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Blackberry 7230

01.01.2005 | 17:08 Uhr |

Mobiler E-Mail-Client mit Telefonfunktion und Organizer

Blackberry 7230
Vergrößern Blackberry 7230

E-Mail wird mobil – nun auch endlich für Mac-Anwender. In Nordamerika gehört der Blackberry längst in den Business-Alltag, in Europa sind die Mobilfunkprovider dieses Jahr in die Vermarktung des E-Mail-Handy-Organizers gestartet – mit Vertragspreisen von bis zu einem Euro. Der Clou ist, dass der Benutzer elektronische Post nicht mehr auf dem Server abholen muss, sondern sie wie eine SMS direkt auf das Endgerät geschickt wird – und zwar über die Luft, genauer gesagt: über den Mobilfunkstandard GPRS. Information Appliance Associates haben nun ein Tool vorgestellt, das für den Abgleich von Terminen und Kontaktdaten mit den Blackberry-Geräten sorgt. Bislang war das der Windows-Plattform vorbehalten.

Handy mit 35 Tasten

Er ähnelt mehr einem Palm-Handheld als einem Mobiltelefon: Der Blackberry 7230 liegt schmeichelnd in der Hand und bietet eine QWERTZ-Tastatur, die sich recht gut mit den Daumen bedienen lässt. Mit ein wenig Training tippt es sich deutlich schneller als über eine Handy-Tastatur. Das Jog-Dial und die Escape/Zurück-Taste sind am rechten Gehäuserand, mit dem Zeigefinger der linken oder Daumen der rechten Hand navigiert man schnell durch die unterschiedlichen Menüs. Wie bei Business-Handys üblich verfügt der Blackberry 7230 über eine Adress- und Terminverwaltung, die Mobilfunkfunktionen können etwa im Flugzeug oder Krankenhaus komplett deaktiviert werden. Auf eine Bluetooth-Schnittstelle verzichtet der Hersteller „Research In Motion“ (RIM), als Funkmodem für ein Notebook dient das Gerät nicht.

E-Mail to push

Die größte Stärke des Blackberry ist sein Kommunikationstalent: Neben SMS-Fähigkeit hat er einen E-Mail-Client an Bord, der verbunden ist mit einem Postfach beim Mobilfunkprovider – oder in der Enterprise-Version mit dem Mailserver des Unternehmens. Elektronische Post wird sofort auf den Blackberry „gepusht“, bis zu drei andere bereits vorhandene Postfächer fragt der POP3-Sammeldienst bei unserem Test-Provider Vodafone im Viertelstundentakt ab und leitet die Nachrichten weiter. Das klappt in unserem Test sehr gut, allein für die korrekte Konfiguration des Dienstes ist Microsofts Internet Explorer nötig, die gesamte Konfiguration auch des Blackberrys ist in rund einer Stunde erledigt. Umsonst ist dieser Dienst natürlich nicht: Zur Grundgebühr der SIM-Karte je nach Tarif und Anbieter kommt der entsprechende Blackberry-Tarif noch dazu. Das sind im günstigsten Fall knapp 20 Euro monatlich.

Meet the Mac

Im Lieferumfang jedes Blackberrys befindet sich zwar Synchronisationssoftware, aber nur für Windows-Systeme. Die Brücke zum Mac schlägt das neue Tool „Pocket Mac Blackberry“, als Download für 25 Euro beim Hersteller erhältlich. Nicht bloß auf iCal und Apples Adressbuch beschränkt, gleicht das Tool auch Entourage- oder Now-Daten ab. Dass für den gesamten Datenbestand global eingestellt werden muss, ob die Privat- oder Geschäftsadresse synchronisiert werden soll, liegt am Adressbuch des Blackberrys und ist schon ärgerlich genug. Dass Pocket Mac aber alle Kalender synchronisiert (und nicht einige abgewählt werden können), liegt an der mangelnden Flexibilität des Programms. Gleiches gilt für die Adressen: Selektiv nur bestimmte Gruppen auszuwählen wie beim Handy-Abgleich mit iSync läuft nicht, auch hier gilt „entweder – oder“. Nach der ersten Synchronisation, wahlweise über ein eigenes Menü oder via iSync schleichen sich im Test ein falscher Termin und zwei „leere“ Aufgaben in iCal ein, im weiteren Verlauf jedoch funktioniert der Abgleich robust. Nettes Gimmick: Eintragungen aus den Notizzetteln kann Pocket Mac zwar übermitteln – aber nur zum Blackberry und nicht zurück zum Mac.

Fazit

Der Blackberry 7230 ist ein günstiger Laptop-Ersatz für E-Mail-Junkies, hat eine lange Standby-Zeit, was aber auch am zu schwach beleuchteten Display liegt. In Verbindung mit der Pocket-Mac-Software macht er das Büro mobil, mehr Flexibilität wäre aber wünschenswert. Alternativ könnten Smartphones mit E-Mail-to-push-Technik mehr Nutzwert am Mac bringen. olm

Note: 2,4.

Vorzüge: E-Mails treffen automatisch ein, lange Standby-Zeit (10 Tage), QWERTZ-Tastatur, großes Display

Nachteile: keine IR- oder Bluetooth-Schnittstelle, Synchronisation nur mit Zusatzsoftware, spezieller Mobilfunkvertrag nötig, schwache Displaybeleuchtung

Alternative: Sony Ericsson P910i, Nokia 68xx mit E-Mail-to-push-Funktion

Preis: € (D) 500, € (A) 518, CHF 685, mit Vertrag ab 1 €

Technische Angaben

Systemanforderungen: Spezieller Mobilfunkvertrag, USB-Schnittstelle

Info: Research In Motion (RIM)

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