Uns fehlen lediglich eine digitale Schnittstelle und etwas mehr „Gas“ auf dem Kopfhörerausgang. ps/tf

Wertung

Note: 1,4 sehr gut

Vorzüge hohe Auflösung, gute Wandler, exzellenter Klang, gute Verarbeitung, vielseitig einsetzbar, angemessener Preis

Nachteile Kopfhörerausgang zu leise, kein S/P-DIF Ein- und Ausgang

Alternative keine

Preis € (D) 280, € (A) 290, CHF 384

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Power Mac G4, 1,4 GHz oder Intel Core Duo 1,66 GHz, 512 MB RAM, Mac-OS X 10.4

Info Native Instruments

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