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Test Apple Aperture 3.3.1

18.07.2012 | 10:48 Uhr |

Apples Bilderverwaltung Aperture wächst mit iPhoto zusammen. Denn mit Aperture 3.3.1 lassen sich nun auch iPhoto-Bibliotheken verwenden – sofern man auch die aktuellste iPhoto-Version verwendet

Einst als Profi-Bildverwalter vorgestellt und in seiner ersten Version noch mit erheblichen Mängeln , hat sich Aperture über die Jahre zu einem brauchbaren Bildverwalter gemausert . Doch für Profis eignet sich Aperture nur eingeschränkt. Für Aperture spricht, dass die nahmhaften Plugin-Hersteller wie Nik Software oder Onone ihre Plugins auch für Aperture im Programm hat. Zudem bietet Aperture hervorragende Sortier-Möglichkeiten. Beispielsweise lassen sich Fotos automatisch stapeln, hier kann man Fotos mit einem Zeitunterschied von bis zu einer Minute zwischen den Aufnahmen zu einem Stapel zusammenfügen. Das erleichtert da Sichten und Aussortieren von Fotos enorm.
Doch während sein größter Konkurrent Adobe Photoshop Lightroom in Version 4 besonders bei den Korrekturwerkzeugen deutlich an Qualität zugewonnen hat, ist hier bei Aperture wenig zu spüren, selbst wenn Apple die Schatten – und Lichter-Korrektur verbessert haben will. Bei unseren Tests mit JPEG- sowie RAW-Bildern haben wir keinen sichtbaren Unterschied zu einer älteren 3er-Version feststellen können. Auch die Werkzeuge zur Rauschreduzierung sowie zum Scharfzeichnen können nicht mir der Qualität von Lightroom 4 mithalten.

Aperture 3.3.1: Das ist Neu

- Projekte lassen sich außer nach Namen und Datum nun auch manuell sortieren
- Einheitliche Mediathek für Aperture und iPhoto (ab Version 9.3)
- Unterstützt AVCHD-Videos
- Unterstützt bei RAW-Aufnahmen von Kameras erstellte Vorschau-Bilder
- Verbessertes Werkzeug „Glanzlichter & Schatten“
- Neue Taste „Automatische Verbesserung“ im Bereich „Anpassungen“
- Erweitertes Weißabgleich-Werkzeug
- Direktes Bestimmen des Schreibtischhintergrund-Bild
- Verbesserte Gesichter-Funktion
- Allgemeine Fehlerbehebungen

iPhoto und Aperture

Aperture entwickelt sich zu einer Art iPhoto-Plus-Version, das macht auch das über 550 Megabyte große Update auf Aperture 3.3.1 deutlich. Denn nun ist es ein Leichtes, die Bibliotheken von iPhoto direkt mit Aperture zu verwenden beziehungsweise anders herum. Dazu wählt man unter Aperture „Ablage >Zur Mediathek wechseln und kann so direkt eine iPhoto-Bibliothek aufrufen. Zwar lassen sich hier schon einige Gemeinsamkeiten miteinander verwenden, doch es gibt auch Einschränkungen. Diese allerdings vor allem für iPhoto, da es weit weniger Funktionen als Aperture bietet. Da iPhoto beispielsweise keine Möglichkeit bietet, Fotos zu stapeln, wird in iPhoto nur das oberste Bild eines Stapels angezeigt. Die Bildkorrekturwerkzeuge von Aperture und iPhoto beruhen auf der selben Basis, und so kann Aperture alle Reglereinstellungen der Bildkorrekturen von iPhoto übernehmen. Aperture hat dafür sogar die Effekte von iPhoto übernommen.

Eine iPhoto-Bibliothek kann man nun direkt mit Aperture öffnen.
Vergrößern Eine iPhoto-Bibliothek kann man nun direkt mit Aperture öffnen.

Gesichter und Orte

Seit Version 3.0 bietet Aperture bereits die Funktionen Gesichter und Orte, die sich nur unwesentlich von iPhoto unterscheidet. Selbst die Optik ist nahezu wie in iPhoto: Gesichter werden auf einem Kork-Pinboard angezeigt, man kann sie aber anders als bei iPhoto gegen einen schwarzen Hintergrund tauschen.
Mit Version 3.3.1 sind kleinere Verbesserungen dazu gekommen: Bei „Gesichter“ kann man sich nun die unbekannten Gesichter einblenden lassen und per Drag-and-drop auf bekannte Gesichter ziehen. Zudem lässt sich die Reihenfolge der Gesichter nun auch manuell festlegen. Hier muss man allerdings aufpassen, denn man kann aus versehen das Album einer Person in das Album einer anderen Person legen. Wer auf die Gesichtserkennung verzichten kann, sollte diese ausschalten, da sie recht viel Systemlast verursacht.
 
Gut gefällt nach wie vor die Orte-Funktion: Bereits mit GPS-Daten versehene Fotos werden automatisch auf der Google-Karte angezeigt. Aperture liest zudem GPS-Daten von Geotaggern aus, stellt Fotos auf einer Landkartenansicht dar und ordnet Geotracks zu. Gut gelöst ist hierbei die Zusammenführung von Aufnahmen ohne GPS-Daten und geladenen GPS-Strecken. Man zieht eines der Fotos, beispielsweise vom Start einer Rundreise, auf die in Aperture angezeigte GPS-Strecke und Aperture hilft über den Abgleich der Zeitdaten, das Foto an der richtigen Stelle zu positionieren. Weitere Fotos aus dem Projekt werden anschließend automatisch oder per Drag-and-drop zugeordnet. Apple unterstützt die Ortsanzeige mit eigenen "Ortsnamen"-Servern und greift ansonsten auf Google Maps zurück.

