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Test Adobe Photoshop Elements 11

10.10.2012 | 13:13 Uhr |

Mit einigen Detailänderungen und wenig neuen Filtern schickt Adobe das Bildbearbeitungs-Programm für Jedermann in die elfte Runde. Nicht alles gefällt an der neuen Version.

Am Grundgerüst von Photoshop Elements hat Adobe nichts Wesentliches geändert . Nach wie vor gibt es die beiden Programm Photoshop Elements Organizer und Photoshop Elements Editor. Diese teilen sich die Aufgaben der Bildverwaltung (Organizer) und der Bildverarbeitung und Ausgabe beispielsweise als Fotobuch , Diashow oder auf Facebook.

Da ist Neu in Photoshop Elements 11 Organizer

- Neue Bedienoberfläche
- Mit Landkarten-Funktion
- Ereignisse lassen sich nach Datum anzeigen
(alle Neuigkeiten auf der Adobe-Seite)

Neue Optik von Adobe Photoshop Elements 11

Komplett überarbeitet hat Adobe die Bedienobefläche seiner gesamten Elements-Produktpalette gegenüber seinem Vorgänger. Die Optik ist nun überwiegend in hellem Grau gehalten statt dem dunklen Look seiner Vorgänger-Versionen. So zeigt die gesamte Elements-Reihe nun noch deutlicher einen Windows-Look.

Verbesserter Organizer

Optisch komplett neu präsentiert sich so auch der Organizer. Er verwaltet neben Fotos auch Videos und gilt gleichermaßen als Bibliothek für Photoshop Elements wie dem Videoschnitt-Programm Premiere Elements. Die Verwaltung  und das Sortieren der Fotos gelingt nun deutlich komfortabler als zuvor, mit ein Grund ist die gelungene neue Bedienoberfläche. Neu dazugekommen ist die Möglichkeit, Bilder einer Landkarte zuordnen zu können. Dazu verwendet der Organizer Google Maps . Fotos, die noch keine Ortsinformation haben, kann man direkt auf die Kartenansicht ziehen und so die Ortsinformation zufügen. Sind Fotos bereits mit Ortsinformationen versehen, erkennt dies der Organizer beim Import automatisch. Eine Einschränkung bietet dies allerdings. Denn während per Hand zugewiesene Orte auch den Ortsnamen in den Bildinformationen speichert und so beispielsweise alle Urlaubsfotos mit dem Stichwort "Italien" finden lassen, ist dies bei bereits mit Ortsinformationen versehenen Fotos nicht der Fall. Eine Gesichtererkennung bietet bereits die Vorgänger-Version des Organizer, diese lässt sich übrigens anders als bei iPhoto auch deaktivieren. Neu ist die nun deutlich bessere Übersicht der gefundenen Gesichter, die nun ähnlich wie bei iPhoto dargestellt wird. Neu ist, das man eigene Ereignisse per Kalender suchen kann. Übrigens lassen sich auch alle weiteren Fotos, die nicht als Ereignis angelegt wurden, nach Datum durchsuchen, dies ist allerdings recht umständlich über "Suchen > Details (Metadaten)" gelöst. Die übrigen Funktionen entsprechen dem der Vorgänger-Version. Zum Bearbeiten übergibt der Organizer die Fotos an den Editor. Keine sonderlich gute Figur macht der Organizer wie schon zuvor bei Diashows. Hier bietet er nur wenige Übergänge, die sich nur auf die gesamte Diashow anwenden lassen. Zudem lässt sich die Darstellungsdauer nicht der gewählten Musik anpassen.

Da ist Neu in Photoshop Elements 11 Editor

- Neue Bedienoberfläche
- Drei neue Zeichenfilter
- Vier neue Fotoeffekte im Assistenten-Menü
- Verbesserte Auswahl-Hilfe (Kante verbessern)
- Neue Grußkarten-Vorlagen
- Ausgabe von Fotocollagen

(alle Neuigkeiten auf der Adobe-Seite)

Photoshop Elements Editor

Auch wenn Adobe hier und da die Menüs umgewürfelt und überarbeitet hat, im Photoshop Elements Editor sind die Grundfunktionen und die Bearbeitungs-Aufteilung in die Modi Schnell, Assistent und Experte (Vormals Vollständig) gleich geblieben. Neue Funktionen finden sich nur spärlich und beschränken sich auf einige wenige Foto-Filter im Assistent-Modus, die man allerdings auch per Hand nachbauen kann. Doch interessanter sind die doch recht zahlreichen kleinen Verbesserungen der Werkzeuge.
Die Bedienoberfläche von Photoshop Elements Editor ist nun deutlich einfache gehalten als bisher. Dies ist nicht gerade von Vorteil: So werden jetzt die Einstellmöglichkeiten für ein gewähltes Werkzeug in einer unteren Leiste eingeblendet, die nun zwar größer und übersichtlicher als bisher ist, doch auch deutlich mehr Platz beansprucht und so die Voransicht des Fotos verringert. Immerhin lässt sich die Einstellungsleiste der Werkzeuge ausblenden. Auch die vormals einspaltige Werkzeugleiste ist größer geworden und nun zweispaltig. Für eine bessere Übersicht hat Adobe nun die Werkzeuge in einzelne Bereiche aufgeteilt, wie Anzeigen, Auswählen oder Verbessern. Unflexibler ist auch die Anordnung der rechten Paletten geworden, hier versammeln sich beispielsweise Ebenen , Effekte oder Grafiken. Nun kann man nur jeweils eine Palette einblenden und so muss man beispielsweise zwischen Ebenen und Effekte wechseln statt beide Paletten im direkten Zugriff zu haben.

