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Blu-Ray-Brenner

01.04.2007 | 12:40 Uhr |

Die ersten Blu-Ray-Brenner sind bereits auf dem Markt, doch selbst bei den neuesten HighendMacs scheut sich Apple, die neue Technologie einzusetzen. Dennoch ist der Einsatz im Mac möglich

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Mit Blu-Ray stand bereits 2003 die Nachfolgetechnologie zur DVD fest. Die Scheibe sollte wesentlich mehr Daten speichern können und deutlich höhere Transferraten liefern. Video in HDTV-Qualität war damals das Ziel. Doch dann kam das Gegenlager mit der HD-DVD an die Öffentlichkeit. Nun bremsen sich beide Technologien gegenseitig aus. Der Kunde ist verunsichert, was soll er kaufen? Blu-Ray hat derzeit einen leichten Vorsprung, denn sowohl Abspielgeräte fürs Wohnzimmer als auch Brenner für den Computerbereich sind bereits von zahlreichen Herstellern verfügbar. Glaubt man den Verfechtern der Blu-Ray-Technologie, bietet sie zudem ein höheres Potenzial für die Zukunft. Durch den Einsatz von mehr Datenschichten soll sich die Kapazität mit vergleichsweise geringem Aufwand drastisch steigern lassen, bis zu 200 Gigabyte sind im Gespräch. Doch HD-DVD bietet auch hier ähnliche Möglichkeiten. Eine HD-DVD mit drei Layern ist technisch machbar und wurde bereits demonstriert.

So funktioniert Blu-Ray

Leistungsvergleich: Blu-Ray-Brenner
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Die Technologie der Blu-Ray Disk erhöht die Speicherdichte, indem sie sich eines einfachen Hilfsmittels bedient: eines Lasers mit kürzerer Wellenlänge. Statt des üblichen roten Lasers mit 635 oder 650 Nanometer Wellenlänge nutzt diese Technologie einen blauen Laser mit 405 Nanometer für die einmal (BD-R) und die wieder beschreibbare (BD-RE) Scheibe. Diese ermöglichen eine Datenkapazität von 25 Gigabyte bei einschichtigen und 50 Gigabyte bei doppelschichtigen Medien. Damit bieten sie ausreichend Platz für vollständige Kinofilme in höchster Qualität. Blu-Ray verwendet für das Speichern von HD-Videos den Kompressionsstandard MPEG-4, aber auch das von der DVD her bekannte MPEG-2-Verfahren ist erlaubt. Blu-Ray-Player müssen also beide Standards abspielen können.

Auch Apple mischt mit

Apple hat sich schon vor geraumer Zeit zum Format Blu-Ray bekannt und ist Mitglied in der Blu-Ray Disk Association, dem Standardisierungsgremium, dem viele wichtige Hersteller aus der IT-Industrie angehören. Dennoch setzt Apple bis heute keine Blu-Ray-Brenner ein. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Dünn gesäht: Noch sind Blu-Ray-Medien nicht in jedem Supermarkt um die Ecke zu bekommen. Bei großen Fachmärkten wie Media Markt und Saturn findet man meist die Medien von Verbatim, die auch wir im Test verwenden. Ein BD-RE-Medium kostet zwischen 15 und 25 Euro.
Vergrößern Dünn gesäht: Noch sind Blu-Ray-Medien nicht in jedem Supermarkt um die Ecke zu bekommen. Bei großen Fachmärkten wie Media Markt und Saturn findet man meist die Medien von Verbatim, die auch wir im Test verwenden. Ein BD-RE-Medium kostet zwischen 15 und 25 Euro.

Neben den vielen Vorteilen, wie höherer Kapazität und schnellerer Daten-übertragung, birgt die neue Technologie auch Nachteile in sich. Die sind allerdings größtenteils künstlicher Natur. Die Rede ist vom Kopierschutzsystem HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection). Die Auflagen der Filmstudios an die Hersteller sind sehr streng. Damit die qualitativ hochwertigen Filmproduktionen nicht beliebig kopiert und unkontrolliert verbreitet werden, muss das Abspielsystem gewisse Voraussetzungen erfüllen, um Raubkopien zu verhindern oder deutlich zu erschweren.

Zunächst liegen die Videodaten auf dem Medium in verschlüsselter Form vor. Das ist auch bei der normalen DVD schon so, doch der DVD-Kopierschutz (CSS) konnte relativ leicht geknackt werden. Seitdem ist es quasi kein Problem mehr, DVDs beliebig zu kopieren. Damit das bei HDCP nicht so einfach geht, findet die Entschlüsselung der Filminforma-tionen erst im letzten Glied der Gerätekette statt, also im Fernseher oder im Monitor. Das bedeutet im Klartext, dass man nur bestimmte Monitore respektive TV-Geräte einsetzen kann. Ein Merkmal dafür ist die HDMI-Schnittstelle. Die meisten aktuellen Flachbildfernseher bieten diesen Eingang, doch Computermonitore mit HDMI-Port sind noch dünn gesäht. Auch die Grafikkarte muss HDCP-fähig sein. Sie sollte entweder einen HDMI-Ausgang bieten oder das HDCP-Protokoll über die DVI-Schnittstelle anbieten. Theoretisch geeignet wären die Grafikkarten des iMac (ATI Radeon X1600) und die Radeon X1900XT, die man für den Mac Pro als Option im Apple Store bekommen kann. Doch in der Praxis gibt es noch einen weiteren Stolperstein: die Abspielsoftware.

Der DVD-Player für Mac-OS X spielt keine Blu-Ray-Videos ab. HD-DVD soll jedoch gehen, testen konnten wir das mangels HD-DVD-Laufwerk noch nicht. Man kann zwar davon ausgehen, dass Apple die Software zukünftig auch für Blu-Ray anpassen wird, Fakt aber ist: Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die hoch aufgelösten Filme am Mac anzusehen.

Auf der Seite der kreativen Anwendungen sieht es leider nicht besser aus. Während die Firma Pinnacle Blu-Ray-Authoring-Software für Windows bereits seit geraumer Zeit anbietet, hinkt Apple mit DVD Studio Pro gewaltig hinterher. Zwar unterstützt die aktuelle Version HD-DVDs, damit erstellte Images werden von den HD-DVD-fähigen Presswerken jedoch meist abgelehnt, weil sie sich nicht an die Spezifikationen halten. Blu-Ray unterstützt DVD Studio Pro derzeit gar nicht.

Damit bleibt im Augenblick nur eine einzige sinnvolle Anwendung für einen Blu-Ray-Brenner im Mac übrig: das Speichern und Archivieren von Daten.

Aber auch hier ist man auf zusätzliche Software angewiesen, denn Mac-OS X 10.4 kann Blu-Ray-Medien von Haus aus weder lesen noch beschreiben. Doch in diesem Fall gibt es glücklicherweise eine funktionierende Lösung.

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