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Test Onone Perfect Photo Suite 6

27.03.2012 | 14:25 Uhr |

Die Perfect Photo Suite 6 ist eine Effekt-Sammlung, die aus sechs Plug-Ins für Adobe Photoshop ab CS4, Adobe Photoshop Lightroom ab 2 und Apple Aperture ab 2.1 besteht.

Die Integration in Adobe Photoshop erfolgt etwas ungewohnt über das Menü "Automatisieren" oder mit einer Extra-Palette, die sich perfekt in die Photoshop-Paletten einbindet. Komplett neu ist Perfect Portrait 1 für das Optimieren von Portraitaufnahmen. Überarbeitet und im neuen Look sind Perfect Mask 5 zum Freistellen von Objekten sowie das stark überarbeitete Perfect Effects 3, das zuvor Photo Tools 2.6 hieß. Weggefallen ist Phototune, da Perfect Effekts für Bildoptimierung und Effekte dessen Funktionen integriert hat. Noch mit der alten Benutzeroberfläche und gegenüber der Suite-Vorversion unverändert sind Perfect Resize 7 für das Hochrechnen von Fotos, Focalpoint 2 für Tilt-Shift-Effekte und Photoframe 4.6 Pro für die Erzeugung von Rahmen.

Ein siebtes Programm Perfect Layers 2 ist nur für Adobe Photoshop Lightroom und Apple Aperture . Es erzeugt Photoshop-Dateien mit Ebenen und kann so ein wenig Photoshop ersetzen. Die Einbindung in Apple Aperture ist perfekt über "Mit Plug-In bearbeiten" gelöst. Unkomfortabel gestaltet es sich allerdings in Adobe Photoshop Lightroom, hier muss man etwas unlogisch über das Menü "Datei/Zusatzmoduloptionen/..." gehen.

Die große Verbesserung gegenüber der Vorgängerversion ist, dass sich die komplette Perfect Photo Suite jetzt als ein Programm verhält und so auf Adobe Photoshop verzichtet wird. Man landet nach dem Aufruf sofort im Modul Perfect Layers und kann - ohne die Suite zu verlassen - alle weiteren Module über eine Schaltfläche am oberen Fensterrand wechseln. Das wirkt fast wie aus einem Guss, nur dass der Wechsel ein wenig Zeit kostet. Nach kurzer Eingewöhnung überzeugt die Bedienung. Nach dem Sichern landet dann das bearbeitete Bild in der Bibliothek der Verwaltungsprogramme. Somit kann man die Perfect Photo Suite auch aus anderen Verwaltungsprogrammen wie Media Pro verwenden. Dazu übergibt man das Bild einfach an das Programm Perfect Photo Suite. Als einzelne Programme sind sonst nur noch Focalpoint, Perfect Resize und Photoframe verwendbar, alle Anderen sind reine Plug-Ins und benötigen Adobe Photoshop oder das Perfect Photo Suite-Programm als Hostanwendung.

Ärgerlich ist, dass die Metadaten bei der Verwendung der Standalone-Versionen aus Apple Aperture und Adobe Photoshop Lightroom verloren gehen. Hier muss man daran denken, sie direkt im Anschluss wieder anzuhängen. Das geht mit den IPTC-Daten wie Ort und Stichwort noch, anders sieht es bei den EXIF-Angaben aus, diese sind für immer verloren. Ebenso stört, dass ausschließlich PSD-Dateien aus den Verwaltungprogrammen heraus erzeugt werden, Tiff oder JPEG sind nicht möglich.

Gut gefallen haben uns die Onone Video-Tutorials und die verständlichen Anleitungen. Gerade bei neueren Produkten wie dem Perfect Layers ist die schriftliche Anleitung allerdings besser als die teilweise oberflächlichen Videos.