Die Werkzeuge

In den Bereichen Schnell, Assistent und Experte gliedert sich der Bearbeiten-Modus von Photoshop Elements 11 Editor auf. Unter "Schnell" hat sich gegenüber den Vorgänger-Versionen nichts geändert, hier kann man eine Auto-Bildkorrektur (die meist nicht zufriedenstellend arbeitet) sowie grundlegende Bildkorrekturen vornehmen. Im Bereich "Assistent" sind einige Aktionen und geführte Bearbeitungsschritte versammelt, um beispielsweise ein Portrait zu retuschieren. Diese Schritte kann der erfahrene Bildbearbeiter allerdings schneller und gezielter im Modus "Experte" durchführen. Der Experten-Modus ist der wichtigste und leistungsstärkste Bereich in Photoshop Elements. Hier hat Adobe vor allem das Auswahl-Werkzeug verbessert. Es nutzt nun eine bessere Feineinstellung für "Kante verbessern". So kann das Tool nun nach einer Schnellauswahl eine Kantenerkennung verwenden, dies ist besonders bei der Auswahl von Haaren ein großer Vorteil.
Bei den Ebenen-Funktionen hat sich dagegen nichts geändert. Man kann außer Ebenen mit Ebenenmasken noch Einstellungsebenen anlegen. Ebenen lassen sich nicht in Ebenenordnern zusammenfassen. Schade ist, dass einige interessante Neuerungen von Photoshop CS6 wie das inhaltsbewahrende Verschieben nicht auch in Photoshop Elements 11 integriert wurden. Dies würde es gerade den Hobby-Bildbearbeiter sehr erleichtern, beispielsweise Personen aus einem Bild zu retuschieren.

Wenig Neues

Neu dazugekommen sind die Assistenten-Tools High-Key, Low-Key, Tilt-shift und Vignetteneffekt. Diese Assistenten sind trotz augenscheinlich einfacher Menüführung nicht gerade intuitiv einstellbar, wenn man von den Vorgaben abweicht. So ist es uns nicht gelungen, einen individuellen Tilt-Shift-Effekt mit dem Assistenten zu erreichen. Hier empfehlen wir dann doch die Handarbeit mit Ebenenmasken und Verlaufswerkzeug im Experten-Modus. Die Photomerge-Funktionen sind nun vom Menü "Datei" in das Menü "Überarbeiten" gewandert. Im Filter-Menü Zeichenfilter sind drei recht ansprechende neue Filter dazu gekommen: Comic, Comicroman sowie Füller und Tinte.
Neu ist ein Aktionen-Fenster mit einigen vorinstallierten Aktionen. Eine Aktion kann merhere Arbeitsschritte automatisch ausführen. Leider lassen sich nicht wie bei Photoshop CS 6 eigene Aktionen aufzeichnen, sondern lediglich die vorinstallierten wiedergeben sowie fertige Aktionen laden. Somit ist das Aktionen-Fenster nahezu unbrauchbar.

Ausgabe

Die Ausgebeoptionen gehören nicht gerade zu den Stärken von Photoshop Elements, hier sind iPhoto und Aperture schneller und bieten schönere Vorlagen. Wie zuvor kann man mit Photoshop Elements 11 zwar ein Fotobuch beziehungsweise einen Kalender gestalten. Doch insbesondere das Erstellen eines Fotobuchs gelingt trotz Automatik-Funktionen nur sehr zäh und zeitraubend. Zudem sind die Buchvorlagen meist recht kitschig. Hier bieten iPhoto beziehungsweise die Design-Programme diverser Fotobuch-Anbieter komfortablere Möglichkeiten einer Buch-Gestaltung. Neu dazugekommen sind ein paar Grußkarten-Vorlagen und ein Werkzeug, um eine Collage zu erstellen.

Photoshop Elements 11

Adobe

Preise: € 99, CHF 120; Update € 81, CHF 98; Bundle mit Premiere Elements: € 149, CHF 180

Note: 2,0 gut

Leistung (50%) 2,0

Ausstattung (20%) 1,8

Handhabung (20%) 2,0

Ergonomie (10%) 2,4

Vorzüge: Funktionsreich, meist gute Assistenten

Nachteile: Weniger Voransicht-Platz wegen neuem Design, wenig Neuerungen, mäßige Ausgabe-Funktionen, teils behäbige Assistenten-Funktionen

Alternativen: Apple Aperture , Pixelmator , Gimp , Corel Aftershot Pro , Cyber Link Photo Director

Ab OS X 10.6 , Mac ab Dualcore-Intel-Prozessor

www.adobe.de (direkt zur Seite von Photoshop Elements 11)

Test Adobe Photoshop Elements 11: Empfehlung

Wer bereits Photoshop Elements 9 oder 10 besitzt, der profitiert nicht von den spärlichen Neuerungen der Version 11. Dennoch: Photoshop Elements ist nach wie vor ein mächtiges Bildbearbeitungs-Werkzeug, das auf den privaten Fotografen zugeschnitten ist. Die Automatik-Funktionen sind allerdings nicht immer intuitiv begreifbar und so sollte man das Programm vor dem Kauf testen. Dazu bietet Adobe eine 30-tägige Demo-Version. Übrigens werden einige auf den Organizer verzichten können, in diesem Fall wird wohl bald auch die 11er-Version des Photoshop Elements Editor im Mac App Store erhältlich sein - deutlich günstiger als im Paket mit dem Organizer.

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