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Günstige Time-Machine-Alternative mit Zusatzfunktionen: Get Backup Pro

16.02.2016 | 15:48 Uhr |

Get Backup Pro 3.0 bietet für verhältnismäßig wenig Geld erstaunliche Möglichkeiten für die Datensicherung mit Finessen.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Das gilt auch für die Benutzeroberflächen von Mac-Programmen. Die aktuelle Version von GetBackup Pro 3 kommt in dem derzeit sehr beliebten und modern wirkenden ”flachen” Design daher. Darin unterscheidet es sich von der früheren Vorgängerversion Get Backup RE, die wir noch als Teil von Toast Titanium im Paket mitgeliefert bekamen. Deren ”metallisches” Design (siehe Screenshot), wie das damals im Gefolge von iTunes & Co. so üblich war, hatte jedenfalls den Vorteil, dass man dessen Funktionen sofort und klar identifizieren konnte. Das ist beim jetzigen Get Backup Pro deutlich schwieriger: Nur noch kleine, fast unauffällige Symbole markieren die verschiedenen Funktionen, man muss zuerst darauf klicken, um zu erkennen, was wir unter den vier verschiedenen Tabs jeweils machen können. Dazu gehören zunächst die einfachen Backups, sodann die Möglichkeit, alle Versionen bearbeiteter Dateien zu speichern, ferner das Klonen eines kompletten Laufwerks inklusive Betriebssystem – wodurch sich Get Backup Pro endgültig von Apples Time Machine absetzt – und schließlich die Option, verschiedene Ordner ein- oder zweiseitig miteinander zu synchronisieren und jeweils auf demselben Stand zu halten. 



Variable Backup-Varianten leicht gemacht

Um eine Software  für regelmäßige Backups zu nutzen, ist entscheidend, wie leicht und übersichtlich, sprich benutzerfreundlich das Programm sich insgesamt präsentiert. Abgesehen von den erwähnten Einschränkungen, dass wir die Vorgängerversion von der Oberfläche her durchaus klarer und intuitiver fanden, lässt es sich auch mit Get Backup Pro 3 bestens arbeiten, sobald man sich die verschiedenen, leider nur englischsprachigen Menüpunkte und Aktionsfelder klargemacht hat. Dabei geht es los mit dem einfachen Backup-Modus. Hierbei gibt man schlicht an, welche Dateien oder Ordner von welcher Quelle auf welches Ziel gesichert werden sollen. Dies können selbstverständlich auch alle Arten von externen Laufwerken wie Festplatten, USB-Stick oder auch Netzwerklaufwerke sein. Zuvor vergibt man einen aussagekräftigen Namen für die gewünschte Aktion, in den Detaileinstellungen lassen sich weitere Optionen auswählen. Beispielsweise können unsichtbare Dateien von der Sicherung ausgenommen werden, ebenso die Mac-spezifischen Finder-Daten für den Desktop-Aufbau (.DS_Store), die man auf dem Mac nicht sieht, die aber unter Windows nur stören . Ebenso können Programme in einem Ordner oder Aliasse und bestimmte Dateiendungen und anderes von der Sicherung ausgenommen werden. Auch die Sicherung nach einem Zeitschema (wie Tage und Stunden) lässt sich einrichten. Unter dem etwas unscheinbaren Knopf im unteren Bereich des Fensters mit der Bezeichnung ”Apps Data+” findet sich das, was wir bei Get Backup RE übersichtlicher fanden: die Sicherung bestimmter Daten für Apple-Programme wie Mail, Photos, Kontakte oder auch der Dokumente. Der als ”Play”-Button symbolisierte blaue Schalter mit weißem Pfeil startet den Prozess. Eine Statusanzeige in der unteren Fensterleiste informiert in Prozenten ausgedrückt über den Fortschritt.