Die Bedienoberfläche hat sich kaum geändert. Neu sind die nun grauen Icons in der oberen Leiste. Bilder, die man auf Facebook oder Flickr veröffentlicht, sind nun wie bei iPhoto in der linken Leiste sofort aufrufbar.
Vergrößern Die Bedienoberfläche hat sich kaum geändert. Neu sind die nun grauen Icons in der oberen Leiste. Bilder, die man auf Facebook oder Flickr veröffentlicht, sind nun wie bei iPhoto in der linken Leiste sofort aufrufbar.

Bildkorrekturen

Zumindest die Anzahl der Werkzeuge für die Bildkorrekturen ist nahezu mit Lightroom 4 ebenbürtig. Auch lokale Korrekturen sind bei Aperture mit 14 verschiedenen Korrekturpinseln möglich, darunter Abwedler und Nachbelichter sowie Schärfen oder Weichzeichnen. Dabei lässt sich auch einstellen, dass Kanten gesucht werden. Somit wird beispielsweise nur der Himmel abgedunkelt und nicht auch ein Kirchturm im Vordergrund. Die Funktion „Kante sichten“ lässt sich indes nicht beeinflussen und so hat man bei Farbkorrekturen sehr schnell ungeliebte Farbsäume. Profi-Werkzeuge wie Gradationskurven fehlen nicht, Apple nennt diese ganz simpel nur „Kurven“. Hier lassen sich auch alle Farbkanäle einzeln bearbeiten. Eine automatische Objektivkorrektur wie bei Lightroom 4 gibt es bei Aperture nicht, allerdings lässt sich ein durch Objektivfehler verursachte Farbsaum an kontrastreichen Kanten (Chromatische Aberration) recht gut entfernen. Insgesamt kann Aperture nicht an die Qualität der Bildkorrekturen von Lightroom 4 anpassen, die sich mit der neuen Prozessentwicklung 2012 deutlich verbessert hat. Zudem bietet Lightroom eine umfangreiche Objektivkorrektur.

Die Bildkorrekturen sind zwar umfangreich und auch Plugins von den wichtigsten Anbietern wie Nik Software oder Onone und DxO werden unterstützt. Doch den deutlichen Qualitätssprung der Werkzeuge von Lightroom 4 kann Aperture 3.3.1 nicht folgen.
Vergrößern Die Bildkorrekturen sind zwar umfangreich und auch Plugins von den wichtigsten Anbietern wie Nik Software oder Onone und DxO werden unterstützt. Doch den deutlichen Qualitätssprung der Werkzeuge von Lightroom 4 kann Aperture 3.3.1 nicht folgen.

Weitergabe

Jedem Projekt kann man eine Art Unterordner zufügen, beispielsweise für ein Fotobuch, einer Diashow oder einer Webseite. Bilder kann man so auf unterschiedlichste Art präsentieren und auch per Flickr oder Facebook im Internet präsentieren. Besonders die Fotobuch-Funktion ist interessant, denn hier lässt sich das Layout anders als bei iPhoto und Lightroom frei gestalten. Wie zuvor ist auch die Diashow-Funktion mit seinen Apple-üblichen sehr stilvollen Vorlagen sehr interessant. Die Diashow lässt sich auch als Full-HD-Film exportieren.
All diese Funktionen bieten auch frühere Versionen von Aperture 3, es sind nur kleine Änderung bei der Bedienung dazu gekommen: Facebook- und Flickr-Alben werden jetzt als Miniaturen im Hauptfenster angezeigt, wenn Accounts in der Quellliste ausgewählt sind.


Aperture bietet umfangreichere Funktionen als iPhoto, auch wenn beide auf dem selben Grundgerüst stehen. Zu merken ist dies unter anderem bei Dia-Shows. Bearbeitet man diese mit Aperture, lässt sie sich in iPhoto nur noch betrachten, nicht aber ändern.
Vergrößern Aperture bietet umfangreichere Funktionen als iPhoto, auch wenn beide auf dem selben Grundgerüst stehen. Zu merken ist dies unter anderem bei Dia-Shows. Bearbeitet man diese mit Aperture, lässt sie sich in iPhoto nur noch betrachten, nicht aber ändern.

Empfehlung

Apples Aperture 3.3.1 ist eine komfortable Bildverwaltung für den anspruchsvolleren Hobby-Fotografen. Die Bildverwaltung gelingt sehr leicht, übersichtlich und schnell, die Bedienführung ist Stimmig. Die Nachteile gegenüber seinem stärksten Konkurrenten Adobe Photoshop Lightroom 4 sind dagegen die hohe Systemanforderung und die schlechtere Qualität der Bildkorrektur-Werkzeuge. Aperture beansprucht derart viel Prozessorleistung, das auf einem Macbook schnell der Lüfter anspringt.

Aperture 3.3.1

Apple
Preis: € 63, CHF 80; Update von Aperture 3.x kostenlos
Note: 2,5 befriedigend
Leistung (30%) 3,0
Ausstattung (30%) 1,8
Bildqualität (20%) 3,5
Handhabung (20%) 1,7
Vorzüge: Günstig, sehr gute Integration in das Mac-System, sehr gutes sortieren und sichten der Fotos, gute Ausstattung, flexible Pinselanpassungen, Gesichter- und Geodatenunterstützung, Schicke Web-Journale und Fotobücher, unterstützt iPhoto-Bibliothek direkt
Nachteile: Hohe Hardwareanforderungen für flüssiges Arbeiten, nicht mehr zeitgemäße Qualität der Bildkorrekturen
Alternative: Adobe Photoshop Lightroom 4 , Capture One Pro, DxO Optics Pro
Ab OS X 10.7.4 , wir empfehlen mindestens 8 GB RAM
www.apple.de/aperture

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