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Bluetooth-Kopfhörer Parrot Zik 3: Innovativ, aber nicht perfekt

09.03.2016 | 15:44 Uhr |

Schick, guter Klang und ein innovatives App-Konzept: Der Parrot Zik 3 weiß in vielerlei Hinsicht zu überzeugen.

Stilvoll kommt der neue Zik 3 daher. Sein Kleid mit der genarbten Oberfläche gibt es in sieben Varianten, unser schwarzes Testmuster erinnert an Krokoleder. Am tollen Design hat sich auch in der dritten Generation nichts geändert, Philippe Starck hat hier einfach ein sehr schönes Stück abgeliefert. An der bewährten Bedienung über die Touch-Oberfläche hat sich auch nichts geändert. Warum auch - wir kennen kaum einen Kopfhörer, der so perfekt auf Berührung reagiert. Ebenso überzeugend ist die aktive Geräuschunterdrückung. Vier Mikrofone zeichnen die Außengeräusche auf und eine ausgeklügelte Schaltung sorgt für eine sehr gute Unterdrückung. Der Lohn ist eine himmlische Ruhe im Flugzeug.

Parrot Zik 3 bietet hohen Tragekomfort

Der Tragekomfort ist auch Dank des feinen Leders am Ohrhörer gut und am Sitz gibt es wenig zu kritisieren. Nur die Markierung für links und rechts könnte deutlicher sein. Schon ohne aktive Geräuschunterdrückung werden die Umgebungsgeräusche sehr gut abgeschottet.

Die genarbte Oberfläche erinnert an Krokodilleder und gibt dem Zik 3 einen eigenständigen Look.
Vergrößern Die genarbte Oberfläche erinnert an Krokodilleder und gibt dem Zik 3 einen eigenständigen Look.
© Parrot

Zusammen mit dem Kopfhörer liegen in der Box ein USB-Ladekabel – ein Netzteil legt Parrot leider nicht bei – ein Audiokabel mit Klinkeanschluss, eine deutschsprachige Anleitung und ein Stoffbeutel für den Transport. Da der Zik 3 ein idealer Reisekopfhörer ist, hätte es ruhig eine stabile Box sein dürfen.

Unterwegs ist ein leistungsfähiger Akku besonders wichtig. Bei normaler Nutzung hält er im Test rund sieben Stunden durch. Für seinen stromsparenden Reisemodus gibt Parrot 18 Stunden an. Richtig schnell leert er sich jedoch zum Beispiel mit aktivierter Geräuschunterdrückung und Equalizer. Nach rund anderthalb Stunden Flug war die Akkukapazität schon um 25 Prozent dezimiert. Gut, dass man den Akku wechseln kann. So übersteht man mit Ersatzakku auch einen Atlantikflug.

Sehr gute App für den Zik 3

Sehr gut ist die Smartphone App: Eine große Akkustand-Anzeige begrüßt einen und der Equalizer begeistert mit seiner einfachen Nutzung. Lieber mehr in Richtung Pop, Club oder Deep – das wählt man einfach mit einem Fingerwischen auf einer Grafik. Und da man das Ergebnis direkt hört, kann man sich kaum „verwischen". Freunden eines Equalizers kann auch geholfen werden. Die Ausgangssignalfrequenz ist voll mit dem 5-Band-Pro-Equalizer parametrierbar. Und on Top gibt es noch eine Raumsimulation von Silent Room bis Concert Hall.

Der Funktionsumfang der Smartphone App zum Zik 3 sucht seines gleichen. Auf der Startseite hat man sofort die wichtigsten Informationen auf einen Blick. Die elektronischen Helfer wie Equalizer und Concept Hall sind von hier aus einschaltbar, genauso wie die Geräuschunterdrückung.
Vergrößern Der Funktionsumfang der Smartphone App zum Zik 3 sucht seines gleichen. Auf der Startseite hat man sofort die wichtigsten Informationen auf einen Blick. Die elektronischen Helfer wie Equalizer und Concept Hall sind von hier aus einschaltbar, genauso wie die Geräuschunterdrückung.

Wer normalerweise Musik am liebsten ohne ein solches Hilfsmittel genießt, muss sich darauf einlassen, denn  beim Zik 3 geht es leider nicht ohne. Die Musik wirkt wie mit einer angezogenen Handbremse, es kommt kein Spaß auf. Hier hätte Parrot bei seiner dritten Auflage ruhig Hand anlegen können. Wenn Parrot uns schon so schöne Werkzeuge in ihrer App mitgibt - eine App für die Apple Watch gibt es auch - dann nutzen wir sie auch. Und siehe da, der Klang wirkt wie befreit, kräftig zupackend - so macht gerade elektronische Musik Spaß.

Parrot bringt auch eine Apple Watch App.
Vergrößern Parrot bringt auch eine Apple Watch App.
© Parrot

Pop, Rock, da geht es gut zur Sache, ganz anders bei Musik mit akustischen Instrumenten und sehr differenzierten Stimmen. Wenn eine feine Hochtonauflösung gefordert ist, ist der Zik 3 überfordert. Es fehlt hier etwas die Durchhörbarkeit und Präzision. Der Betrieb am Kabel ist eine Enttäuschung. Während gerade hier viele Bluetooth-Kopfhörer viel gelöster aufspielen, ist dieser sehr leise und nur für den Notfall gedacht.

Der Klang lässt sich individuell anpassen. Das ist genial einfach gelöst und sehr praktikabel.
Vergrößern Der Klang lässt sich individuell anpassen. Das ist genial einfach gelöst und sehr praktikabel.

Fazit

Eigentlich ist der Zik 3 ein innovativer Kopfhörer, die Touch-Bedienung funktioniert so gut wie bei kaum einem Mitbewerber und auch die ausgeklügelte App sucht ihresgleichen. Der Teufel liegt hier im Detail: Die Lautstärkeeinstellung ist nicht mit dem iPhone gekoppelt und der Deckel über dem Akkufach fällt schon bei einem Sturz auf dem Boden ab. Schlecht, wenn das auf einer Reise passiert. Klanglich kann er auch nicht mehr ganz mit den starken Mitbewerbern mithalten. Ohne Klangaufpolierer ist er eher müde und lustlos. Erst der Equalizer holt hier mehr Power raus. Diese Möglichkeiten sind einfach klasse. Überzeugen kann er vor allem bei der Geräuschunterdrückung und zwar nicht nur bei der Effektivität, sondern auch bei den Einstellmöglichkeiten. Welcher Mitbewerber kann die Stärke schon in zwei Stufen einstellen und über einen Streetmode auch Außengeräusche einblenden?

Parrot Zik 3

Hersteller

Parrot

Preis:

€ 350

Note:

2,0 gut

Vorzüge

sehr gute App, automatische Pause bei Abnehmen des Kopfhörers, sehr guter NC, Akku wechselbar

Nachteile

Lautstärke nicht mit dem iPhone gekoppelt, keine Akkuanzeige am iPhone, nur durchschnittlicher Klang

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