Perfect Layers 2

Perfect Layers 2
Vergrößern Perfect Layers 2

Die Basis für den Einsatz der Suite in Adobe Photoshop Lightroom und Apple Aperture stellt Perfect Layers in der optimierten Version 2 dar. Mehrere Bilder zu einer Montage zusammenfügen oder ein Bild durch Ebenenverrechnungen und Masken gezielt optimieren, das gelingt mit Perfect Layers sehr gut. Quasi als "Photoshop light" erzeugt Perfect Layers aus einem oder mehreren Bildern ein Photoshop-Dokument (PSD-Datei). Bei mehreren Bildern werden diese in entsprechend vielen Ebenen - kompatibel zu Adobe Photoshop - verteilt. Mit dem aus Focalpoint bekannten Maskingbug oder dem Pinsel werden Masken erstellt, um auf diese Weise Bereiche einer Ebene durchscheinen zu lassen oder von der Bearbeitung auszunehmen. Während der Pinsel gezielt eine Maske malt, erstellt man mit dem Maskingbug rechteckige oder kreisrunde Flächen mit beliebiger Ausdehnung, Lage im 3D-Raum und Transparenz. Für einfache und leicht freizustellende Objekte - beispielsweise das Austauschen eines klar abgegrenzten Himmels - gelingt das recht gut. Bei komplexen Objekten wie Blättern und Haaren kommt man trotz Wacom-Unterstützung an seine Grenzen. Dann braucht man doch eine gute Bildbearbeitung oder Perfect Mask 5. Zur Bildoptimierung via Ebenenverrechnung, beispielsweise einer Kontraststeigerung, oder dem Austausch des Himmels hingegen eignet sich Perfect Layers sehr gut.

Perfect Portrait 1

Das neue Mitglied in der Perfect Photo Suite ist Perfect Portrait, ein Programm, das auf die Retusche von Haut spezialisiert ist. Beim Start analysiert das Programm sofort das Foto und versucht das Gesicht und die Haut zu erkennen. Schlägt dies fehl oder passt es nicht so ganz, wird mit einem Pinsel die Maske gemalt beziehungsweise optimiert, die den nicht zu bearbeiteten Bereich schützt. Neben der Haut werden auch Augen, Mund und Zähne erkannt und können auch getrennt bearbeitet werden. Für den perfekten Hautton kennt Perfect Portrait die Merkmale aller ethnischen Gruppen. Auf diese Weise ist sehr gut eine leichte Blässe in eine Bräunung veränderbar. Hautunreinheiten werden mit einem Pinsel weggemalt - was nicht ganz so perfekt wie in Photoshop funktioniert - und die Haut bekommt beispielsweise über entsprechende Regler Weichheit oder mehr Glanz. Das weiß im Auge wird wieder strahlend genauso wie die Zähne und wenn der Lippenstift nicht kräftig genug war, wird auch hier mit einem Regler nachgeholfen.

Perfect Portrait 1
Vergrößern Perfect Portrait 1

In der Praxis klappt das recht gut und ist vergleichbar mit Portrait Professional. Voraussetzung für ein perfektes Ergebnis sind die Masken für die Bereiche Augen, Haut und Lippen. Hier sollte man vor dem Spiel mit den Reglern einen genauen Blick darauf werfen und gegebenenfalls optimieren.

Perfect Effects 3

Perfect Effects 3
Vergrößern Perfect Effects 3

Perfect Effects kommt als klassische Effekt- und Filter-Sammlung daher, beschränkt sich aber nicht auf das einfache Anwenden. Jeder Effekte landet zunächst in einem Stapel, in dem weitere Effekte abgelegt werden können, um daraus eine Kombination zu erstellen. Die einzelnen Effekte lassen sich nicht nur in der Reihenfolge oder Deckkraft verändern, sondern auch mit dem Pinsel und dem Maskingbug. Somit ist ein gezieltes Aufmalen möglich, um beispielsweise ein teilkoloriertes Foto zu erhalten. Bei den Effekten finden sich nicht nur so bekannte wie einen Tone Enhancer, Glow oder diverse Vintage-Effekte, sondern auch klassische Fotofilter wie Farbfolien oder eine gelungene Auswahl an Filmsimulationen. Die Effekte und Filter sind am unteren Rand übersichtlich in Gruppen sortiert und als kleine Voransicht-Bilder angezeigt. Bei Rollover erhält man eine vergrößerte Vorschau. Individuelle Effekt- und Filtereinstellungen runden den sehr guten Eindruck ab.

Focalpoint 2

Der bekannte Lensbaby oder Miniaturen-Effekt, also das gezielte Setzten eines Schärfepunktes, während der Rest des Bildes in Unschärfe versinkt, ist die Aufgabe von Focalpoint. Die Schärfenebene kann hierbei entweder eine plane oder kreisförmige Ebene einnehmen (mit dem Maskingbug) oder frei mit dem Pinsel gemalt werden. Besitzer eines Grafiktabletts von Waco m kommen in den Genuss der Unterstützung, die aber wegen der insgesamt trägen Reaktion des Plug-ins nicht voll zum Tragen kommt. Für die Simulation der Blende - diese ist wichtig für die Unschärfe (bei Objektiven auch Bouquet genannt) - wählt man eine Lamellenanzahl von 3 bis 11 aus. Alternativ kann auch ein echtes Objektiv aus einer Liste von 22 Canon und Nikon-Objektiven ausgewählt werden.