Leider keine primäre Speicherplatzanalyse

Hier sei gleich eine weitere und ernsthafte Kritik angemeldet: Get Backup Pro 3 berechnet nicht in jedem Fall vorher, wie viel Platz erforderlich beziehungsweise auf einem Zielmedium frei ist. Im konkreten Versuch haben wir auf einem USB-Stick mit 30 GB die gesamte Fotos-Library speichern wollen – wohl wissend, dass dies nicht möglich sein würde. Denn diese alleine wiegt bei uns 40 GB. Voller Zuversicht legte Get Backup Pro dennoch los, um nach einiger Zeit festzustellen: Geht nicht! Die gesamte temporäre Sicherung wurde wieder gelöscht. Hier ist man also als Nutzer selbst gefragt, die entsprechende Analyse vorher vorzunehmen. Ärgerlich ist das besonders bei sehr großen Dateimengen, deren Sicherung viel Zeit erfordert, wenn es dann vergebens war. Zum Glück verhält sich das Tool beim langwierigen Klonen einer kompletten Festplatte mit vielleicht 500 GB und mehr ”korrekter”: Hier meldet die Software einen zu geringen Speicherplatz auf dem Zielmedium, wenn auch etwas unauffällig. Nur die zu erwartende Zeit für den Sicherungsvorgang vermissen wir auch hier. Immerhin zeigt ein Log-Fenster am Ende, wie viel Zeit verstrichen ist, bei Bedarf lässt sich auch der komplette Prozess im Detail nachlesen. Aber eben erst im Nachhinein. Das bedeutet, als Anwender muss man bei normalen Backups eine ganze Menge Vorarbeit selbst erledigen – schade.


”Klonen” ohne Reue

Doch ansonsten gibt es bei Get Backup Pro 3 in unserem Test wenig zu meckern. Alles läuft, wenn die Verhältnisse vorher geklärt sind, einwandfrei und relativ flott. Für das komplette Klonen unseres iMac-Laufwerks mit ungefähr 340 GB Belegung (ein anderer Teil der ursprünglich 500 GB-Partition einer 1 TB-Festplatte ist durch das eDrive von Tech Tool Pro belegt, das nicht mitgeklont wird) auf eine externe Firewire-Festplatte benötigt Get Backup Pro 3 etwa 2 Stunden, für die erneute inkrementelle Speicherung als startfähiges Klon-Volumen dauert es dann immerhin noch eine gute Stunde – die meiste Zeit geht freilich dafür drauf, die Listen der vorhandenen und veränderten Dateien miteinander zu vergleichen. Das ließe sich nur durch eine komplette Überwachung aller Bewegungen auf der Festplatte verkürzen – was sich dann aber auf die Leistungsfähigkeit im aktuellen Betrieb negativ auswirkt. Jedenfalls können wir anschließend einwandfrei von diesem ”Klon” starten, was nicht nur für den Notfall gut ist, sondern auch um externe Wartungsarbeiten mit Tools wie Disk Warrior und Ähnlichem vorzunehmen.


Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Get Backup Pro 3 erfordert einen Intel-Mac (64 Bit-Prozessor) mit mindestens OS X 10.9. Die Kosten liegen dabei im Vergleich zu anderen Tools, die auch bootfähige Klone erstellen können, erfreulich niedrig: nur 20 US-Dollar sind dafür zu berappen, angesichts der Vielfältigkeit des Programms ist das wirklich günstig. Für den beliebten Carbon Copy Cloner zahlt man 39 US-Dollar, für das vergleichbare Super Duper, das zudem kaum zusätzliche Optionen bietet, werden immerhin noch 28 US-Dollar fällig. Die Grundversion von Get Backup, die auch schon Verschlüsselung, Versionen und Synchronisierung unterstützt, gibt es im Mac App Store bereits für zehn Euro. Auf das Klonen muss man hier allerdings verzichten. Dabei ist gerade dies die vielleicht wichtigste Zusatzoption gegenüber dem in das Mac-Betriebssystem integrierten Time Machine.

Empfehlung


Keine Frage – Get Backup Pro 3 ist ein ausgezeichnetes und nach unseren bisherigen Erfahrungen zuverlässiges Tool für die Datensicherung in unterschiedlichsten Varianten, inklusive der Komplettkopie (Klon) eines Laufwerks samt startfähigem Betriebssystem. Wir raten unbedingt zur Pro-Variante für 20 US-Dollar, weil eben nur diese auch die entsprechende Klon-Option bietet. Die Bedienung ist zwar nach einer kurzen Eingewöhnung recht intuitiv – die Benutzeroberfläche dürfte aber nach unserem Geschmack etwas klarer und eindeutiger sein, in dieser Hinsicht gefiel uns die Vorgängerversion besser. Ansonsten – ein gutes Tool zum günstigen Preis für Mac-User, die regelmäßig Backups anfertigen und dabei auch gern an Sicherheitsaspekte wie Verschlüsselung denken.


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