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Test Bildbearbeitung: App4Mac Imagerie 1.0

15.02.2011 | 14:49 Uhr |

Imagerie 1.0 präsentiert sich als flotter, an den modernen Mac angepasster Bildeditor. Photoshop will und kann es nicht Konkurrenz machen. Ob es für den engagierten Fotobearbeiter taugt, zeigt unser Test.

Imagerie will vor allem schnell sein. Und tatsächlich startet es fast sofort. Freilich müssen wir uns schon beim Starten von Imagerie über manche Abstürze ärgern. Und leider bleibt es bei diesen Mängeln nicht. Haben wir ein Foto geöffnet, was auch bei größeren Dateien relativ flott geht, muss man in der nur englischsprachigen Software erst einmal den Layer aufklappen, dort auf Image klicken, bis man auf die Palette für die Schnellkorrekturen (Quick Edit) zugreifen kann.

Wer jetzt flugs die Werkzeuge für Belichtung, Sättigung, Rauschen oder Farbe respektive die Schnellfilter wie automatisches Verbessern oder Tonwertkorrektur einsetzen will, staunt einmal mehr: Diese lassen sich nicht betätigen. Erst nach mehrmaligem Klicken auf die Bildebene links im Hauptfenster sind diese einsetzbar, geben aber bisweilen nur Fehlermeldungen aus. Die Filter-Palette, die im Menü verwirrenderweise durch einen Zauberstab symbolisiert ist, der sonst für ganz andere Optionen in Bildbearbeitungen steht, verharrt stur im Vordergrund, wenn man in ein anderes Programm wechselt, bis man sie wegklickt.

Wollen wir einen Ausschnitt zurechtschneiden, bleibt - auch nach Speichern und erneutem Öffnen des Bildes - ein Rahmen bestehen, der den Ausschnitt im ursprünglichen Gesamtbild anzeigt. Das ist wohl Absicht, wirkt aber befremdlich, zumal alle Filteraktionen weiterhin den eigentlich weggeschnittenen Teil betreffen. Eine pfiffige Idee könnte die "History" sein. Damit soll sich per Schieberegler die Zeit zurückdrehen lassen, so dass man vorgenommene Änderungen Bild für Bild vorgeführt bekommt und jederzeit zu einem früheren Stand zurückklicken kann. Das klappt aber nicht, eher wird die Bilddarstellung unbrauchbar. Und so geht es weiter: Öffnet man ein zweites Foto und benutzt die vorhandene Palette, regelt diese nicht etwa die Werte des neuen, sondern weiter des jetzt im Hintergrund liegenden Werkes. Man braucht also für jedes Foto eine eigene Korrektur-Palette, darauf muss man erst einmal kommen. Da stört es kaum noch, dass Imagerie keinen Filter etwa für Reparaturen oder Rote Augen bietet und das PSD-Format und damit keine Ebenen aus Photoshop öffnen kann. Die positiven Eigenschaften, die Imagerie durchaus zu bieten hat, interessieren angesichts dieses Fiaskos dann leider kaum noch.

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