Focalpoint 2
Vergrößern Focalpoint 2

Das Experimentieren macht sehr viel Spaß und selbst wenn kein echtes Objektiv dadurch ersetzt werden kann, überzeugen die Ergebnisse komplett. Speziell die Simulation echter Blenden von lichtstarken Objektiven wie einem Canon 1,4/35mm in Verbindung mit der Malfunktion sind klasse.

Photoframe 4.6

Photoframe 4.6
Vergrößern Photoframe 4.6

Mit Photoframe lässt sich schnell ein ausgefallener Rahmen um die Bilder erstellen. Am einfachsten ist es, einen der 1641 vorgestalteten Rahmen zu verwenden. Da gibt es neben leicht kitschigen Designs auch einfache Holzrahmen, Fototapeten, Pinselstriche oder die Filmrahmen. Das Schöne an Photoframe ist, dass die Rahmen nicht einfach angewendet, sondern in einer Ebene über das Bild gelegt werden. Auf diese Weise sind Montagen mehrerer Rahmen, Hintergründe oder auch die Manipulation möglich. So kann man sehr einfach die Größe und Ausrichtung eines Rahmens an seine Vorstellungen anpassen oder auch aus mehreren verschiedenen vorgefertigten Rahmen seinen eigenen erstellen und als Vorlage abspeichern. Leider ist man bei der Montagefläche auf die Bildgröße beschränkt. Wer also seinen Rahmen um das Bild herum haben möchte, muss zuvor die Arbeitsfläche erweitern. Wenn man das Plug-In aus Adobe Photoshop heraus einsetzt, ist das sicher kein Problem, aus Adobe Photoshop Lightroom, Apple Aperture oder der Suite heraus aber nicht möglich.

Perfect Mask 5

Das Erstellen von Masken - also das Freistellen von Motiven - gehört zu den arbeitsaufwändigsten und schwierigsten Aufgaben in der Bildbearbeitung. Hier setzt Perfect Mask an. Im ersten Schritt wählt man die Farben, die entfernt werden sowie die Farben, die bewahrt werden sollen. Danach malt man mit einem Pinsel den zu entfernenden Bereich weg. Eine andere Methode ist das Zeichnen von Pfaden und das anschließende Entfernen. Beides kann sehr mühsam sein, wenn beispielsweise der zu entfernende Hintergrund sich nicht deutlich genug vom Hauptmotiv abhebt. Spezielle Pinsel zur Bearbeitung der Maske und der Ränder runden die zur Verfügung stehenden Werkzeuge ab. Wichtig bei der Arbeit mit Masken sind verschiedene Vorschauen, bei denen nicht nur das Endergebnis, sondern auch die Masken alleine oder in Kombination zu sehen sind.

Perfect Mask 5
Vergrößern Perfect Mask 5

Eine Zeitersparnis gegenüber den Werkzeugen von Photoshop CS5 (Pfade, Farbbereichs- und Schnellauswahlwerkzeug) gibt es nicht, ebenso wenig ist es einfacher oder besser. Somit ist Perfect Mask eigentlich nur für Nutzer ohne Photoshop CS5 interessant. Die Einarbeitung ist sehr zeitaufwändig, Tutorialvideos helfen aber dabei.

Perfect Resize 7

Ein Spezialist für das Skalieren von Bildern ist Perfect Resize, welches zuvor Genuine Fractals 6 Pro hieß. Das Skalieren wird speziell für die Druckaufbereitung benötigt und so finden sich auch Hilfen bei der Einstellung der richtigen Auflösung beispielsweise für Epson Tintenstrahldrucker oder den Großformatdruck. Weitere spezielle Tools für den Druck sind das Aufteilen großer Bilder in mehrere kleine Drucke oder die Erzeugung von Gallery Wraps für Keilrahmen - also den gespiegelten Bereichen außerhalb des Bildes, die um den Keilrahmen geschlagen werden.

Die Ergebnisse der Skalierung sind gut und lassen sich sehr schön durch die Texture Control optimieren. Eine Schärfung, getrennt für Lichter und Schatten, sowie das Hinzufügen von Filmkorn, sind weitere Optimierungswerkzeuge. Im Vergleich zur Standardskalierung in Adobe Photoshop CS5 sind die Ergebnisse minimal schärfer, was an der Nachschärfung liegen könnte.

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