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Test ACD See Pro for Mac 1.7

25.02.2011 | 13:53 Uhr |

Viele Umsteiger von PC auf Mac haben dieses Tool vermisst: Das unter Windows-Anwendern beliebte Bildorganisations- und bearbeitungsprogramm ACD See Pro Foto Manager ist nun nach einer langen Betaphase offiziell in einer Version für Macintosh erschienen. Die Mac-Ausgabe ist jedoch beileibe keine 1:1-Kopie des Windows-Pendants.

Vielmehr ist die Mac-Version mit einem anderen Motor unter der Haube und mit einer geringeren Ausstattungsliste versehen. Die aktuelle PC-Version hat dem Mac-Neuling nämlich einiges voraus. Dazu zählen etliche Stapelverarbeitungs-Funktionen, ein Kalender-Modus, Effekte oder die verschiedenen Online-Anbindungen. ACD See Pro für Mac zeigt sich also den mit der PC-Version vertrauten Anwendern auf den ersten Blick als, freundlich ausgedrückt, ausbaufähig. Der Hersteller hat in seinem Online-Forum inzwischen angekündigt, viele vom PC vertraute Funktionen rasch implementieren zu wollen. Das "Grundgerüst" jedoch steht: ACD See Pro for Mac (wir testen die englischsprachige Version, eine deutsche Version ist für einen unbestimmten Zeitpunkt angekündigt) teilt sich in die drei Bereiche Verwaltung, Bildsichtung und Verarbeitung auf und speichert Metadaten- und Bildeditierungen in einer Datenbank. Im Verwaltungsmodus werden die Bilder erfasst und organisiert, dabei muss man die Bilddaten nicht importieren. ACD See Pro zeigt die Bilder direkt aus den Ordnern des Dateisystems an, wobei auch externe Laufwerke und Netzwerk-Volumes einbezogen werden können.

Im Verwalten-Modus lassen sich die Bilddaten eines Ordners als Miniaturen sichten, Inhalte von Unterordnern werden allerdings nicht mit einbezogen. Auf der rechten Seite befinden sich die Organisations- und Eigenschaften-Metadaten. Zu Bilddaten können Kennzeichnungen (tags), Bewertungen und Kategorien wie "Orte" oder "Personen" zugewiesen werden, außerdem lassen sich nicht kategorisierte oder alle erfassten Bilder aufrufen. Bei den Sortierkriterien vermissen wir unter anderem die für Fotografen oft wichtige Sortierfolge nach dem Aufnahmedatum. Die Suche nach bestimmten Bildmerkmalen erfolgt wahlweise in der eigenen Datenbank oder über Spotlight. Umständlich ist allerdings eine Metadaten-Suche nach Eigenschaften, beispielsweise nach allen Aufnahmen mit einem ISO-Wert von 1600. Dazu muss man erst eine Aufnahme mit diesem Wert lokalisieren und dann aus der Eigenschaften-Liste die ISO-Kategorie auf das Suchen-Feld ziehen. Ebenfalls im Bildverwaltungs-Modul findet sich die Stapelverarbeitung. Hier kann man Stapelverarbeitungsanweisungen aus bislang acht Kategorien (von Zeitstempel über Dateioperationen bis Bearbeitungsvorgaben) zusammenstellen und konfigurieren.

Kein Geschwindigkeitswunder

In der PC-Version ist ACD See bekannt für seine schnellen, praktisch instanten Vorschauen, egal ob man nun Bilddateien das erste Mal sichtet oder bereits vom Programm erfasste Bilder betrachtet. Das gilt jedoch nicht für die Mac-Version. Bei einer neuen, größeren Bilderserie dauert es schon eine Weile, bis in der Vorschau des Verwaltungsbereichs alle Miniaturen angezeigt sind. Für unseren Test-Bildbestand mit 4500 Fotos (in der Mehrzahl RAW-Aufnahmen ; Testrechner: Macbook Pro, 2,4 Ghz , 4 GB RAM) benötigt ACD See Pro knapp über 20 Minuten, um alle Miniaturen zu generieren. Dafür müssen in der Ordner-Ansicht allerdings auch alle Ordner einschließlich Unterordner ausgewählt sein. Auch bei der späteren Anwahl eines bereits erfassten Bilderordners benötigt ACD See Pro etwas Zeit, und zwar länger als beispielsweise die Miniaturdarstellung in Adobe Photoshop Lightroom .

Apples Quick-Look-Funktion ist in ACD See Pro die schnellste Variante der Vorschauansicht. Diashows aus ACDSee Pro sind ebenfalls nur mit dieser Mac-OS-X-Funktion möglich.
Vergrößern Apples Quick-Look-Funktion ist in ACD See Pro die schnellste Variante der Vorschauansicht. Diashows aus ACDSee Pro sind ebenfalls nur mit dieser Mac-OS-X-Funktion möglich.

Mangelhaft sind auch die Zoom-Funktionen im Ansichtsmodus. Die 1:1-Ansicht richtet sich an der linken unteren Bildecke aus statt am Bildzentrum, das Zoomen per Tastenbefehl erfolgt in Mini-Schritten von einem bis zwei Prozent. Ein Zoomen per Lupe ist nicht möglich - es gibt dieses Werkzeug schlichtweg nicht. Im Ansichtsmodus hat der Mauszeiger in der Bildvorschau lediglich die Funktion einer Verschiebe-Hand. Im Verwaltungsmodul greift ACD See Pro auf eine Mac-OS-X-Technik zu: Mittels der Integration von Quick Look zeigt ACD See Pro Groß- oder Vollbildansichten einzelner oder mehrerer ausgewählter Bilder beziehungsweise eine Diashow, auch Videos sind via Quick Look abspielbar. Die vergrößerte Quick-Look-Bilddarstellung ist dabei bei RAW-Bildern schneller als die ACD-See-eigene Vorschaugenerierung im Bildsichtungsmodul.

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