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Benq PG2401PT - Profimonitor im Test

12.05.2014 | 13:39 Uhr |

Benq bringt sein erstes Hardware-kalibrierbares TFT-Display auf den Markt – mit erweitertem Farbraum, das Softproof-tauglich sein und den Adobe-RGB abdecken soll. Der Monitor stellt sich dem Macwelt-Testcenter

Das 24-Zoll-Display des Benq PG2401PT besitzt ein AH-IPS -Panel mit einer GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung und soll sowohl den sRGB - als auch den Adobe-RGB -Farbraum darstellen. Damit richtet es sich gleichermaßen an professionelle Anwender in der Druckindustrie sowie an Fotografen. Das Wide-Gamut-Panel im 16:10-Format hat eine Auflösung von 1920 mal 1200 Pixel und ist sehr blickwinkelstabil (178° H/V). Die Lookup-Table (LUT) des Monitors ist programmierbar, sodass er sich hardwareseitig kalibrieren lässt. Benq liefert hierfür den Palette Master mit, ein Derivat von X-Rites i1-Profiler, das allerdings nur mit X-Rite -Messgeräten wie dem i1 Pro und dem i1 Display Pro verwendet werden kann. Die matte Oberfläche sowie die mitgelieferte Lichtschutzblende werden vor allem professionelle Anwender zu schätzen wissen. Der Bildschirm ist sowohl neig- und höhenverstellbar (15 cm) als auch schwenkbar sowie in den Porträt-Modus kippbar. Er kann mit dem Mac über DVI-D, Display-Port oder HDMI kommunizieren und bietet einen USB-3.0-Hub (2 down, 1 up) sowie einen Card-Reader (SDHC/SDXC). Ein Vor-Ort-Service von fünf Jahren rundet das professionelle Erscheinungsbild ab und lässt den Preis von 1200 Euro als angemessen erscheinen.

Notizen aus dem Testcenter

Der Monitor offeriert über das Onscreen-Display verschiedene Bildvoreinstellungen, etwa Standard, sRGB, Adobe RGB, D50 oder D65. Bereits hier zeigt der Monitor exzellente Ergebnisse. Lediglich beim Weißpunkt liegt er meist neben den Zielwerten. Über eine Kalibrierung sollte dies optimiert werden können. Die mitgelieferte Software Palette Master trägt nach der Aktualisierung die Version 1.1. – und wirkt nicht voll ausgereift. Der Anwender hat zunächst die Option, zwischen dem Basis- oder dem erweiterten Modus zu wählen. Bei letzterem erhält er vor allem mehr Auswahlmöglichkeiten. So kann er bei den Voreinstellungen Kalibrierungsziele wie Adobe RGB und sRGB aber auch REC.709 , DCI oder SMPTE-C direkt auswählen. Als Ziel wählen wir Adobe RGB und eine Leuchtdichte von 120 cd/qm. Erstaunlicherweise bekommen wir eine Fehlermeldung, der Monitor könne, die gewünschte Leuchtdichte nicht einstellen. Dies ist offensichtlich ein Fehler in der X-Rite-Software, der sich nur dadurch beheben lässt, indem man vor der Messung das Häkchen bei Gleichförmigkeit ausschaltet.

Die Kalibrierung erweist sich als Geduldsprobe. Je nachdem, wie viele Messfelder man benutzt, kann der erste Durchlauf 30 Minuten und mehr dauern, was einen Negativrekord in dieser Software-Kategorie darstellen dürfte. Die Ergebnisse lassen sich über eine Vorher-Nachher-Ansicht vergleichen und werden bei Gefallen in die LUT des Monitors geschreiben. Ein entsprechendes ICC-Profil wird erstellt, abgespeichert und aktiviert, sofern man es auf Benutzerebene abspeichert.

Testergebnisse

Den Benq testen wir mit dem aktuellen UDACT 2.3 und einem i1 Pro von X-Rite. Das Ziel, Adobe RGB, stellt der Monitor nach der Kalibrierung hinreichend gut dar. Während die Farbtemperatur mit 6664 K nur um 1,3 Delta E vom Ziel (6500 K) abweicht, liegt der Schwarzpunkt bei 0,3 cd/qm. Die Graubalance zeigt im Maximum eine Farbdrift von 1,75 Delta C und die Tonwerte liegen dank Hardware-Kalibrierung weiterhin bei 100 Prozent. Die Profilqualität ist ebenso tadellos (max. Abweichung 2,9 Delta E) wie die Softproof-Qualität (max. Abweichung 2,8 Delta E). Das Gamutvolumen liegt sowohl bei sRGB als auch Adobe RGB bei 100 Prozent und für ISO Coated v2 bei 99 Prozent.

Farbraumvergleich des Benq PG 2401 PT nach der Kalibrierung
Vergrößern Farbraumvergleich des Benq PG 2401 PT nach der Kalibrierung

Bei der Homogenität patzt der Benq jedoch. Helligkeitsabweichungen von bis zu 14 Prozent im Maximum sind zu hoch. Dies liegt aber vermutlich am erwähnten Software-Bug (Gleichförmigkeit/Leuchtdichte) des Palette Master, den der Softwarehersteller X-Rite möglichst schnell beheben sollte.

Abschließend messen wir noch die Energieaufnahme und Reaktionszeit des Panels. Die Energieaufnahme liegt bei 0,9 Watt im Standby und bei einer Leuchtdichte von 120 cd/qm sind es gerade einmal 46,2 Watt. Da IPS-Panels von Hause etwas träger sind als etwa TN-Panels, kommt der Benq bei der Messung der Reaktionszeit des Panels von Schwarz nach Weiß und zurück nur auf 19,7 ms (10,2 ms rise, 9,5 ms fall). Ein Gamer-Bildschirm ist er damit sicher nicht.

Empfehlung

Der Benq PG2401PT ist ein professionelles Werkzeug für Fotografen und taugt auch zum Softproofen für Druckdienstleister. Er stellt neben sRGB auch Adobe RGB und ISO Coated v2 vollumfänglich dar. Die Kalibrierungs-Software weist allerdings ein paar Schwächen auf und reicht vom Funktionsumfang nicht an Premium-Produkte etwa von Basiccolor heran.

Benq PG 2401 PT

Hersteller: Benq

Preis: € 1200, CHF 1466

Gesamtnote: 1,5 gut

Leistung (40 %) 1,9

Ausstattung (40 %) 1,2

Handhabung (15 %) 1,5

Ergonomie/Verbrauch (5 %) 1,3

Vorzüge: Großer Farbraum, blickwinkelstabil, preiswert

Nachteile: schwache Homogenität, kleine Fehler in der Kalibrierungs-Software

Alternative: NEC Spectraview 242, Eizo CG246

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