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Test Elabs High Security Backup

04.04.2012 | 17:43 Uhr |

Mit Time Machine verfügt OS X über ein unkompliziertes Backup-Konzept. Aber in Zeiten des Cloud-Computings können die eigenen Daten auch schnell und sicher in einem entfernten Rechenzentrum gespeichert werden.

Die in Frankfurt am Main ansässige Elabs AG bietet eine Alternative zum Backups auf einem eigenen Storage-Systemen an. Sie stellt eine Sicherungssoftware bereit, mit deren Hilfe die Daten in einem Rechenzentrum gespeichert werden. Das Rechenzentrum ist dabei gemäß Kontrag-, Basel-II-, Euro-SOX- und Gobs-zertifiziert. Die schlüsselfertige Lösung trägt den Namen "High Security Backup" und basiert auf der kanadischen Asigra-Software.

Das Installationsprogramm, das leider immer noch die Rosetta-Laufzeitumgebung benötigt, richtet auf dem Mac eine Postgre-SQL-Datenbank ein. Grundsätzlich benötigt diese Installation der auf Java basierenden Software nur wenige Minuten - wenn da nicht einige Besonderheiten zu beachten wären: So müssen wir den Datenbankpfad exakt gemäß der Anleitung eintragen, das ist nicht gerade benutzerfreundlich. Zudem sorgt beim Test ein Umlaut im Benutzernamen oder Firmennamen stets dafür, dass die Software nicht einwandfrei arbeitet. Anbieter Elabs versichert uns jedoch auf Nachfrage, dass eine neue Version des Mac-Installers - ohne diese Probleme - in Kürze verfügbar sein wird. Während der Konfiguration generiert der Benutzer einen digitalen Schlüssel gemäß einer AES128-Verschlüsselung. Diesen Schlüssel-Code bewahrt Elabs auf Wunsch in einem versiegelten Umschlag in einem Bankschließfach auf.

Einfach zu bedienen

High Security Backup ist schwer zu installieren, dann aber einfach anzuwenden.
Vergrößern High Security Backup ist schwer zu installieren, dann aber einfach anzuwenden.

Abgesehen von diesen Problemen bei der Einrichtung präsentiert sich uns die Backup-Software als einfach zu bedienende, stabile Sicherungssoftware in insgesamt mausgrauer Optik. Mit Hilfe von Assistenten kann man die Definition von Sicherheitsaufträgen und deren Zeitsteuerung ohne Probleme erledigen. Auch die Entscheidung, wie viele Generationen eines Backup-Jobs angelegt werden sollen und ab wann ein Überschreiben beginnt, bewältigt man mit Hilfe der Software leicht. Ebenso unspektakulär und leicht gelingt uns während der Testphase die Rücksicherung von Datenbank-Tabellen oder Dateien.

Neben OS X kann der so genannte DS-Client von Asigra auch andere Unix-, Linux- oder Windows-Systeme sichern und unterstützt darüber hinaus Datenbanksysteme von Oracle, Sybase Microsoft, DB2, My SQL und Postgre SQL. Aus dem Microsoft-Umfeld sichert die Software zudem Daten aus Microsoft Exchange-Servern, Microsoft Share-Point-Servern und unterstützt die Sicherung aus Volume Schattenkopien (VSS). Für die Hypervisor-Systeme von VMware und XEN stellt die Lösung ebenfalls Backup- und Recovery-Funktionen zur Verfügung. Positiv: man muss keine separate Agent-Software auf dem zu sichernden System installieren.

Windows sichern

Die Mac-Software kann zwar direkt keine Windows-Systeme sichern, ist aber dazu in der Lage, den DS-Client auf einem Windows-Server ansteuern. Im Test sichern wir eine komplette, physikalische Windows Maschine in das Rechenzentrum. Für diese Sicherung mit einer Datenmenge von 2,4 Gigabyte benötigt die Software knapp dreieinhalb Stunden. Änderungssicherungen laufen ebenso wie die selektive Wiederherstellung von Dateien deutlich schneller ab. Dabei hängt die effektive Sicherungsgeschwindigkeit primär von der Leistung der Internetanbindung ab.

Empfehlung

Das High Security Backup eignet sich gut sowohl für Heimanwender oder kleine Büros als auch für kleine Firmen und Freiberufler, die hauptsächlich mit Mac-Systemen arbeiten. Wer das System zunächst einmal testen möchte, bekommt vom Anbieter eine 30-Tage-Version einschließlich zehn Gigabyte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung gestellt.

Thomas Bär, Frank-Michael Schlede

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