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Adobe Photoshop Touch – Bildbearbeitung zum Anfassen

03.03.2012 | 09:31 Uhr |

Photoshop Touch bringt die Hauptfunktionen des Bildbearbeitungs-Königs aufs iPad.

Unter Adobes neuer "Touch App"-Familie ist Photoshop Touch der prominenteste Kandidat. Letzten Herbst startete die App schon auf den weniger verbreiteten Android Tablets durch, jetzt steht auch die iOS-Version im App Store bereit. Adobe betont, man wolle in der App nicht Photoshop komplett vom Desktop aufs Mobilgerät hieven - selbst das für den Betrieb nötige, schnelle iPad 2 wäre mit einem ausgewachsenen Bildbearbeitungsmonster überfordert. Vielmehr liefert die Mobilversion das Wichtigste aus Photoshop zum Mitnehmen.

Photoshop Touch will nicht nur Profis ansprechen. Schritt-für-Schritt Anleitungen demonstrieren nach dem Start der App gängige kreative Bildeffekte, -korrekturen oder -montagen zum Mitmachen. Sprechblasen zeigen wo das nächste Werkzeug liegt, Texteinblendungen erläutern den nächsten Schritt. Für Einsteiger Gold wert, schade nur dass sich Adobe anscheinend die Lokalisierung sparen will. Über englische Werkzeugnamen, Einblendmodi und Menübegriffe werden sich viele ärgern. Allerdings hat Adobe auf unsere Nachfrage zugesichert, die App eindeutschen zu wollen. Wann dies geschehen soll, ließ Adobe indes noch offen.

Alternativ zu den Tutorials legt man direkt mit einem neuen Projekt los. Bildmaterial holt die App von fast überall: Bilder können direkt mit der iPad-Kamera geknipst, aus der lokalen iPad-Fotobibliothek, Googles Bildsuche oder Facebook geladen werden. Ebenfalls an Bord ist schon Adobes neuer Online-Service Creative Cloud , der speziell für das Speichern, Austauschen und Präsentieren von Arbeiten aus der Creative Suite und den Touch Apps gedacht ist. Projekte lassen sich im gleichen Bildschirm wieder aufs iPad speichern, auf Facebook oder die Creative Cloud hochladen, per Mail verschicken oder per Airprint drucken. Aufwändigere Projekte können in Ordnern organisiert oder zur Sicherheit vor der Bearbeitung dupliziert werden.

Finger statt Maus

Bildeinstellungen zeigen in Vorschaubildern wie das Bild darin manipuliert wird.
Vergrößern Bildeinstellungen zeigen in Vorschaubildern wie das Bild darin manipuliert wird.

Fühlt sich Photoshop Touch auf dem iPad tatsächlich wie Photoshop an? Adobe führt zwar in seinen Touch-Apps einen neuen Typ von Bedienoberfläche ein, der mit dem Vorbild auf dem Desktop optisch wenig gemeinsam hat, aber zum Beispiel der schon erhältlichen Zeichen-App Adobe Ideas ähnelt. Gut so, denn die Bedienung per Finger oder iPad-Stift klappt hervorragend. Multitouch-Befehle, große Symbole lassen die App einfach bedienen. Photoshop-Vorkenntnisse helfen trotzdem, denn man findet die vertrauten Werkzeuge wie Auswahlrechteck, Stempel und Co sowie bekannte Mechanismen wieder. Anspruchsvolle finden Maskierungstechniken wie das Skribble Selection Tool, mit dem sich auch weiche Masken zum Beispiel für Freistellungen mit Haaren zeichnen lassen. Mit der vom Desktop bekannten "Refine Edge"-Funktion können Auswahlbereiche unscharf und mit verschiedenen Pinseln nachgearbeitet werden.

Viele Schritte, wie zum Beispiel die Farbauswahl für den Pinselauftrag, die Pinselgröße und Feinheit lassen sich fast schneller und einfacher mit Fingern und Multitouch als mit dem Mauszeiger am Desktop. Wer sich mit der Umstellung schwer tut, kann sich optional einen Mauszeiger auf den Bildschirm anzeigen lassen. Zeichnen und Retuschen gelingen im Vollbildmodus mit ausgeblendeten Menüs sehr natürlich.

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