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Boris FX 9

01.02.2007 | 14:03 Uhr |

Mit Version 9 hat Boris FX seine Filtersammlung für Final Cut Pro und Co aktualisiert: Einige interessante Filter können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der neuen Version deutlich an Innovationen mangelt

Boris FX9
Vergrößern Boris FX9

Im Zuge der Runderneuerung vieler Applikationen hat auch Boris FX 9 ein neues Fensterlayout und recht hilfreiche Funktionen wie Reiter und benutzerdefinierbare Tastenkürzel bekommen. Die Arbeit mit Keyframes wurde, genau wie bei Red und Graffiti, durch eine zusätzliche Timeline im Vorschaufenster vereinfacht. Leider ist die Arbeit mit FX 9 als Plug-in von Final Cut Pro ebenso hakelig wie mit allen anderen Boris-Programmen: Feststelltaste drücken, Final Cut Pro starten, Final Cut Pro beenden und so weiter. Ob FX 9 dann innerhalb von Final Cut Pro tatsächlich funktioniert, bleibt Glückssache. Doch dafür gibt es das Stand-alone-Programm FX Keyframer, das zur Not auch ohne Host-Applikation auskommt. Über das Übersetzungs-Chaos aller neuen Boris-Programme inklusive FX 9 verlieren wir lieber keine weiteren Worte (siehe auch Macwelt 1/2007, S. 78).Das eigentlich Spannende an FX 9 sind die vielen neuen Filter und Effekte, die Boris sich aus den Sammlungen Continuum und Final Effects geborgt hat und damit die Anzahl der verfügbaren Effekte auf über 100 bringt. Neben den Standardfiltern wie Glühen, Unschärfe und diversen Verzerrungen verfügt FX damit auch über einen recht ordentlichen Filmlookfilter mit ausreichend Einstellungen, Keyer und eine handvoll Generatoren für sämtliche Wetterlagen von „bewölkt“ bis „verschneit“.

3D-Effekte und mehr

Neben den zahlreichen Effekten bietet FX 9 eine Reihe Funktionen, die man in Final Cut Pro vergeblich sucht. Zum Beispiel kann man in FX direkt auf das Videobild mittels eines zusätzlichen Paint-Layers malen, Splines ziehen oder auch 3D-Objekte wie Quader, Zylinder oder Kugeln generieren, welche sich real im 3D-Raum bewegen. Auch kann der Anwender in FX 9 zusätzliche Lichter, Schatten und sogar Kameras setzen, die sich ebenfalls über drei Achsen drehen und fokussieren lassen. Die Handhabung der Filter in FX ist deutlich komfortabler als in Final Cut Pro, da sich nicht alle Einstellungen in einem einzigen Fenster befinden, und man neben “linear“ und „Bezier“ noch zusätzliche Verhaltensweisen der Keyframes pro Parameter angeben kann, zum Beispiel „Halten“, „Verzögern“ und „Jittern“. Eine direkte Kombination von Final-Cut-Pro-Filtern wie der Dreiwege-Farbkorrektur mit einem Boris-Effekt ist leider nicht möglich. Dafür unterstützt auch FX 9 seit neuestem den 16 Bit Farbraum für qualitativ hochwertige Renderings.

Fazit

Zusammen mit Final Cut Pro ist FX 9 sicherlich ein brauchbares und kostengünstiges Werkzeug, um einen Schritt weiter in der Arbeit mit Filtern zu gehen, und in Kombination mit Graffiti (im Bundle erhältlich) auch für höherwertige Typo-Animation geeignet. Eine wirklich reichhaltige Auswahl an Filtern findet sich genauso wie professionelle Funktionen des Paintings und Splinings. Wer sich aber im Motion Design weiterentwickeln möchte, sollte zunächst auf das Programm Motion zurückgreifen, oder gleich zu Adobe After Effects wechseln. az/mas

Wertung

Note: 2,4 gut

Vorzüge viele Filter und Generatoren mit zahlreichen Einstellungen, 3D-Unterstützung für einfache Objekte, Licht und Kameras, zahlreiche Keyframe-Funktionen

Nachteile unzureichende Übersetzung, nur sporadische Unterstützung von Final Cut Pro, komplex in der Anwendung

Alternative kostengünstigere Plug-ins für Final Cut Pro, Apple Motion, Adobe After Effects

Preis € (D) 300, € (A) 311, CHF 411; Update: € (D) 200, € (A) 207, CHF 274

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Mac-OS X 10.2.6

Info Boris FX

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