1909759

Test Blaupunkt B39C4K-TC

Blaupunkt 4K-TV für unter 500 Euro im Test

28.02.2014 | 14:02 Uhr |

Fernseher mit 4K-Auflösung sind selten und teuer. Kaum ein Gerät ist für unter 2000 Euro zu bekommen. Da überrascht uns Blaupunkt mit einem 39-Zoll-4K-Fernsher für schier unglaubliche 480 Euro. Doch an dem Gerät ist nicht nur viel Licht sondern auch viel Schatten.

Zunächst überwiegt die Überraschung. Beim Auspacken bemerken wir die wertige Haptik der Hardware. Der Blaupunkt B39C4K-TC ist sehr flach gehalten, der dünne Rand um das Panel ist auf den Außenseiten mit Metall eingefasst. Der stabile aber nicht verstellbare Standfuß (den man selber montieren muss) ist aus dickem und schwerem Glas. Allerdings löst sich das Blaupunkt Logo in seine Einzelteile auf, als wir die Schutzfolie abziehen, Offensichlich klebt die Folie besser an den Buchstaben, als die Buchstaben am Fernseher. Die Verarbeitung ist aber – abgesehen vom Hersteller-Logo – einwandfrei, nichts klappert oder knarzt, keine scharfen Grate oder Kanten stehen vor. Das macht alles einen guten Eindruck. Nach billigem Import aus Asien sieht uns das nicht aus und tatsächlich: Auf der Rückseite prangt ein Schild "Hergestellt in Europa", das Gerät wird in der Slovakei zusammengebaut. Die Komponeten kommen aber überwiegend aus Asien.

Anschlüsse

Auch die Anschlüsse können sich sehen lassen. An der linken Seite, etwas eingerückt gibt es drei HDMI-Ports, einen USB-Anschluss für Massenspeicher (wie z.B. USB-Sticks) den CI-Karten-Steckplatz und einen analogen FBAS-Eingang in Miniklinken-Ausführung (für Digitalkameras). Auf der Rückseite gibt es weitere Anschlüsse. Wir finden einen Componenten-Eingang (ebenfalls in Miniklinken-Auführung), einen VGA-Eingang (mit separatem Audio-Eingang) sowie Scart und die Antennenbuchse (integriert ist ein analoger und ein DVB-T/C-Tuner). Außerdem gibt es noch einen anlogen Kopfhörerausgang und einen digitalen Audio-Ausgang im Coax-Format. 3D-Funktionen bietet der Blaupunkt nicht, auf Smart-TV-Funktionen oder einen Streaming-Client muss man ebenso verzichten.

Bildqualität

Trotz 4K-Panel überzeugt uns die Bildqualität des Blaupunkt B39C4K-TC nicht. Der integrierte Signalprozessor bearbeitet das Bildsignal nur mit mäßigem Erfolg. Meist ist die Darstellung überschärft, in den Schatten und besonders in den Lichtern stellen wir Farbabrisse fest. Das führt zu unschönen Flächeneffekten bei Farbverläufen. Fotos, die per USB eingespielt werden, stellt der Blaupunkt nur mit stark reduzierter Auflösung dar, von 4K ist hier nichts zu sehen.

Wir schließen ein aktuelles Apple TV an und auch hier wiederholt sich das Bild. Fotos und Videos wirken trotz des Full-HD-Signals vom Apple TV stark pixelig. Der 4K-Upscaler im Fernseher macht hier offensichtlich keinen guten Job. Die 4K-Auflösung bekommen wir überhaupt nur dann zu sehen, wenn wir einen Mac anschließen. Ein Macbook Pro Retina aus dem Jahre 2012 liefert direkt per HDMI angeschlossen ein passables 4K-Bild mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde, nach einer Kalibrierung ist das Bild sogar überwiegend gut. Wer nun denkt, den idealen und preiswerten 4K-Monitor für den Mac gefunden zu haben, sieht sich enttäuscht. Auch per 4K-Signal angesteuert arbeitet stets die interne Signalverarbeitung und beschert dem Anwender einen Input-Lag (Verzögerung der Bildausgabe) von über 100 (von uns gemessenen) Millisekunden. Dadurch läuft der Mauspfeil immer unangenehm hinter der Handbewegung hinterher. Arbeiten kann man so nicht. Allenfalls als 4K-Ausspielmonitor für den Videoschnitt kann man den Monitor auch am Mac verwenden. Hier machen 100 Millisekunden Verzögerung nichts aus, denn der Ton wird ebenfalls dementsprechend verzögert ausgegeben.

Zur Ehrenrettung: Man hat gewisse Einflussmöglichkeiten auf die Bildeinstellungen, so kann man den digitalen Schärfefilter in die Schranken weisen und auch den Kontrast etwas zurückdrehen. Das LED-Panel bietet ein dynamischen Kontrast, regelt also die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung herunter, wenn sich viele dunkle Bildinhalte im Signal befinden. Dadurch erhält man ein sattes Schwarz.

Ergonomie und Stromverbrauch

Die deutsche Menüführung ist einfach zu verstehen und klar gegliedert. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und die Taste sind ausreichen groß. Das Menü spricht flott an. Den Stromverbrauch messen wir mit 75 Watt im Betrieb bei voller Helligkeit. Im Eco-Modus sinkt die Stromaufnahme auf knapp unter 60 Watt. Im Standby messen wir unter 0,1 Watt, ein sehr gutes Ergebnis.

Empfehlung

500 Euro für einen 4K-Fernseher, da kann amn schon schwach werden, aber das Prädikat "4K" hat der Blaupunkt B39C4K-TC nicht verdient. Das 4K-Panel ansich ist nicht schlecht, aber die Signalverarbeitung des Fernsehers ist extrem träge und die Bildqualtität schlecht abgestimmt. Wer hier 500 Euro in einen guten Full-HD-Fernseher investiert, wird meist besser wegkommen. Allenfalls als zusätzlichen 4K-Ausspielmonitor für Videofilmer können wir den Blaupunkt empfehlen. Hier ist er allein wegen seines günstigen Preises bislang quasi konkurrenlos.

Blaupunkt B39C4K-TC

Hersteller: Blaupunkt

Preis (bei Conrad): € 480, CHF 584

Gesamtnote: 3,2 befriedigend

Leistung/Bildqualität (50%): 4,4

Ausstattung (20%): 2,3

Handhabung (15%): 2,0

Ergonomie (15%): 1,8

Vorzüge: gute Verarbeitung, stabiler Glasstandfuß, schickes Design, niedriger Stromverbrauch

Nachteile: Hersteller-Logo fällt ab, allgemein mäßige Bildqualität, schlechter Upscaler, langer Input-Lag (Bildverzögerung)

Alternativen: zu dem Preis derzeit keine

0 Kommentare zu diesem Artikel
1909759